Kruska: Real wollte mich unbedingt

Von Interview: Daniel Börlein
Dienstag, 27.01.2009 | 13:35 Uhr
Marc-Andre-Kruska (l.) kam in der Hinrunde beim BVB nur auf zwei Bundesligaspiele
© Imago
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Seit der C-Jugend spielte Marc-Andre Kruska für Borussia Dortmund. Unter Jürgen Klopp kam der 21-Jährige allerdings nur auf zwei Einsätze in der Bundesliga. Also entschied sich Kruska für einen Wechsel - und zwar zum FC Brügge.

Im SPOX-Interview spricht der U-21-Nationalspieler über die Gründe seines Wechsels und einen sprachlosen Klopp. Zudem erklärt Kruska, was er in Dortmund hätte anders machen müssen und warum er sich für Brügge entschied und gegen das große Real Madrid.

SPOX: Nach nur zwei Einsätzen für den BVB in der Vorrunde kam es nicht überraschend, dass Sie eine neue Herausforderung suchten. Dass Sie nach Brügge gingen, hat viele allerdings verwundert. Wie kam's?

Kruska: Brügge hat großes Interesse gezeigt, und dann war für mich schnell klar, dass ich da hingehen werde. Ich habe hier die Möglichkeit, international zu spielen und kämpfe eigentlich jedes Jahr um die Meisterschaft. Die Aussicht, regelmäßig UEFA-Cup oder gar Champions League zu spielen, ist besonders reizvoll. Zudem ist Brügge ein Traditionsverein, zu dessen Heimspielen immer zwischen 25.000 und 30.000 Zuschauer kommen.

SPOX: Wollten Sie nicht lieber in Deutschland bleiben?

Kruska: Ich wäre natürlich auch gerne in Dortmund geblieben und hätte mich dort durchgesetzt. Doch diese Möglichkeit war nicht mehr da, weil man einfach keine faire Chance mehr bekommen hat. Und dann muss man eben einen neuen Schritt wagen. Aus Deutschland gab es Anfragen, ein Wechsel wäre aber wohl erst im Sommer zustande gekommen. Aber es ist nicht so, dass Brügge deshalb zweite Wahl ist. Ich wollte bereits ab der Rückrunde wieder regelmäßig zu meinen Einsätzen kommen.

SPOX: Gab es weitere Angebote aus dem Ausland? Im Sommer hieß es, Real Madrid sei an Ihnen interessiert.

Kruska: Das war in der Tat so. Ich wäre auch jetzt im Winter fast zu Real gewechselt, alles war sehr konkret. Ich war sogar schon in Madrid und habe mir das angesehen, ein tolles Erlebnis! Ich hätte dort aber zunächst in der zweiten Mannschaft gespielt und in die erste Mannschaft aufrücken können, wenn ich auf mich aufmerksam gemacht hätte. Eventuell hätte man mich im Sommer auch an einen Erstligisten ausgeliehen.

SPOX: Aber wenn Real Madrid anklopft, kann man doch eigentlich nicht Nein sagen. Warum haben Sie es trotzdem getan?

Kruska: Ich war natürlich unheimlich stolz, als die Anfrage von Real kam. Aber es wäre eben mindestens für ein halbes Jahr nur die zweite Mannschaft gewesen, die derzeit nur in der dritten Liga spielt. Da erschien mir die Perspektive in Brügge besser. Hier kann ich auf einem hohen Niveau regelmäßig spielen. Und das ist, was ich momentan möchte und auch muss. Da denke ich auch an die U 21, mit der ich im Sommer gerne bei der EM dabei wäre.

SPOX: Aber bei Real stehen Sie weiter auf dem Zettel?

Kruska: Man war über meine Absage sicher nicht sehr glücklich, denn auch die dortigen Verantwortlichen haben mir das Gefühl gegeben, mich unbedingt verpflichten zu wollen. Schließlich gab es ein halbes Jahr lang Kontakt. Aber es liegt nun an mir, mich mit guten Leistungen ins Gedächtnis zu rufen. Aber das ist Zukunftsmusik, denn ich sehe Brügge auch nicht als Durchgangsstation an.

SPOX: Nur wenige Tage nach Ihrem Wechsel gaben Sie Ihr Debüt für Brügge und durften mal wieder über 90 Minuten ran. Wie sehr hat Ihnen das gut getan?

Kruska: Es war etwas Besonderes, mal wieder komplett durchspielen zu dürfen. Es lief bei mir ganz ordentlich, wir haben 3:0 gegen Mechelen gewonnen - ein wirklich guter Einstand.

SPOX: Es heißt, man erwartet in Brügge, dass Sie schnell Verantwortung übernehmen. Eine hohe Bürde für einen 21-Jährigen.

Kruska: Ich denke, das ist kein Problem. Ich habe schon so viele Spiele in der Bundesliga gemacht, da ist es ganz normal, dass ich Verantwortung übernehme. Und das will ich ja auch. Den Druck mache ich mir auch selbst.

SPOX: Was erwarten Sie von sich selbst noch?

Kruska: Ich will Führungsspieler werden und mich natürlich sportlich weiterentwickeln.

SPOX: In Dortmund war das offenbar nicht mehr möglich. Sie haben bei Ihrem Abschied vom BVB gesagt, dass sich Ihr ganzes Leben um die Borussia gedreht hat. Fiel der Abschied dementsprechend schwer?

Kruska: Natürlich war ich sehr traurig, dass ich letztlich keine andere Wahl hatte, als den BVB zu verlassen. Aber nun kommt eben etwas Neues. Und wer weiß, was in ein paar Jahren ist, vielleicht gibt's die Chance auf eine Rückkehr.

SPOX: Es fällt auf, dass Sie, seit Sie beim BVB zu den Profis kamen, kontinuierlich gespielt haben. In der Vorrunde brachten Sie es allerdings nur auf zwei Einsätze. Woran lag das?

Kruska: Zu Saisonbeginn kam ein neuer Trainer und der hat auf andere Spieler gesetzt. Ich hatte kaum eine Chance, ins Team zu rutschen und mich zu beweisen.

SPOX: War es für Sie nachvollziehbar, dass Jürgen Klopp nicht auf Sie gesetzt hat?

Kruska: Ich habe mich im Training reingehängt und immer alles gegeben, da habe ich mir nichts vorzuwerfen. Der Trainer hat trotzdem auf andere Spieler gesetzt. Das war eine schwere Zeit für mich. Aber so ist das eben.

SPOX: Wie hat Ihnen Klopp erklärt, warum Sie nicht spielen?

Kruska: Eigentlich hat er mit mir nicht viel darüber gesprochen.

SPOX: Also wussten Sie in der Vorrunde nie Bescheid, warum der Trainer nicht auf Sie setzt. Gibt es im Nachhinein etwas, dass Sie anders machen würden?

Kruska: (überlegt) Ich war immer ein zurückhaltender Spieler. Vielleicht hätte ich manchmal doch mehr Drecksau sein müssen.

SPOX: Der BVB steht nach der Vorrunde auf Platz sechs. Alles schwärmt von Jürgen Klopp. Wie ist Kloppo?

Kruska: Er ist schon ein sehr positiver Typ, der versucht, die Mannschaft mitzureißen. Aber eigentlich möchte ich darüber nichts mehr sagen.

SPOX: Besser als in Dortmund lief es für Sie in der U21, wo Sie zuletzt Kapitän waren. Wie lauten Ihre Ziele für die EM?

Kruska: Erstmal will ich bei der EM überhaupt dabei sein. Deshalb auch die Entscheidung für Brügge und gegen Dortmund und Real. Hier habe ich einfach die besten Chancen, hier kann ich mich zeigen. An die EM denke ich noch nicht.

Zum Steckbrief von Marc-Andre Kruska

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