Blitzlichter aus Europa

Lazio vs. Inter: Eine beschämende Posse

Von SPOX
Montag, 03.05.2010 | 12:27 Uhr
Die Laziali feiern den Inter-Trainer: "Mourinho: Ein wahrer Mann in einem falschen Calcio"
© Getty
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Verschwörungstheoretiker herhören! Bei Lazio gegen Inter ging es wirklich nicht mit rechten Dingen zu. Aber ist auch Steven Gerrard ein Saboteur? Außerdem: Warum ist Louis van Gaal ein Henker? Und wie macht sich Xavi in Barcelona endgültig zum Volkshelden?

Dies und mehr wie immer montags in den Blitzlichtern aus Europa - zusammengetragen von unseren Korrespondenten vor Ort.

Serie A

Von Oliver Birkner

Surrealer Sportsgeist: Manch einer musste am Sonntagabend kurz kontrollieren, ob er bei "Sky Italia" anstelle des Calcio-Kanals nicht aus Versehen Comedy Central eingeschaltet hatte. Denn die burlesken Ereignisse zwischen Lazio und Inter muteten eher wie die Parodie einer Fußballpartie an - dazu noch eine ungemein schlechte. Die gesamten 60.000 Tifosi trieben die Mailänder Gäste stimmlich zum Sieg. Nicht nur das: In einer surrealen Atmosphäre gaben die Laziali ihrem Team per Spruchbänder oder Gesängen mit auf den Weg "Wenn ihr gewinnt, vermöbeln wir euch" - "Tretet bei Seite!" - "Wir müssen verlieren" und pfiffen Torhüter Muslera aus, der sich als einziger Gastgeber wirklich wehrte. Zwar hätte Inter die Partie wahrscheinlich ohnehin gewonnen, zwar verbindet beide Lager eine Fanfreundschaft, zwar ist es nachvollziehbar, dass die Laziali dem Rivalen AS Rom den Titel nicht gönnen, dennoch war es zutiefst beschämend, dieser Posse zuzuschauen. Bei den Treffern von Samuel und Thiago Motta fiel das gesamte Olimpico vor Freude ins Delirium, die Lazio-Kurve breitete in beiden Fällen ein Plakat mit dem ironischen "Oh Neiiiiiiiiiin" aus. Eine Ohrfeige für die Sportlichkeit, die sich Lazio übrigens nur leisten konnte, weil es durch Atalantas 1:1 am Nachmittag dem Abstieg so gut wie entronnen war. "Ein Hoch auf Mourinho - einzig wahrer Mann in einem verfälschten Calcio" gaben die Laziali am Ende noch zum besten. Den praktizierten sie am Sonntag selbst zur Perfektion.

Dramatisch, tragisch, tränenreich: Neben Livorno und Siena wird der dritte Absteiger wohl Atalanta heißen - und das auf tragische Weise. Im Kellerduell gegen Bologna hätte ein Sieg noch gute Chancen auf die Rettung offengelassen. Doch acht Minuten vor dem Ende wehrte der Bergamo-Keeper einen Schuss ab, den Abpraller setzte Federico Peluso zum 1:1-Endstand kurios ins eigene Netz (Das Drama im Video). Der Verteidiger brach auf dem Feld in Tränen aus.

Juve rutscht ab: Keine Träne werden die Anhänger von Juventus dieser horrenden Saison nachweinen. Es gibt aber eine gute Nachricht: Noch 180 Minuten, dann ist sie endlich vorüber. Die nächste könnte allerdings früher beginnen als erwartet. Das 1:1 in Catania bedeutete nicht nur das definitive Verpassen der Champions League, Juve rutschte auf Rang sieben ab, und müsste somit bereits am 29. Juli in der Europa League antreten.

 

Premier League

Von Raphael Honigstein

Torhüter für Arme: Nicht "der Mitarbeiter der Woche" auf der Insel war ganz klar Gunnar Nielsen. Manchester Citys fünfter Torwart, die "Nummer Zwei" der Färöer Inseln, wurde von Roberto Mancini vor dem 3:1-Sieg gegen Aston Villa nicht für Premier-League-tauglich befunden. Da Stammtorhüter Shay Given (Schulter) und die Ersatzmänner Stuart Taylor und Giraldo Gonzalez verletzt ausfielen, und Joe Hart an Birmingham City ausgeliehen ist, erlaubte der Fußballverband City ein "Notfall-Leihgeschäft": Der Ungar Marton "Martin" Fülöp wurde für zwei Spiele vom FC Sunderland verpflichtet. Fülöp, 26, sah beim Treffer von John Carew prompt nicht sehr glücklich und wirkte auch sonst äußerst nervös. Im entscheidenden Spiel um den vierten Platz, am Mittwoch gegen Spurs, muss der Mann wieder ran. Zwei Fragen aber bleiben offen. A) Ist es lustig oder traurig, dass der reichste Verein der Welt sich in der heißen Phase einen Keeper borgen muss? B) Wenn Nielsen, 23, nicht gut genug für die erste Liga ist, warum zum Teufel ist er dann im Kader?

