Blitzlichter

Aber Signora D'Amico...

Von SPOX
Montag, 09.03.2009 | 12:24 Uhr
Che Bella! Ilaria D'Amico moderiert die wöchentliche Fußballsendung bei Sky Italia
© Imago
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Die Engläner mal wieder... ManUnited bittet seine Profis jeden Tag zur Pinkelprobe, während Rio Ferdinand seinen Hang zur Extravaganz beweist. In Spanien gibt's elektronischen Voodoo-Zauber und in der Ligue 1 mächtig Ärger bei OL. So richtig anzüglich ist dagegen Italiens adrette TV-Moderatorin Iliaria D'Damico.

Das und noch viel mehr in den Blitzlichtern aus Europa - den aktuellsten Geschehnissen des Wochenendes, zusammengetragen von unseren Korrespondenten vor Ort.

 

Serie A

von Oliver Birkner

Aber Signora D'Amico...: Er ist der Bob Dylan des Fußballs - entweder man hasst Filippo Inzaghi oder man vergöttert ihn. Den Status als Tormaschine kann ihm jedoch niemand absprechen: Alle drei Treffer schoss "Superpippo" beim 3:0 des AC Mailand über Atalanta und kommt in seiner Karriere nun auf insgesamt 298 Tore in 619 Partien (Klub und Nationalelf). Jorge Valdano lag ganz richtig, als er einmal sagte: "Der würde es nicht mal schaffen, einen Stuhl auszudribbeln."

Aber das ist schließlich egal, wenn man wie der 35-Jährige die Kugel irgendwie und mit jedem Körperteil über die Linie befördert. Daran dachte wohl auch die aparte Ilaria D'Amico vom Bezahlsender Sky bei ihrer ersten Frage nach Spielschluss: "Inzaghi, was haben Sie nur zwischen den Beinen ... in den Beinen, meine ich."

Heilige Rosalia: Vor der Reise nach Florenz wurde Palermo-Präsident Maurizio Zamparini spirituell: "Die Fiorentina bekommt zuletzt eine Menge Hilfestellungen der Referees. Offenbar hat sie einen vorzüglichen Schutzpatron. Ich vertraue auf die Heilige Rosalia, doch die scheint nicht zu reichen." Das konnte Rosalia, die Palermo im 17. Jahrhundert vor der Pest gerettet haben soll, so natürlich nicht auf sich sitzen lassen. Sie bewahrte die Sizilianer vor zwei Elfmetern, Palermo siegte 2:0 und Zamparini sollte zur Buße nun einige Rosenkränze runterbeten.

Die reinste Momentaufnahme: Nach dem 0:2 gegen Lazio blieb Napoli seit dem 11. Januar ohne Sieg und ist mittlerweile seit 341 Minuten ohne Torerfolg. Für Coach Edy Reja nur eine Momentaufnahme, denn die letzten fünf Partien kommentierte er folgendermaßen: "Das ist eben so ein Moment" -  "Im Moment läuft alles schief" - "Ein schwieriger Moment" - "Momentan läuft alles gegen uns" - "Derzeit erleben wir den schlimmsten Moment". Nach dem zweimonatigen Moment stehen die Zeichen in Neapel momentan auf Trainerwechsel.

 

Premier League

von Raphael Honigstein

Pipi statt Pokal: Der berühmte Zauber des FA-Cups wollte sich auch im Viertelfinale nicht so recht einstellen. Die Favoriten kamen allesamt ins Halbfinale - bis auf Arsenal, das nach dem überzeugenden 3:0 im Nachholspiel gegen Burnley erst im Viertelfinale gegen Hull City gelandet sind. Ja, der Spielplan ist ein Buch mit sieben Siegeln in England. 

Da sonst nur ein einziges Premier-League-Spiel stattfand - Sunderland und Tottenham trennten sich 1:1 - bestimmten die Nebengeräusche die Diskussion. Zum Beispiel dieses: "psssssssssssshhhhhhh". So hört es sich an, wenn Cristiano Ronaldo und seine Manchester-United-Kollegen Urinproben abgeben. Jeden Tag.

