Afrika-Cup

Vogts hofft auf Krampflöser

SID
Sonntag, 20.01.2008 | 13:01 Uhr
Berti Vogts
© DPA
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Accra - Gleich das erste Gipfeltreffen beim 26. Afrika-Cup wird für Nigerias Trainer Berti Vogts zum Stresstest: Der Großauftrag Titelgewinn beginnt für seine hoch gehandelten Super Eagles in Sekondi-Takoradi/Ghana mit dem Duell der Favoriten gegen die Elfenbeinküste.

Und Vogts fordert als Krampflöser sofort einen Sieg. Zwölf Jahre nach Nigerias letztem Titel bei der kontinentalen Fußball-Meisterschaft soll der ehemalige "Bundes-Berti" als Vordenker des sensiblen Star-Ensembles schließlich die Dürreperiode beenden.

"Das Land erwartet den Titelgewinn - ohne Gegentor", erklärte Vogts, "aber nicht nur das ganze Land erwartet das von uns, wir wollen es auch."

Ob das "Versprechen der spielerischen Leidenschaft" (L'Equipe) tatsächlich zum spritzigen Genuss-Spiel wird, hängt vor allem von der Laune der Stars ab.

Premier-League-Stars als Taktgeber 

Die Nigerianer werden von Kapitän Nwankwo Kanu (FC Portsmouth), bereits zum fünften Mal beim Turnier dabei, und seinen Premier League-Kollegen John Obi Mikel (FC Chelsea) und Obafemi Martins (Newcastle United) angeführt. Die Ivorer setzen auf die Klasse ihres Pulsgebers Didier Drogba (FC Chelsea), der nach dem Rücktritt von Coach Ulli Stielike in der letzten Vorbereitungsphase verhindert hat, dass aus der Mannschaft ein Panikorchester wird.

Seine Zuspieler Boubacar Sanogo (Werder Bremen) und Arthur Boka (VfB Stuttgart), zwei von zwölf Bundesliga-Assen in Ghana, wollen unter Stielike-Nachfolger Gerard Gili zur weiteren Nervenberuhigung des Teams beitragen.

Drogba freut sich auf Härtetest 

"Gleich gegen den Topfavoriten spielen zu müssen, hat auch etwas Positives. Man weiß sofort, wo man steht", sagte Drogba. Nach der langwierigen Knieverletzung des 29-Jährigen und dem kurzfristigen Ausscheiden von Stielike wegen der Krankheit seines Sohnes ist die Elfenbeinküste auf der Suche nach einem guten Gefühl.

Nigeria hat andere Sorgen. "Wir sind Mitfavorit und wir haben eine starke Mannschaft und hohe Qualität. Zu Gott brauchen wir deshalb nicht zu beten. Wir können ihm jedoch danken, wenn wir den Titel gewonnen haben", sinnierte Vogts, warnte aber vor "Übermut".

Mali und Benin weitere Gegner

Vier Tage nach der richtungsweisenden Auftaktpartie wartet Außenseiter Mali mit den Spitzenspielern Mahamadou Diarra (Real Madrid), Seydou Keita und Frédéric Kanouté (beide FC Sevilla) auf sein Team. Zum Abschluss der Vorrunde in der Gruppe B geht es gegen Benin mit dem deutschen Coach Reinhard Fabisch, einer von drei deutschen Verantwortlichen beim "African Cup of Nations", von den Veranstaltern verheißungsvoll als "gemeinsame Leidenschaft am Mittelpunkt der Erde" verkauft.

"Seit der WM 2006 sind deutsche Trainer wieder weltweit gefragt. Die Klubs und Verbände gehen eben mit der Mode", sagte Kameruns Trainer Otto Pfister der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Verlegung des Turniers denkbar 

Selbst der allmächtige Präsident des Kontinentalverbandes (CAF), Issa Hayatou, wehrt sich nicht mehr gegen Entwicklungen im Weltfußball.

Nach jahrelangem Drängen des Weltverbandes FIFA und zahlreicher Klub-Bosse erklärte er bereits vor dem Eröffnungsspiel am Sonntag zwischen Gastgeber Ghana und Guinea, er halte eine Verlegung des Turniers in ungerade Jahre für "denkbar". So würde das Schaulaufen seiner Lieblinge wenigstens nicht mehr alle vier Jahre mit der WM kollidieren. "Das können wir ändern", verkündete Hayatou.

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