Patrick Kluivert in Lille

Es war einmal ein Superstar

Von Alexis Menuge
Donnerstag, 17.01.2008 | 15:57 Uhr
kluivert, patrick, lille
© Imago
Advertisement
Ligue 1
Amiens -
Lille
Serie A
Hellas Verona -
Bologna
Premier League
Brighton -
Stoke
Primera División
Eibar -
Real Betis
Copa Sudamericana
Libertad -
Independiente
Championship
Ipswich -
Sheffield Wed
Copa Libertadores
Gremio -
Lanus
Indian Super League
Chennai -
NorthEast United
Copa Sudamericana
Flamengo -
Junior
Indian Super League
Kerala -
Jamshedpur
Ligue 1
St. Etienne -
Straßburg
Premiership
Dundee -
Rangers
Premier League
West Ham -
Leicester
Primera División
Celta Vigo -
Leganes
A-League
FC Sydney -
Brisbane
Primera División
Alaves -
Eibar
Championship
Barnsley -
Leeds
Serie A
Bologna -
Sampdoria
Championship
Norwich -
Preston
Primera División
Real Madrid -
Malaga
Ligue 1
Rennes -
Nantes
Serie A
Chievo Verona -
SPAL
Serie A
Sassuolo -
Hellas Verona
Premier League
Liverpool -
Chelsea
Primera División
Real Betis -
Girona
Championship
Sheff Utd -
Birmingham
Ligue 1
Caen -
Bordeaux
Ligue 1
Dijon -
Toulouse
Ligue 1
Metz -
Amiens
Ligue 1
Montpellier -
Lille
Ligue 1
Troyes -
Angers
Premier League
Tottenham -
West Bromwich (DELAYED)
Primera División
Levante -
Atletico Madrid
Premier League
Swansea -
Bournemouth (DELAYED)
Premier League
Crystal Palace -
Stoke (DELAYED)
Premier League
Man United -
Brighton (DELAYED)
Premier League
Newcastle -
Watford (DELAYED)
J1 League
Cerezo Osaka -
Kobe
J1 League
Kashima -
Kashiwa
Primera División
La Coruna -
Bilbao
Eredivisie
Excelsior -
PSV
Premier League
Southampton -
Everton
Super Liga
Cukaricki -
Roter Stern
Ligue 1
Nizza -
Lyon
Serie A
Genua -
AS Rom
Serie A
AC Mailand -
FC Turin
Serie A
Udinese -
Neapel
Primera División
Real Sociedad -
Las Palmas
Ligue 1
Marseille -
Guingamp
Premier League
Huddersfield -
Man City
Serie A
Lazio -
Florenz
Primera División
Villarreal -
Sevilla
Premier League
Burnley -
Arsenal (DELAYED)
First Division A
Brügge -
Zulte-Waregem
Primera División
Valencia -
Barcelona
Serie A
Juventus -
Sampdoria
Ligue 1
Monaco -
PSG
Primeira Liga
Benfica -
Setubal
Superliga
River Plate -
Newell's Old Boys
Premier League
Spartak -
Zenit
Serie A
Atalanta -
Benevento
Championship
QPR -
Brentford
Primera División
Espanyol -
Getafe
Ligue 1
Amiens -
Dijon
Ligue 1
Straßburg -
Caen
Coppa Italia
Sampdoria -
Pescara
Ligue 1
Bordeaux -
St. Etienne
Premier League
Watford -
Man United
Copa del Rey
Real Madrid -
Fuenlabrada
Premier League
Brighton -
Crystal Palace (DELAYED)
Premier League
West Bromwich -
Newcastle (DELAYED)
Premier League
Leicester -
Tottenham (DELAYED)
Copa Sudamericana
Independiente -
Libertad
Coppa Italia
Chievo Verona -
Hellas Verona
Ligue 1
Angers -
Rennes
Ligue 1
Guingamp -
Montpellier
Ligue 1
Lyon -
Lille
Ligue 1
Metz -
Marseille
Ligue 1
Nantes -
Monaco
Ligue 1
Toulouse -
Nizza
Copa del Rey
Barcelona -
Murcia
Premiership
Rangers -
Aberdeen
Cup
Anderlecht -
Lüttich
Ligue 1
PSG -
Troyes
Premier League
Stoke -
Liverpool
Copa del Rey
Atletico Madrid -
Elche
Premier League
Bournemouth -
Burnley (DELAYED)
Premier League
Arsenal -
Huddersfield (DELAYED)
Premier League
Man City -
Southampton (DELAYED)
Premier League
Everton -
West Ham (DELAYED)
Premier League
Chelsea -
Swansea (DELAYED)
Copa Libertadores
Lanus -
Gremio
Indian Super League
Goa -
Bengaluru
Coppa Italia
Udinese -
Perugia
Copa del Rey
Villarreal -
Ponferradina
Cup
Zulte-Waregem -
Brügge
Coppa Italia
Genua -
Crotone
Copa Sudamericana
Junior -
Flamengo
Indian Super League
Jamshedpur -
Kalkutta
Serie A
AS Rom -
SPAL
Primeira Liga
Sporting -
Belenenses
Ligue 1
Dijon -
Bordeaux
Serie A
Neapel -
Juventus
Championship
Leeds -
Aston Villa
Primera División
Malaga -
Levante
Primeira Liga
Porto -
Benfica
J1 League
Iwata -
Kashima
J1 League
Kobe -
Shimizu
A-League
Newcastle -
Melbourne City
Primera División
Barcelona -
Celta Vigo
Premier League
Lok Moskau -
Kasan
Primera División
Atletico Madrid -
Real Sociedad
Ligue 1
Straßburg -
PSG
Premier League
Arsenal -
Man Utd
Primera División
Sevilla -
La Coruna
Ligue 1
Lille -
Toulouse
Premier League
Watford -
Tottenham (DELAYED)
Primera División
Bilbao -
Real Madrid
Premier League
West Brom -
Crystal Palace (DELAYED)
Primera División
Leganes -
Villarreal
Serie A
Benevento -
AC Mailand
Premiership
Aberdeen -
Rangers
Eredivisie
PSV -
Sparta
Premier League
Bournemouth -
Southampton
Ligue 1
St. Etienne -
Nantes
Serie A
Bologna -
Cagliari
Serie A
Florenz -
Sassuolo
Serie A
Inter Mailand -
Chievo Verona
Primera División
Getafe -
Valencia
Ligue 1
Caen -
Lyon
Premier League
Man City -
West Ham
First Division A
Zulte-Waregem -
Gent
Serie A
Sampdoria -
Lazio
Ligue 1
Montpellier -
Marseille
Superliga
Boca Juniors -
Arsenal

