Mittwoch, 30.01.2008

Wird Kanu Spieler-Trainer?

Vogts trotz Viertelfinale weiter in der Kritik

Accra/Ghana - Berti Vogts hat vorerst den Kopf aus der Schlinge gezogen, aber der Druck auf den ehemaligen Bundestrainer bleibt unverändert groß.

Berti Vogts
© DPA

Auch nach dem 2:0 der nigerianischen Nationalmannschaft gegen Benin und dem Erreichen des Viertelfinales beim Afrika-Cup gegen Gastgeber Ghana hat der Deutsche weiter einen schweren Stand.

Der Vorsitzende des Verbandes der Delta Region, Amaju Pinnick, forderte, dass Kapitän Nwankwo Kanu sofort als Spieler-Trainer arbeiten solle. 

Vogts blieb PK fern 

"Nur der Vorsitzende des nationalen Verbandes hält noch zu Vogts. Alle anderen sagen, er sollte zurücktreten. Vogts' Art und Weise ist nicht unsere Art und Weise", sagte Pinnick.

Nach dem Spiel, das Nigeria durch Tore vom Chelsea-Legionär John Obi Mikel (52.) und Yakubu Ayegbeni (FC Everton/86.) noch für sich entscheiden konnte, verschwand Vogts sehr schnell aus dem Stadion von Sekondi-Takoradi.

Während sich die Kicker auf dem Spielfeld ausgiebig von den Fans feiern ließen, fehlte Vogts. Auch der Pressekonferenz blieb er fern. Stattdessen schickte er Assistent Augustine Eguavoen und Mikel Obi.

Vogts rechtfertigte am Tag danach sein Fernbleiben mit den ständigen Attacken der nigerianischen Medien gegen seine Person.

"Das habe ich nicht nötig" 

"Würden Journalisten mit einem schwarzen Trainer so umgehen, glaube ich, dass man von Rassismus sprechen würde", sagte Vogts in "Eurosport" und ergänzte: "Was da ablief, das habe ich nicht nötig. Ich habe zur internationalen Presse gesprochen und bin nach wie vor offen für alle anderen Medien."

Auf die Frage, ob er noch die volle Rückendeckung durch den Sportminister und die Verbandsspitze besitze, sagte er dem TV-Sender: "Das weiß ich nicht und das interessiert mich auch nicht. Ich muss versuchen, die Mannschaft bestmöglich vorzubereiten. Alles andere entscheide ich ganz alleine. Ich bin aus dem Alter raus, um mir über Spekulationen Gedanken zu machen."

Feindselige nigerianische Presse

Dass die Kritik nach dem 0:1 gegen die Elfenbeinküste und dem 0:0 gegen Mali nicht spurlos an Vogts vorbeigegangen war, war schon vor dem Schicksalsspiel gegen die von seinem deutschen Trainerkollegen Reinhard Fabisch trainierte Mannschaft Benins klar.

Vogts hatte sich einer feindseligen nigerianischen Presse gestellt. Auf die Frage, ob er zurücktreten werde, hatte er genervt geantwortet: "Ich fliege nach dem Turnier nach Deutschland. Und dort werde ich über alles nachdenken - vor allem über euch Journalisten."

Nur die Schützenhilfe der Elfenbeinküste beim 3:0 über Mali bewahrte Nigeria vor dem ersten Vorrunden-Aus beim Afrika-Cup seit 1982. Bei einem Unentschieden wäre Mali weitergekommen, so rutschte Nigeria dank des besseren Torverhältnisses unter die besten Acht.

"Ein Wunder"

"Wir benötigten so etwas wie ein Wunder und es passierte", sagte Stürmer Osaze Odemwingie. Obi erklärte, dass das Team trotz der herben Kritik immer ans Weiterkommen geglaubt habe.

"Wir haben bisher nicht schlecht gespielt. Wir haben die besten Spieler des Turniers. Im Viertelfinale wird es gegen den Gastgeber sicher nicht einfach, aber auch das können wir gewinnen."

Für Fabisch und sein Team ist das Turnier früh beendet. Auch er wird nach Deutschland fliegen, um seine Situation zu überdenken. "Ich wollte zwar zuerst direkt nach dem Spiel zurück; nun müssen wir aber erst zu einem Empfang beim Staatspräsidenten, dem ich natürlich nicht fernbleiben kann.

Wie es dann weitergeht, sehen wir später. Ich habe einen Zweijahresvertrag, von dem ist mal gerade ein Monat vorbei."


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