Iraker stehen auf ausländische Klubs

Verrückt nach Barca und Real

SID
Freitag, 21.03.2008 | 11:33 Uhr
fußball, international, irak, fans
© DPA
Advertisement
2. Liga
Fr23:00
Die Highlights des Eröffnungsspiels
Bundesliga
Bundesliga Test 1
First Division A
Antwerpen -
Anderlecht
J1 League
Gamba Osaka -
Cerezo Osaka
J1 League
Kobe -
Omiya
International Champions Cup
Chelsea -
Inter Mailand
Emirates Cup
RB Leipzig -
Sevilla
Club Friendlies
SV Werder Bremen -
West Ham
Premier League
Kamjanske -
Schachtjor Donezk
Emirates Cup
Arsenal -
Benfica
Bundesliga
Bundesliga Test 2
Bundesliga
Bundesliga Test 3
Bundesliga
Bundesliga Test 6
Bundesliga
Bundesliga Test 4
Bundesliga
Bundesliga Test 5
Bundesliga
Bundesliga Standout Test 7
First Division A
Lokeren -
Brügge
Super Liga
Partizan -
Javor
1. HNL
Rijeka -
Istra
Super Cup
Monaco -
PSG
Serie A
Palmeiras -
Avai
International Champions Cup
Man City -
Tottenham
International Champions Cup
Real Madrid -
Barcelona
CSL
Shandong Luneng -
Shanghai SIPG
Emirates Cup
RB Leipzig -
Benfica
Emirates Cup
Arsenal -
Sevilla
Bundesliga
Bundesliga Test 9
First Division A
St. Truiden -
Gent
Superliga
Brondby -
Lyngby
Bundesliga
Bundesliga Test 8
Bundesliga
Bundesliga Test 10
Super Liga
Rad -
Roter Stern
Serie A
Corinthians -
Flamengo
International Champions Cup
AS Rom -
Juventus
Club Friendlies
Bayer 04 Leverkusen -
Lazio Rom
Serie A
Gremio -
Santos
Premier League
Spartak Moskau -
Krasnodar
Ligue 2
Auxerre -
Lens
Club Friendlies
St. Pauli -
Stoke
Copa Sudamericana
Libertad -
Huracan
Club Friendlies
Villarreal -
Real Saragossa
UEFA Champions League
Basaksehir -
Brügge
Copa Sudamericana
LDU Quito -
Club Bolívar
Serie A
Santos -
Flamengo
Copa Sudamericana
Olimpia -
Nacional
Copa Sudamericana
Atletico Junior -
Deportivo Cali
Ligue 2
Lens -
Nimes
First Division A
Lüttich -
Genk
Ligue 1
Monaco -
Toulouse
Championship
Sunderland -
Derby
J1 League
Kashiwa -
Kobe
Premiership
Celtic -
Hearts
Club Friendlies
Crystal Palace -
FC Schalke 04
Championship
Fulham -
Norwich
Club Friendlies
RB Leipzig -
Stoke
Ligue 1
PSG -
Amiens
Club Friendlies
Liverpool -
Bilbao
Club Friendlies
Tottenham -
Juventus
Championship
Aston Villa -
Hull
Ligue 1
Lyon -
Straßburg
Ligue 1
Metz -
Guingamp
Ligue 1
Montpellier -
Caen
Ligue 1
St. Etienne -
Nizza
Ligue 1
Troyes -
Rennes
CSL
Shanghai SIPG -
Tianjin Quanjian
First Division A
Gent -
Antwerpen
Ligue 1
Lille -
Nantes
Allsvenskan
Sundsvall -
Östersunds
Club Friendlies
SC Freiburg -
Turin
Ligue 1
Angers -
Bordeaux
Club Friendlies
Brighton -
Atletico Madrid
Championship
Bolton -
Leeds
First Division A
Anderlecht -
Oostende
1. HNL
Dinamo Zagreb -
Hajduk
Club Friendlies
Inter Mailand -
Villarreal
Copa Libertadores
River Plate -
Guarani
J1 League
Shimizu -
Osaka
J1 League
Kobe -
Kashima
League Cup
Colchester -
Aston Villa
Copa Libertadores
Gremio -
Godoy Cruz
Club Friendlies
Sevilla -
AS Rom
Copa Libertadores
Botafogo -
Nacional

Bagdad - Fünf Jahre nach dem Einmarsch der US-Armee sind die einst so stolzen irakischen Fußball-Klubs fast in Vergessenheit geraten. Zu den wenigen Spielen, die noch stattfinden, kommt kaum noch jemand, weil die Fans Angst vor Sprengstoffanschlägen haben.