Wie jetzt heraus kam, sind die Vereinsärzte von United nämlich strenger als die Dopingbehörde; die Kicker müssen nach jeder Trainingseinheit Wasser lassen. Angeblich werden dabei nur die Fitnesswerte ausgewertet. Wer englische Spieler kennt, könnte vermuten, dass Sir Alex sich so nebenbei auch noch über die Freizeitgewohnheiten seiner Schützlinge informiert.  

Hart und über der Grenze: Hauptthema auf der Insel auf dieser Woche: die aberwitzige Brutalität in den Mittwochsspielen. Besonders bei Wigan gegen West Ham wurde geholzt;  Carlton Cole, Lucas Neill, Lee Cattermole und Scott Parker sensten ohne Rücksicht auf Verluste ihre Gegner um. Selbst die konservative "Daily Mail" sprach von einer "wilden Nacht der Schande". "Jeder, der immer noch denkt, dass wir kein endemisches Problem mit hohen, weiten, schlecht getimeten Knochenbrecher-Grätschen haben, braucht gar nicht erst mitzureden", fand der "Observer" und befürchtete, dass bald jedes Krankenhaus einen "Eduardo-Flügel" einrichten müsste.

Die "News of the World" forderte sogar, die Übeltäter in Handschellen zu legen. "Falls die Spieler sich nicht in die Reihe bekommen, muss die Polizei eingreifen", schrieb Kolumnist Andy Dunn. Good morning, England. Die Debatte wird - vorsichtig geschätzt - 30 Jahre zu spät geführt. Aber immerhin.    

Romantik a la Rio: Rio Ferdinand hat zu seiner Hochzeit mit Rebecca Ellison im August einen besonderen Gast eingeladen: eine Eule namens Ollie. Der dressierte Vogel wird bei der Trauung im Peckforton Castle mit den Eheringen im Schnabel zum Brautpaar fliegen. Er hat das Kunststück angeblich schon sechs Mal erfolgreich absolviert. Jetzt heißt es Daumen drücken, dass Ollie kein ManCity-Fan ist und mit den Ringen davon fliegt....

 

Primera Division

von Paula Villamarin Temperan

Lopez' Herzensangelegenheit: Es hätte alles so schön sein können... Drei zu Null führte Real Betis im Abstiegskrimi auf Mallorca schon, alles sah nach einem glatten Sieg der Andalusier aus und selbst Bankdrücker David Odonkor durfte sich schon innerlich gefreut haben.

Wie auch Klub-Patron Manuel Ruiz de Lopera, der die Partie wegen Herzrhythmusstörungen vom Krankenhaus aus mit ansehen musste. Dann aber kamen die vermaledeite Schlussphase und zehn magische Minuten von Mallorca und es stand 3:3.

Zweifacher Torschütze bei der Aufholjagd war übrigens Leverkusens... äh Mallorcas Gonzalo Castro. Betis-Coach Pacho Chaparro war so sauer, dass er seinen Assistenten raus zu den Medienvertretern schickte und sich selbst wortlos aus dem Stadion stahl. Zu Hause sah's Chaparros Boss de Lopera mit Grausen. Sein Klinikaufenthalt ist auf unbestimmte Zeit verlängert.

Bites und Bytes und Barca: Schöne, weite Welt des Internets... Da es beim FC Barcelona in den letzten Wochen zu leichten Irritationen kam, weil Barca plötzlich nicht mehr gewinnen konnte und der schöne Vorsprung auf Real Madrid in der Liga dahin schmolz, griff die Sporttageszeitung "Sport" in die Psycho-Trickkiste und startete im Internet den Versuch der moralischen Unterstützung für die Katalanen.

Bei facebook gründete die "Sport" eine eigene Gruppe, in der die Leser des Blatts von nun an ihrer Unterstützung, Liebesbekundungen und Ärger freien Lauf lassen können.

