Montag, 14.01.2008

Afrika-Cup

Berti Vogts zum Erfolg verdammt

Marbella - Berti Vogts steht als Nationaltrainer von Nigeria bei seiner erste Bewährungsprobe unter Druck. Beim Afrika-Cup in Ghana ist der 61-Jährige zum Erfolg verdammt.

Berti Vogts
© DPA

"Das Land erwartet den Titelgewinn - ohne Gegentor. Doch nicht nur das ganze Land erwartet das von uns, wir wollen es auch", sagte er im Trainingslager in Marbella.

Meldungen über angeblich unzumutbare Arbeitsbedingungen und ausstehende Gehaltszahlungen wies er zurück. "Wir haben alles, was wir brauchen. Mein letztes Gehalt ist am 20. Dezember gekommen, ein schönes Weihnachtsgeschenk", berichtete Vogts.

Mitgefühl mit Stielike

Mit großer Betroffenheit hat er auf den Rücktritt von Ulli Stielike als Trainer der Elfenbeinküste reagiert, der seinem schwer erkrankten Sohn zur Seite stehen will.

Das Land ist Auftaktgegner Nigerias am 21. Januar. "Das Spiel tritt in den Hintergrund. Da braucht man nicht lange über sportliche Dinge zu reden. Er hat unser Mitgefühl", sagte Vogts vor der Schlüsselpartie um Platz eins in der Gruppe B, in der noch Benin und Mali spielen werden.

Wie hoch die Erwartungen in Nigeria sind, das zuletzt 1996 den Afrika-Cup gewann, macht der eigens nach Marbella angereiste nigerianische Sportminister Abdulrahman Hassan Gimba klar: "Wir geben euch alles, was ihr braucht. Tut uns aber den Gefallen und holt den Titel." Zuletzt erreichten die "Super Eagles" 2004 und 2006 jeweils den dritten Platz.

"Eine Mischung aus beiden Ländern"

Für Vogts, der einen Vertrag bis 2010 unterschrieben hat, ist die Weltmeisterschaft in gut zwei Jahren in Südafrika die "letzte Chance Afrikas, den südamerikanischen Fußball anzugreifen".

Nigeria, Ghana oder die Elfenbeinküste würden die Eleganz und Schönheit der Spielweise Brasiliens und Argentiniens vereinen, urteilt Vogts. "Das ist eine Mischung aus diesen beiden Ländern."

Limitierender Faktor sei die mangelnde Organisation in den afrikanischen Fußball- Verbänden. "Wenn der nigerianische Fußball-Verband so organisiert wäre wie der DFB, dann wäre Nigeria in den letzten zwölf Jahren jeweils ins WM-Halbfinale gekommen", glaubt Vogts.

DFB-Elf fehlt noch zehn Prozent 

Der deutschen Nationalmannschaft attestiert er, "auf sehr gutem Weg" zu sein, schränkt indes ein: "Große Mannschaften müssen aber auch Titel holen. WM-Dritter zu sein, dass hat Chile 1962 bei der Heim-WM auch geschafft."

Dem DFB-Team fehlten noch "zehn Prozent zur Weltklasse. Jetzt müssen sie auf ein anderes Level kommen." Dass die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw nach der souveränen EM- Qualifikation in Österreich und der Schweiz im Juni den Titel locker gewinnen kann, glaubt er nicht. "So einfach wird es nicht, die Erwartungen sind aber so."

Bundesliga-Rückkehr kein Thema

Kein Verdruss bereitet ihm, dass die Früchte der von ihm intensivierten Talentförderung im Deutschen Fußball-Bund (DFB) nun andere ernten. "Mein entwickeltes Papier liegt beim DFB und wurde zu 60 Prozent umgesetzt", sagte Vogts.

"Soll ich nun den Präsidenten anrufen und fordern, dass mein Name erwähnt werden soll? Die Leute beim DFB wissen das sowieso." Eine Rückkehr in den deutschen Fußball ist für 96-maligen Nationalspieler, der zuletzt 2000/2001 ein Kurz- Engagement in der Bundesliga bei Bayer 04 Leverkusen hatte, kein Thema: "Die Frage stellt sich nicht, weil ich in Nigeria einen Vertrag bis 2010 habe", stellte Vogts klar.


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