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FIFA und UEFA in Turnier-Sorgen vereint

SID
Mittwoch, 25.06.2008 | 19:26 Uhr
blatter, platini
© Getty
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Wien - FIFA-Boss Joseph Blatter und UEFA-Chef Michel Platini marschieren gerne im Gleichschritt voran. Derzeit können sich die mächtigsten Fußball-Funktionäre der Welt dabei gegenseitig ein Klagelied singen.

Ihre wichtigsten Projekte der kommenden Jahre, die Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika und die Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine, kommen aus den Negativschlagzeilen einfach nicht heraus. Auch bei der laufenden EM in Österreich und der Schweiz wird der Blick auf die nächsten großen Turniere von Zweifeln statt von Vorfreude bestimmt.

Angesichts der sonst hochprofessionellen Arbeitsweise der Mega-Verbände mutet es merkwürdig an, dass ausgerechnet die FIFA und ihr europäischer Kontinentalpartner UEFA sich durch präsidial gewollte (Südafrika) und völlig überraschende (Polen/Ukraine) Vergabe-Politik selbst Probleme bereiteten.

Zumal die Turniere mit Milliarden- Umsätzen ihre wichtigsten Einnahmequellen sind. Druck der Sponsoren, die um eine der lukrativsten Werbeplattformen fürchten, ist fast zwangsläufig.

"Südafrika wird bereit sein"

Erklärungen der Verbands-Offiziellen aus den kritisierten Gastgeberländern klingen derzeit wie selbstermutigende Beschwörungsformeln. "Wir nehmen die Sorgen wahr. Aber wir haben ein gutes Sicherheitskonzept. Südafrika wird bereit sein", sagte WM-OK- Chef Irvin Khoza bei einer Podiumsdiskussion zum 2010-Turnier in Wien.

Auch aus Polen und der Ukraine kommen durchweg Durchhalteparolen. Eine Inspektionsreise der UEFA in der kommenden Woche sei "kein Grund, Angst zu haben", sagte der ukrainische Turnierorganisator Evhen Scherwonenko.

Und in Polen bewertet sogar die Mehrheit der Bevölkerung die bisherigen Vorbereitungen kritisch und glaubt nicht an einen rechtzeitigen Abschluss. Laut einer Umfrage des Warschauer Meinungsforschungsinstituts CBOS fürchten 77 Prozent der Befragten, dass Polen wegen die EM-Organisation nicht in den Griff bekommt. Nur elf Prozent waren mit den Vorbereitungen zufrieden.

Mehr als ein Warnschuss

Längst ist nicht mehr ausgeschlossen, dass das von Platini im Januar gestellte Ultimatum an die Osteuropäer viel mehr als ein Warnschuss war. Spanien wird hinter vorgehaltener Hand als Ersatzkandidat gehandelt. Platini, der sich und seinem Personal bis nach der EM eigentlich ein Schweigegelübde auferlegt hat, meinte diesbezüglich nun in einem Interview auf der Homepage der französischen Zeitung Le Monde", die Spekulationen um eine Aberkennung seien "Gerüchte ohne Substanz".

Dennoch: Nach der EM ist vor der EM und im Anschluss an die Titelkämpfe in Österreich und der Schweiz müssen die künftigen Gastgeber eine Lösung der gravierenden Infrastrukturprobleme in Sachen Stadionbau, Verkehrswege und Hotelkapazitäten präsentieren.

Die Südafrikaner kämpfen praktisch seit der WM-Vergabe im Mai 2004 gegen Gerüchte über eine Aberkennung der Gastgeberrolle. Einem Dutzend Ländern wurde diese Funktion schon zugeschrieben. Inklusive Deutschland. Doch Franz Beckenbauer lehnt dies kategorisch ab. "Die WM in Südafrika muss ein Erfolg werden", schrieb das FIFA- Exekutivmitglied in einer Hochglanzbroschüre des WM-OK.

"Jeder weiß, dass Afrika viele Probleme hat, wie Armut, Krieg, Verbrechen und schlechte Gesundheitsversorgung. Ich glaube, dass nur der Fußball die Menschen zusammenbringen kann und zu Träumen und Hoffnungen inspiriert", so der "Kaiser".

Sorgen bleiben

Trotz der Gewaltwelle gegen afrikanische Ausländer im Kap-Staat vor einigen Wochen scheint eine Neuvergabe im Gegensatz zum EURO-Turnier derzeit ausgeschlossen. Zu sehr hat Blatter die erste Fußball-WM auf afrikanischem Boden zu seinem Prestigeobjekt gemacht. Und die größten organisatorischen Kinderkrankheiten wie Schwierigkeiten beim Stadionbau scheinen tatsächlich behoben.

Bleiben nur die Sorgen um die Sicherheit der erwarteten 450 000 WM-Touristen angesichts der offenbar unkontrollierbaren Kriminalität. "Wir haben elf Großereignisse in den letzen 14 Jahren organisiert und hatten keinen einzigen Zwischenfall", beschwichtigt WM-Geschäftsführer Danny Jordaan.

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