Gleich am Wochenende half der Mix aus Nullen und Einsen und ein bisschen Voodoo-Zauber. Barca siegte erstmals nach drei Spielen wieder gegen Bilbao (2:0), während Verfolger Real beim 1:1 im Stadtderby gegen Atletico die ersten Punkte nach zehn Siegen in Folge liegen ließ.

Zizou bleibt reserviert: Zuerst die gute Nachricht für alle Real-Fans: Zinedine Zidane würde gerne nach Madrid zurückkehren!

Aber wie so oft im Leben gibt es auch zwei Haken: 1. Florentino Perez müsse erst wieder Präsident werden. Und 2.: "Mir gefällt der Berater-Job", sagte Zidane der "L'Equipe". "Ich will schon in den Fußball zurückkehren, aber nicht als Verantwortlicher. Nur weil ich ein großer Spieler war, heißt das nicht, dass ich auch ein großer Trainer oder Manger sein würde."

 

Ligue 1

von Alexis Menuge

Lyon: Ende einer Ära? Vor dem Achtelfinal-Rückspiel beim FC Barcelona in der Champions League herrscht dicke Luft bei Olympique Lyon. Bei einer Trainingseinheit in der vergangenen Woche schickte Trainer Claude Puel vorzeitig Verteidiger Anthony Reveillère in die Kabine und schimpfte: "Für wen hältst du dich überhaupt? Hau bloß ab." Der Spieler wollte bei einer Übung die Mannschaft wechseln, ohne den Coach zu fragen.

Auch sportlich läuft es beim Abonnement-Meister nicht rund. Erst kam vor einer Woche im Pokal-Achtelfinale das Aus in Lille und nun die vierte Niederlage in der Meisterschaft (0:2) gegen... schon wieder Lille (ein Tor vom Ex-Nürnberger Robert Vittek). Zwar bleibt Lyon Spitzenreiter, hat aber nur noch einen Punkt Vorsprung auf PSG. Nur ein Weiterkommen im Camp Nou könnte die Wogen vorerst wieder glätten.

Die zwei Gesichter der Grünen: Der AS Saint-Etienne und sein UEFA-Cup-Gegner Werder Bremen haben gleich mehrere Gemeinsamkeiten: Beide spielen in Grün-Weiß und beide zeigen völlig unterschiedliche Gesichter in dieser Saison: Brilliant im Pokal, schrecklich in der Meisterschaft. Wobei die Lage bei den Franzosen deutlich dramatischer ist.

Die Mannschaft von Trainer Alain Perrin kämpft gegen den Abstieg. Auswärts hat Saint Etienne magere sechs Punkte in 13 Partien holen können. Eigentlich sollte sich man voll und ganz auf den Kampf um den Klassenerhalt konzentrieren. Doch Saint Etienne wartete mehr als dreißig Jahre auf eine Europapokal-Teilnahme. Der Hexenkessel im "Stade Geoffroy Guichard" will sich noch länger an süßer europäischer Luft ergözen.

Toulouse, die Mannschaft der Stunde: Beim 83. Süd-West-Derby zwischen Toulouse und Girondins Bordeaux (3:0) bestätigte der Außenseiter seine überragende Saison. Im ausverkauften "Stadium", wo der beste Angriff (Bordeaux) auf die beste Abwehr (Toulouse) traf, sorgte einmal mehr Pierre-André Gignac für die Entscheidung. Der französische Stürmer erzielte sein 16. Saisontor (alle mit dem rechten Fuß). Damit bleibt "PAG" an der Spitze der Torjägerliste.

Toulouse ist seit dem 22. November ungeschlagen und rangiert nun auf Platz vier, nur vier Zähler hinter Tabellenführer Lyon. Dagegen läuft beim Nachbar derzeit alles schief. "Wir waren einfach schlecht", fasste Bordeaux-Trainer Laurent Blanc zusammen. Girondins hatte eine einzige Torchance in der... 93. Minute.

 

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