International

Zobel flieht aus Georgien

SID
Montag, 11.08.2008 | 15:01 Uhr
Fußball, International, Georgien, Zobel
© dpa
Advertisement
International Champions Cup
FrLive
Man United -
Man City
Club Friendlies
Fr13:30
Inter Mailand -
FC Schalke 04
1. HNL
Fr20:00
Dinamo Zagreb -
Cibalia
International Champions Cup
Sa11:35
FC Bayern München -
AC Mailand
Premier League Asia Trophy
Sa12:00
West Bromwich -
Crystal Palace
CSL
Sa13:35
Shanghai SIPG -
Guangzhou Evergrande
Premier League Asia Trophy
Sa14:30
Leicester -
Liverpool
Premier League
Sa16:30
St. Petersburg -
Kasan
Club Friendlies
Sa17:00
SC Freiburg -
Feyenoord
Premier League
Sa18:30
Schachtjor Donezk -
Dynamo Kiew
Super Liga
Sa19:00
Partizan -
Macva
Super Cup
Sa20:30
Anderlecht -
Zulte Waregem
Serie A
Sa21:00
Vitoria -
Chapecoense
International Champions Cup
So00:05
Barcelona -
Juventus
International Champions Cup
So02:05
PSG -
Tottenham
CSL
So13:35
Shanghai Senhua -
Beijin Guoan
Superliga
So18:00
Midtjylland -
Silkeborg
Super Liga
So19:00
Roter Stern -
Radnicki
Serie A
So21:00
Fluminense -
Corinthians
International Champions Cup
So23:05
Real Madrid -
Man United
Serie A
Mo00:00
Atletico Mineiro -
Vasco Da Gama
International Champions Cup
Mo14:05
Inter Mailand -
Lyon
International Champions Cup
Di13:35
Chelsea -
FC Bayern München
Club Friendlies
Di19:00
Hannover 96 -
Wolfsberger AC
Copa Sudamericana
Mi00:15
Chapecoense -
Defensa y Justicia
International Champions Cup
Mi02:05
Tottenham -
AS Rom
International Champions Cup
Do01:30
Barcelona -
Man United
Copa do Brasil
Do02:45
Cruzeiro -
Palmeiras
International Champions Cup
Do03:05
PSG -
Juventus
International Champions Cup
Do05:35
Man City -
Real Madrid
International Champions Cup
Do13:35
FC Bayern München -
Inter Mailand
Copa Sudamericana
Fr00:15
Arsenal -
Sport Recife
Copa do Brasil
Fr02:45
Paranaense -
Gremio
First Division A
Fr20:30
Antwerpen -
Anderlecht
J1 League
Sa12:00
Gamba Osaka -
Cerezo Osaka
J1 League
Sa12:00
Kobe -
Omiya
International Champions Cup
Sa13:35
Chelsea -
Inter Mailand
Emirates Cup
Sa15:00
Leipzig -
Sevilla
Club Friendlies
Sa15:30
SV Werder Bremen -
West Ham
Emirates Cup
Sa17:20
Arsenal -
Benfica
First Division A
Sa18:00
Lokeren -
Brügge
Serie A
So00:00
Palmeiras -
Avai
International Champions Cup
So00:05
Man City -
Tottenham
International Champions Cup
So02:05
Real Madrid -
Barcelona
CSL
So13:35
Shandong Luneng -
Shanghai SIPG
First Division A
So14:30
Mechelen -
Lüttich
Emirates Cup
So15:00
Leipzig -
Benfica
Emirates Cup
So17:20
Arsenal -
Sevilla
First Division A
So18:00
St. Truiden -
Gent
Superliga
So18:00
Brondby -
Lyngby
Serie A
So21:00
Corinthians -
Flamengo
International Champions Cup
So22:05
AS Rom -
Juventus
Serie A
Mo00:00
Gremio -
Santos
Premier League
Mo18:30
Spartak Moskau -
Krasnodar
Club Friendlies
Mi19:00
Villarreal -
Real Saragossa
Copa Sudamericana
Do00:15
LDU Quito -
Club Bolívar

Braunschweig - In einer dramatischen Odyssee ist der deutsche Trainer Rainer Zobel den Wirren des russisch-georgischen Kaukasus-Kriegs entflohen.

Nach dem Ausbruch der Kampfhandlungen in Südossetien verließ der Coach des georgischen Meisters Dynamo Tiflis auf Empfehlung der deutschen Botschaft das Land und kehrte nach einem 26-stündigen Abenteuer wohlbehalten zu seiner Familie nach Braunschweig zurück.

"Es wurden rund um Tiflis strategische Punkte angegriffen. Das kriegt man alles mit und fragt sich, was noch kommt. Deswegen mussten wir raus", sagte Zobel und bestätigte damit einen Bericht des Fachmagazins "kicker".

Der Reisebericht des früheren Bundesliga-Trainers hört sich wie ein Abenteuer-Roman an. Nachdem Zobel Tiflis mit sechs seiner Profis verlassen hatte, musste er per Bus an der armenischen Grenze einen Stützpunkt passieren, der in der Nacht zuvor von russischen Streitkräften bombardiert worden war.

Anschließend ging es zu Fuß über den Grenzübergang, "da wir dort wegen einer Reiseschlange nicht weiterkamen". Nach einer 260 Kilometer langen Nacht-und-Nebel-Aktion kam der Flucht-Tross in einem zweiten Bus dann in der armenischen Hauptstadt Eriwan an, ehe es für Zobel per Flugzeug über Wien, München und Hannover nach Hause ging.

"Das war schon ein Abenteuer, aber ich habe das nicht so empfunden, weil ich Verantwortung für meine Spieler hatte", schilderte Zobel seine Gefühlslage.

Einen Tag nach seiner Rückkehr hatte der frühere Coach des 1. FC Nürnberg, 1. FC Kaiserslautern und der Stuttgarter Kickers endlich Zeit, darüber nachzudenken, "was alles passiert ist". Während er seine Profis im Camp in Tiflis trainierte, gingen nur wenige Kilometer entfernt russische Bomben nieder.

"In den Augen der Spieler war die Angst zu sehen"

"Wir haben den Krieg nur im Fernsehen gesehen. In den Augen meiner Spieler war aber schon die Angst zu sehen", berichtete Zobel, der nach Kriegsende zurück nach Tiflis will, wo er noch einen Vertrag bis Sommer 2009 plus einjährige Option hat: "Ich bin ständig in Kontakt mit meinem Klub. Wenn wieder alles in Ordnung ist, fliege ich zurück und arbeite dort weiter."

In den dramatischen Stunden konnte sich Zobel - auch dank der Hilfe eines "kicker"-Redakteurs - auf die Unterstützung des neuen aserbaidschanischen Nationaltrainers Berti Vogts verlassen. Dessen Angebot, zu ihm in die Hauptstadt Baku zu fliegen, lehnte der frühere Profi des FC Bayern München aber ab.

"Es gab nur noch einen einzigen Sitz nach Baku. Das habe ich nicht gemacht, weil ich sechs Spieler dabei hatte." Stattdessen organisierte er ("Ich habe immer 2000 Dollar bar dabei. Das hat sich bewährt") für sich und die anderen Flüchtlinge die Odyssee.

"Ich bin kein Held"

"Ich bin kein Held oder sonstwas. Das ist völliger Quatsch", sagte Zobel und wies alle Komplimente zurück.

Schließlich seien viele seiner Profis in Tiflis zurückgeblieben, um unter Anleitung seines Assistenz-Coaches in dieser Woche weiter zu trainieren.

Der Karlsruher Stürmer Alexander Iaschwili, der selbst aus Tiflis kommt, zeigte sich beunruhigt. "Es ist schlimm zu sehen, was derzeit in meiner Heimat Georgien passiert. Es sterben unschuldige Leute", sagte der Stürmer.

"Ich hoffe, dass schnell Frieden kommt." Um das Leben der in Tiflis gebliebenen Akteure hat Zobel indes keine Angst: "Ich lasse meine georgischen Spieler mit einem ganz guten Gefühl zurück, weil ich weiß, dass sie dort sicher sind. Denn ich glaube nicht, dass Tiflis bombardiert wird."

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung