Die Zukunft des Fußballs

Kostbarkeiten im Teenie-Alter

Von Andreas Lehner
Mittwoch, 16.01.2008 | 12:00 Uhr
Lulinha, Brasilien
© Getty
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München - Was haben Toni Kroos, Theo Walcott, Bojan Krkic und Giovani dos Santos gemeinsam? Sie alle sind jung, hochtalentiert, spielen bei einem europäischen Spitzenklub und stehen mit ihren jungen Jahren schon im Rampenlicht.

Mit Bayerns neuem Abwehrjuwel Breno und dem zum HSV gewechselten Macauley Chrisantus traten weitere Talente ins öffentliche Bewusstsein.

Doch auch abseits der fußballerischen Großmächte schlummert noch eine Vielzahl von vielversprechenden Talenten rund um den Globus. Grund genug, einige der möglichen Superstars der Zukunft genauer unter die Lupe zu nehmen.

Gareth Bale (Tottenham Hotspur/Wales/18 Jahre)

Die Ähnlichkeiten zwischen Ryan Giggs und Gareth Bale sind frappierend. Beide kommen aus Cardiff, beide sind Linksfüßer und beide wurden die jüngsten Nationalspieler ihrer Zeit.

Allerdings ist Bale Linksverteidiger. Doch auch hier überzeugt er mit starken Dribblings, gezwirbelten Flanken und enormem Einsatz.

Er besticht durch seine robuste, risikofreudige aber zugleich abgeklärte Spielweise.

Bale, der mit 16 Jahren und 315 Tagen zum jüngsten Auswahlspieler in der walisischen Geschichte wurde, wechselte vor der Saison für rund 15 Millionen Euro von Southampton zu Tottenham Hotspur und schlug dabei Angebote von Manchester United, Arsenal, Liverpool und Real Madrid aus.

Lulinha (Corinthians Sao Paulo/Brasilien/17 Jahre)

Auch hier kurz ein Vergleich zu einem berühmten Landsmann: Ronaldinho - mehr braucht man eigentlich nicht zu sagen. Aber verlieren wir doch ruhig ein paar Worte über seine Fähigkeiten.

Lulinha ist ein Dribbelkünstler, hat darüber hinaus das Gespür und das Auge für den finalen Pass und einen ausgeprägten Torriecher. Der 17-Jährige fühlt sich als offensiver Mittelfeldspieler ebenso wohl wie als zweite Spitze.

Bei der südamerikanischen U-17-Meisterschaft erzielte er satte zwölf Tore und bereitete noch eine Vielzahl an Treffern vor. Kein Wunder, dass er bei europäischen Top-Klubs wie Real Madrid, Milan, Inter und Chelsea auf dem Zettel steht. Und auch der FC Barcelona würde ihn zusammen mit Bojan, Lionel Messi und Giovani lieber früher als später im Camp Nou sehen.

Doch trotz des Abstiegs der Corinthians hat Lulinha seinen Vertrag bis Ende 2012 verlängert. Die festgeschriebene Ablösesumme ist auf rund 50 Millionen US-Dollar festgeschrieben.

Rabiu Ibrahim (Sporting Lissabon/Nigeria/16 Jahre)

In Nigeria gilt der 1,87 Meter große Spielmacher als legitimer Nachfolger von Jay-Jay Okocha. Nicht nur, weil er in den Jugendnationalteams die Rückennummer zehn trägt. Auch die Spielweise erinnert einfach an den legendären Landsmann.

Ibrahim besticht durch trickreiche Tempodribblings und tödliche Pässe aus dem Nichts. Er gilt als Spielmacher der alten Schule, der auch mit langen, präzisen Bällen eine Defensive aushebeln kann. Wie Okocha glänzt er mit herausragender Spielübersicht, knallhartem Schuss und Dribblings, garniert mit atemberaubenden Tricks.

Nachdem er mit der U 17 Weltmeister geworden war, wechselte er zu Sporting Lissabon, um sich dort wie Luis Figo, Cristiano Ronaldo oder Nani den letzten Schliff zu holen.

Carlos Vela (CA Osasuna/Mexiko/18 Jahre)

Zusammen mit Giovani steht Carlos Vela für die Zukunft im mexikanischen Fußball. Beim Triumph der mexikanischen U 17 bei der WM 2005, als er mit fünf Toren der überragende Mann war, holte er sich den Goldenen Schuh als bester Spieler des Turniers.

Anschließend wechselte der Vollblutstürmer für drei Millionen Euro zum FC Arsenal. Um ihm die Eingewöhnung in Europa zu erleichtern, liehen ihn die Gunners zunächst an Celta Vigo, UD Salamanca und aktuell an CA Osasuna aus.

Dies liegt allerdings nicht daran, dass Arsene Wenger nicht auf den Mexikaner setzen würde, sondern viel mehr an den englischen Gesetzen, die die Erteilung einer Arbeitserlaubnis bisher verhindert haben.

Fran Merida (Real Sociedad/Spanien/17 Jahre)

Und noch einer, den der FC Arsenal erstmal verliehen hat, um ihn im Exil reifen zu lassen. 2006 war Merida nach Cesc Fabregas der zweite talentierte Mittelfeldspieler, der die Jugendakademie des FC Barcelona, La Masia, verließ, um bei den Gunners sein Glück zu versuchen.

Dass die Katalanen darüber nicht glücklich waren, liegt auf der Hand, und so entwickelte sich ein Rechtsstreit zwischen beiden Klubs. Arsenal musste schließlich 3,2 Millionen Euro Ausbildungsentschädigung an Barca nachzahlen.

Ziemlich viel Geld für einen damals 16-Jährigen. Doch Arsene Wenger ist überzeugt von der Klasse des offensiven Mittelfeldspielers mit dem starken linken Fuß. Merida überzeugt durch seine kraftvolle, ausdauernde Spielweise und seinem Zug zum Tor.

Da in Arsenals Star-Ensemble im Moment aber noch kein Platz für den Spanier ist, wurde er im Januar an Real Sociedad ausgeliehen, um dort Spielpraxis zu sammeln.

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