Montag, 08.02.2010

EURO 2012

Platini verteilt Lob an Gastgeberländer

Am Rande der Auslosung der Qualifikationsgruppen zur EM 2012 hat UEFA-Präsident Michel Platini ein großes Lob an die Gastgeberländer Polen und Ukraine ausgesprochen.

Michel Platini gewann als Spieler die Euro 1984 mit Frankreich
© Getty
Michel Platini gewann als Spieler die Euro 1984 mit Frankreich

Michel Platini strahlte über das ganze Gesicht. "Die EM 2012 wird ein voller Erfolg, ein Meilenstein für den europäischen Fußball", sagte der UEFA-Präsident am Rande der Auslosung der Qualifikationsgruppen in Warschau und bescheinigte Polen und der Ukraine ohne große Einschränkungen die Gastgebertauglichkeit bei der EURO in zwei Jahren (9. Juni bis 1. Juli).

Trotz mancher noch übersehbarer Schwierigkeiten seien die Organisations-Komitees der beiden osteuropäischen Länder voll im Plan. "Nach anfänglichen Problemen läuft es derzeit sehr gut. Es gibt noch Dinge zu verbessern, aber wir haben noch über zwei Jahre Zeit, deshalb mache ich mir mittlerweile keine Sorgen mehr", erklärte der Franzose, der sich in der polnischen Hauptstadt selbst ein Bild von den Arbeiten am Warschauer Nationalstadion gemacht hatte, wo am 9. Juni das Eröffnungsspiel stattfinden wird.

In den kommenden Tagen will Platini eine Inspektionsreise durch die Ukraine unternehmen, die Anfang Februar wegen des Schneechaos in Osteuropa abgesagt worden war. "Dort werde ich mir die Stadien, aber auch die Hotels und die Flughäfen zeigen lassen. Ich bin mir aber sicher, dass dort mittlerweile auch alles nach Plan läuft", sagte der 54-Jährige.

"Historische Europameisterschaft"

Platini sprach zudem von einer "historischen EM", die in Europa die Beziehungen zwischen Ost und West weiter verbessern werde. Entscheidend dafür sei der "Enthusiasmus der Bevölkerung" in den beiden Gastgeberländern: "Man spürt überall eine große Vorfreude, und das so kurz vor einer WM, die in diesem Jahr im Mittelpunkt steht."

Dies unterstrich auch der ehemalige polnische Ausnahmespieler Grzegorz Lato, mittlerweile Präsident des polnischen Fußballverbandes PZPN. "Die EM beschleunigt die Entwicklung in meinem Heimatland in die richtige Richtung. Es gibt zwar noch eine Menge zu tun, aber wir werden ein guter Gastgeber sein und freuen uns auf die Fans aus ganz Europa."

Ein besonderes Verhältnis habe man zu Deutschland, nicht nur weil die gebürtigen Polen Lukas Podolski und Miroslav Klose für den Vizeeuropameister spielen. Kein Wunder, dass Lato die DFB-Auswahl eingeladen hat, im kommenden Jahr bei der Einweihung der Warschauer Arena gegen Polen zu spielen.

Grünes Licht für Breslau

Aus polnischer Sicht war es genauso wichtig, dass Ende vergangener Woche auch grünes Licht für den EM-Standort Breslau gegeben wurde, der wegen gravierender Verzögerung beim Neubau auf der Kippe gestanden hatte.

"Wir werden der UEFA wie gewünscht im Juni kommenden Jahres das Stadion fertig übergeben können", sagte Breslaus Stadtoberhaupt Rafal Dutkewicz, nachdem er zuvor einen Zwölfjahresvertrag mit der amerikanische Firma SMG, dem weltweit größten Betreiber von Stadien, Arenen, Theatern und Kongress-Centern, für das Management eines der größten Stadienprojekte Europas abgeschlossen hatte. Neben Breslau und Warschau sind Posen und Danzig die weiteren Spielstätten in Polen.

Ukraine als Sorgenkind

Im Gegensatz zu Polen hat Mitausrichter Ukraine, wo Kiew als Finalspielort festgelegt wurde sowie in Donezk, Lemberg und Charkow gespielt werden soll, trotz aller Beschwichtigungen von Platini noch viele Probleme. Nahezu täglich gibt es Meldungen über Verzögerungen bei den Stadionneubauten oder Schwierigkeiten bei der Infrastruktur.

Die Ukraine hinkt nach wie vor dem Zeitplan hinterher, zudem drücken vor allem Kiew im Zuge der weltweiten Wirtschaftskrise massive Geldsorgen. Wie ein OK-Sprecher des zweitgrößten europäischen Landes mitteilte, sei es in den kommenden Wochen und Monaten wichtig, dass die Finanzierung systematisch und ohne Unterbrechungen gesichert werde.

Ansonsten könnten die Arenen in Kiew und Lemberg wieder in die "Hochrisikozone" rutschen. Nach der Präsidentenwahl in der Ukraine, nach der sich am Montag der pro-russische Oppositionsführer Viktor Janukowitsch zum Sieger erklärt hat, könnten sich die Probleme allerdings noch einmal verschärfen.

Im Extremfall behält sich die Europäische Fußball-Union (UEFA) das Recht vor, einzelnen Städten wegen mangelhafter Turnier-Vorbereitungen die Austragung wieder zu entziehen, wie Platini jüngst der ukrainischen Regierung mitteilte.

Breslau als EM-Austragunsgort 2012 bestätigt

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