Da die Iraker aber mindestens genauso fußballverrückt sind wie der Rest der arabischen Welt, haben sie sich ihre Helden andernorts gesucht: Unter den Weltklasse-Spielern der Champions League.

Vor allem die beiden spanischen Klubs FC Barcelona und Real Madrid haben es den Menschen an Euphrat und Tigris angetan. In der Ära von Ex-Präsident Saddam Hussein hatten die Iraker die Spiele der europäischen Ligen nur schlecht verfolgen können.

Verrückt nach Barca

Es gab keine Live-Übertragungen. Der Empfang von Satellitenfernsehen war bei Strafe verboten.

"Ich bin ganz verrückt nach dem FC Barcelona", gesteht Ahmed (22), der in Bagdads Al-Kifah-Viertel als Verkäufer arbeitet. Der junge Mann, der sein Schlafzimmer mit Postern seines Lieblingsvereins gepflastert hat, verpasst kein Spiel.

Seine Helden heißen nicht Abdullah oder Dschasim, sondern Ronaldinho, Lionel Messi und Samuel Eto'o. Der junge Mann ist sogar abergläubisch, wenn es um Barcelona geht.

Vater bringt Unglück

"Meinem Vater sage ich, er darf nicht neben mir sitzen, wenn Barcelona spielt, denn ich glaube, er bringt mir Unglück und dann verlieren sie."

Wenn Barcelona ein Spiel gewinnt, verteilen Ahmed und seine Freunde nach arabischer Sitte Süßigkeiten auf der Straße, um den Sieg zu feiern.

Wenn der Klub verliert, schaltet der Verkäufer sein Mobiltelefon aus, damit er keine hämischen SMS von irakischen Real-Madrid-Fans empfangen kann.

Zur Fangemeinde von Real in Bagdad gehört Rafid Abdul Baki (33). Der Beamte, der im Al-Sajuna-Viertel in der Nähe des großen Stadions wohnt, hatte in seiner Jugend mit einem Onkel die Spiele des irakischen Klubs Al-Kuwa al-Dschawija (Verein der Luftwaffe) besucht.

Angst vor Anschlägen

Die beiden Männer reisten ihrem Lieblingsklub damals quer durch alle Provinzen hinterher. "Heute gehe ich aus Angst vor Explosionen gar nicht mehr ins Stadion", sagt er bedauernd. Stattdessen verfolgt er am Bildschirm jedes Spiel von Real Madrid.

"Das Publikum geht nicht mehr in die Stadien, weil die großen irakischen Spieler alle ausgewandert sind, sie spielen jetzt bei den arabischen Klubs am Golf oder im Iran", seufzt Ibrahim Al-Schaichali.

"Es gibt auch keine Meisterschaftsspiele der ersten Liga mehr." Der 57-jährige Rentner aus Bagdad findet es deshalb nur natürlich, dass sich die fußballbegeisterten Iraker im Ausland Klubs gesucht haben, die sie anfeuern können - von Barcelona über Madrid bis zu Manchester United und Bayern München.

Nationalmannschaft vereint

Nur wenn die irakische Nationalmannschaft spielt, dann drücken von Basra bis Mossul alle dem gleichen Team die Daumen.

Doch im Irak liegen Freude und Leid oft nah beieinander. Als die Nationalelf im vergangenen Sommer die Asienmeisterschaft gewann, nutzten Extremisten die Partystimmung aus den Straßen aus, um Anschläge auf die jubelnden Fans zu verüben.

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung