Platini fordert Klubs zum Sparen auf

SID
Freitag, 20.03.2009 | 13:37 Uhr
UEFA-Präsident Michel Platini fordert ein Umdenken bei den Klubs
© Getty

UEFA-Präsident Michel Platini hat die Fußball-Klubs angesichts der Finanzkrise zum Sparen aufgefordert und zugleich die Praktiken Silvio Berlusconis kritisiert.

"Die Klubs sollen nur Geld ausgeben, das sie wirklich besitzen. Es ist unakzeptabel, dass Großunternehmer, wie Milans Besitzer Silvio Berlusconi Geld ausgeben, um die verschuldeten Bilanzen ihres Klubs in Ordnung zu bringen", sagte der Franzose gegenüber dem italienischen Pay-TV-Kanal "Sky Italia" des Berlusconi-Konkurrenten Rupert Murdoch.

Zugleich mahnte Platini, die Bezahlung der Profis an die veränderten finanziellen Rahmenbedingungen anzupassen. "Die Spielergehälter sind sehr hoch und die Klubs sind gezwungen, Geld aufzutreiben, um sie zu bezahlen, weil die Konkurrenz groß ist. Klubs dürfen aber nicht Geld ausgeben, das sie nicht haben", sagte Platini.

Gattuso ist zu Geldeinbußen bereit

Ein Umdenken hat offenbar bereits begonnen. Gennaro Gattuso, italienischer Nationalspieler und Mittelfeldakteur bei Berlusconis AC Mailand, erklärte sich zu Gehaltseinbußen bereit, um seinen von Schulden belasteten Klub zu unterstützen.

"Wenn die ganze Welt auf Sparkurs setzt, müssen wir es auch tun. Sollte mich Milan zu Opfern aufrufen, bin ich bereit, darüber zu sprechen", sagte der 31-Jährige nach Angaben der italienischen Sporttageszeitung "Gazzetta dello Sport".

Milans Geschäftsführer Adriano Galliani hat sich unterdessen für eine Gehaltsobergrenze ausgesprochen. Zudem sei er sich sicher, dass sich die Krise bereits in der kommenden Transferperiode auf das Kaufverhalten der Klubs auswirken werde.

Galliani: "Salary Cup wäre jetzt richtig"

"Ich denke, ein so genannter Salary Cup, wie es ihn in den Vereinigten Staaten gibt, wäre jetzt richtig", sagte Galliani und fügte hinzu: "Uns erwartet ein schwacher Sommer-Transfermarkt, bei dem Spieler für sehr kleines Geld ausgetauscht werden."

Auch der Präsident der italienischen Spielergewerkschaft AIC, Sergio Campana, erklärte sich zu Opfern bereit.

"Die Spieler haben bereits die Krise zu spüren bekommen. In den letzten zwei Jahren sind die Spielergehälter um durchschnittlich 20 Prozent gesunken. Doch wenn ein Star wie Gattuso weitere Opfer machen will, ist er natürlich frei", sagte Campana.

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