Pest oder Cholera: Liverpool-Fan zu sein, war in den vergangenen paar Jahren nicht einfach, am Sonntag aber war es besonders schwer: Ein Sieg oder Unentschieden gegen die in Anfield nicht gerade populäre Mannschaft des FC Chelsea hätte nur den verhassten Rivalen von Manchester United in die Karten gespielt. Ein Banner mit der Aufschrift "Chelsea oder Gary Neville?" fasste das Dilemma zusammen. Wer will schon zwischen Pest und Cholera wählen? Verschwörungstheoretiker werden noch lange Steven Gerrards verunglückten Rückpass vor dem 0:1 von Didier Drogba diskutieren, aber angesichts der müden Leistung der Roten beim womöglich letzten Heimspiel von Trainer Rafael Benitez geriet auch der erbarmungslos schlechte Kader der Gastgeber in den Fokus. Als Fans ein Banner mit "Rafa: Nicht gut genug" ausrollen wollten, schritten andere Supporter ein. Liverpool ist in vielerlei Hinsicht ein gespaltener Verein mit einer höchst ungewissen Zukunft, auch das zeigte der Sonntag. Dass Chelsea jetzt wohl Meister wird, ist noch das kleinste Problem der Anhänger auf der Kop-Tribüne.

Spott über die Bayern: Bayern's "Fußball in Vollendung" (Uli Hoeneß) gegen Lyon wurde in Großbritannien nicht ganz so enthusiastisch gefeiert. "Wenn Arsenal, Chelsea und Manchester United das hier sehen, müssen sie sich grün und schwarz ärgern", sagte TV-Experte Graeme Souness am Dienstagabend auf "Sky", während Moderator Richard Keys sich nostalgisch an englisch-englische Halbfinalspiele zwischen Liverpool und Chelsea oder Arsenal und Manchester United zurück erinnerte. Ach ja: Die Champions League könnte so schön sein, wenn diese doofen europäischen Klubs nicht wären.

 

Primera Division

Von Paula Villamarin Temperan

Die Wade der Nation: Nach dem bitteren Aus in der Champions Leauge musste Barcelona beim FC Villarreal schnell zurück in die Spur finden, immerhin beträgt der Vorsprung an der Tabellenspitze nur ein einziges Pünktchen auf Verfolger Real Madrid. Standesgemäß bewältigte Barca auch den Frust auf seine eigene Art und Weise - und fiedelte die Submarinos mit 4:1 aus dem El Madrigal. Die erste Geige spielte dabei einmal mehr Spielmacher Xavi, der im Mittelfeld umsichtig Regie führte. So weit nichts Besonderes, denn das machte der 30-Jährige nun schon zum 350. Mal in der Primera Division. Nach dem Spiel allerdings verriet Trainer Pep Guardiola, dass Xavi aufgrund einer Verletzung gerade die WM aufs Spiel setzte: "Er hat eine Verletzung an der Wade, die ihn sogar die WM kosten könnte. Aber er stellt sich in den Dienst der Mannschaft. Er ist en Vorbild für alle anderen - und damit der beste Mittelfeldspieler, den Barcelona jemals hatte." So werden Helden geboren.

Van Gaal ist ein Henker: Kennen Sie noch Giovanni? Bürgerlicher Name Giovanni Silva de Oliveira, 1,91 Meter groß, Brasilianer - und galt Mitte der 90er als eines der größten Talente im Weltfußball. 1996 wechselte er vom FC Santos nach Barcelona, erhielt dort die Rückennummer 10 und kam neben Ronaldo, Figo, Stoichkov und Louis Enrique gleich im ersten Jahr auf 30 Einsätze und 7 Tore. Doch dann kam Louis van Gaal auf den Trainerstuhl der Katalanen - und mit ihm die Schwierigkeiten für Giovanni. Zum Abschluss seiner Karriere erinnerte sich der heute 38-Jährige am Sonntag in der spanischen "Sport" noch einmal an seine Zeit bei Barca: "Van Gaal mochte die Brasilianer nicht, er wollte mich gleich wieder verkaufen. Er war mein Henker." Tatsächlich machte Giovanni in der Rückrunde 1999 nur noch zwei Spiele und ging schließlich entnervt nach Piräus. Mit Olympiakos feierte er immerhin fünf griechische Meisterschaften in sechs Jahren. Kein schlechtes Trostpflaster für einen Gehenkten.

Abseits für Dummies: Real gegen Osasuna, es läuft die 2. Halbzeit es steht 2:2. Madrid dominiert das Spiel, doch die Königlichen locken sich mal wieder selbst in die Abseitsfalle - und zwei Osasuna-Spieler rasen alleine auf Torhüter Iker Casillas zu. Aranda führt den Ball, rechts ist Masoud mitgelaufen. Der Pass kommt, Masoud hat alle Zeit der Welt, gerät aber trotzdem in Panik - und stolpert, grätscht und stochert den Ball meterweit am Tor vorbei. Ein relativ erbärmliches Schauspiel, das dem bösartigen Beobachter zwei Schlussfolgerungen nahelegt. Erstens: Reals Defensive gehört wirklich nicht in ein Champions-Leauge-Viertelfinale. Und zweitens: Für die Primera Division reicht's trotzdem dicke. Dank Cristiano Ronaldo gewann Madrid noch mit 3:2.

Primera Division: Ergebnisse, Tabellen, Torjäger, Termine

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