Agenten-Streit um Stephen Appiah

Von Haruka Gruber
Mittwoch, 07.10.2009 | 11:18 Uhr
Wohin geht die Reise? Stephen Appiah hat seit über eineinhalb Jahren kein Ligaspiel bestritten
© Imago
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Er sucht nach einem neuen Verein, er steckt in Schwierigkeiten mit Fenerbahce, er legt sich mit der FIFA an - und jetzt ist um Ghana-Star Stephen Appiah auch noch ein Berater-Zoff ausgebrochen.

Nachdem sich zuletzt ein gewisser Jean-Philippe Soubeyre zu Wort gemeldet und erklärt hatte, dass er als Appiahs Agent unter anderem in Deutschland Kontakt zum FC Schalke unterhält, sorgt nun Soubeyre selbst für Wirbel.

Denn mit Frank Trimboli beansprucht ein konkurrierender Spielerberater, offiziell von Appiah damit beauftragt worden zu sein, mit interessierten Klubs Verhandlungen zu führen.

"Ich habe noch nie etwas von einem Jean-Philippe Soubeyre gehört. Mein Partner Luca Pagani und ich sind die einzigen Berater, die in Stephens Namen sprechen dürfen", so Trimboli zu SPOX.

Appiah braucht neuen Klub

Es scheint eine verfahrene Situation. Trimboli und Soubeyre sind beide offiziell von der FIFA lizensierte Spielerberater. Trimboli ist Chef der Beratungsfirma "Base Soccer", die unter anderem Gilberto Silva, Aaron Lennon und Aaron Ramsey betreut.

Soubeyre wiederum arbeitet unter anderem für die vor allem auf südamerikanische Spieler spezialisierte Agentur "Europe Sports". Deren Chef Israel Rolim do Carmo bestätigte gegenüber SPOX, dass Soubeyre zu seinem Mitarbeiterstab gehört.

Appiah, der sich derzeit in Ghana aufhält, ist telefonisch nicht zu erreichen. Zuletzt ließ er wissen: "Es ist ungemein wichtig, so schnell wie möglich einen Verein zu finden. Ich brauche den Spielrhythmus, damit ich bei der WM in Südafrika in Bestform bin. Ich darf bei der ersten WM auf afrikanischem Boden nicht fehlen."

Seit fast zwei Jahren ohne Ligaspiel

Das letzte Klubspiel, damals für Fenerbahce Istanbul, datiert vom 1. Dezember 2007. Seitdem ist der Mittelfeldspieler arbeitslos und sammelt lediglich in der Nationalmannschaft Spielpraxis. Als Kapitän führte er Ghana sogar zur souveränen WM-Qualifikation.

"Wie ich aus Ghana höre, ist Stephen topfit. Und sein Ruf als Raffzahn ist nicht wirklich gerechtfertigt. Ich bin mir sicher, dass er für jeden Bundesligisten eine Bereicherung wäre und bereit ist, beim Gehalt Kompromisse einzugehen", sagt der ehemalige ghanaische Nationaltrainer Ralf Zumdick über seinen damaligen Führungsspieler gegenüber SPOX.

Auf der ganzen Welt im Gespräch

Schalke, das vor zwei Jahren vor einer Verpflichtung Appiahs stand, sei eine denkbare Option für den Ghana-Kapitän, behaupten Soubeyre und Trimboli unisono, wobei Trimboli einschränkt: "Schalke ist ein großartiger Verein und in der Vergangenheit hatte ich mit dem damaligen Manager Andreas Müller, Chefscout Uwe Scherr oder dem Präsidenten Josef Schnusenberg gute Gespräche. Zurzeit haben wir aber keinen Kontakt."

In den letzten 18 Monaten war Appiah bei zahlreichen Klubs aus aller Herren Länder im Gespräch. In England bei Chelsea, Arsenal oder Tottenham, in Russland bei Meister Rubin Kasan, in seiner italienischen Wahlheimat bei Catania und Bologna. Auch MLS-Klub Washington erkundigte sich nach ihm. Selbst der ghanaische Verein Kumasi Asante Kotoko soll ein Angebot abgegeben haben.

Folgenschwere Fehldiagnose

Und doch ist Appiah nach wie vor vereinslos. Einerseits wegen seiner Reputation. 2007 soll er in letzter Sekunde gegen den Wechsel nach Schalke votiert haben, weil die Forderung nach einer 5-Millionen-Gage nicht erfüllt worden sei. Andererseits sind die Zweifel an seiner Fitness, auch wenn Appiah seit Monaten beim italienischen Zweitligisten Brescia mittrainiert.

Das größte Hindernis ist jedoch die juristische Auseinandersetzung mit seinem letzten Verein Fenerbahce. Der Streit begann Anfang 2007, als sich Appiah auf Drängen Fenerbahces trotz einer Knieverletzung fit spritzen ließ, um die Saison zu Ende zu spielen.

Im Sommer ließ er daher die dringend nötigte Operation durchführen, zwei Monate später im Oktober 2007 traten jedoch erneut Schmerzen im Knie auf. Zudem bekam er Atembeschwerden, die die Fenerbahce-Medizinabteilung fälschlicherweise als Asthma diagnostizierten.

Tischtuch zu Fenerbahce endgültig zerschnitten

Erst nachdem er eigenhändig nach Italien reiste und sich dort behandeln ließ, wurde der wahre Grund für die gesundheitlichen Probleme entdeckt. Nach dem Eingriff bildete sich ein Blutgerinsel in seinem linken Bein, das sich später zu einer Mikroembolie verschlimmerte.

Wegen der Fehldiagnose der Fenerbahce-Ärzte verpasste Appiah Anfang 2008 den Afrika-Cup, pikanterweise in Ghana. Seitdem ist das Tischtuch endgültig zerschnitten. Appiah weigerte sich, jemals wieder für Fenerbahce zu spielen - was Fenerbahce wiederum als Vertragsbruch ansah und die Gehaltszahlungen einstellte.

Immerhin eine positive Nebenwirkung

Seitdem kommunizieren beide Parteien nur noch über ihre Anwälte. Nach einem schwammig formulierten Urteil im November 2008 entschied die FIFA im Sommer dieses Jahres, dass Appiah eine Strafe von über 2,3 Millionen Euro an Fenerbahce zu zahlen habe, worauf Appiah erneut Einspruch einlegte.

Die FIFA-Entscheidung sei jedoch kein Hindernis für interessierte Vereine, Appiah einen Vertrag anzubieten - behauptet zumindest Trimboli: "Stephen kann jederzeit verpflichtet werden."

Appiah sieht immerhin einen positive Nebenwirkung durch die von der FIFA verhängten Kompensationszahlung: "Die meisten dachten mittlerweile, dass meine Persönlichkeit der Grund wäre, warum ich keinen Verein finde. Es lag aber vor allem an der Rechtsunsicherheit. Jetzt besteht Klarheit: Kein Klub muss wegen mir fürchten, an Fenerbahce etwas zahlen zu müssen. Ich bin derjenige, der die Strafe zu tragen hat. Das macht die Sache sehr viel einfacher."

Die Stationen von Stephen Appiah

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