München/Lille - Im Norden Frankreichs, auf dem Trainingsgelände von Camphin-En-Pevele, dreht ein Mann seine Runden. Er wirkt langsam, fast behäbig, sein rechtes Knie ist angeschwollen. Nach zehn Minuten Lauftraining scheint er völlig erschöpft.

Sein Körper sieht schwerfällig aus, seine Backen sind dick. Doch sein Gesicht trägt altbekannte Züge: Es ist Patrick Kluivert (Steckbrief). Der einstige niederländische Superstar steht seit vier Monaten beim französischen Erstligisten OSC Lille unter Vertrag.

Allerdings schleppt er ganz offensichtlich einige Kilos zu viel mit sich herum, und er ist meilenweit von seiner Topform aus früheren Zeiten entfernt. Nach Weltvereinen wie Ajax Amsterdam, AC Mailand, Barcelona, Valencia, Newcastle und zuletzt Eindhoven hatte er im letzten Sommer keine große Auswahl, nachdem seine Zeit beim PSV unter Trainer Ronald Koeman endgültig abgelaufen war.

Beide sprachen monatelang nicht miteinander, weil der "große Blonde" nicht mehr auf Kluivert setzte und ihm mangelnde Fitness vorwarf. Neben Klubs aus den Emiraten waren dann auch Lille und angeblich sogar Hansa Rostock an ihm interessiert.

Bescheiden, aber empfindlich

"Wäre es nur wegen des Geldes gewesen, dann hätte ich sicherlich in den Emiraten unterschrieben. Doch die Herausforderung in Lille gefiel mir, weil der Verein mich brauchte, um die jungen Spieler zu führen. Außerdem spielte Lille in den letzten Jahren zwei Mal in der Champions League. Und schließlich sind hier die Arbeitsbedingungen sehr modern. Auf jeden Fall besser als in Eindhoven", teilte Kluivert kürzlich mit.

Doch der wahre Grund für seinen Transfer nach Frankreich: Die Metropole aus der Region Pas-de-Calais liegt nur drei Autostunden von Amsterdam entfernt, wo drei seiner vier Kinder derzeit leben.

Und bisher zeigt der Holländer auch keinerlei Star-Allüren. Er ist eher nett und bescheiden gegenüber seinen Teamkollegen. Empfindlich wirkt er lediglich bei manchen Interviews.

Tragische Vergangenheit

Dabei kam es schon mal vor, dass er einen Journalisten nach ein paar Fragen einfach stehen ließ, nachdem die zwei für ihn tragischen Themen aus seiner Vergangenheit zum Gegenstand des Gesprächs wurden.

Einmal verursachte Kluivert in Amsterdam einen tödlichen Unfall, bei dem er selbst betrunken am Steuer saß. Und er war in einer Vergewaltigungs-Affäre verwickelt. Das Verfahren wurde letztlich eingestellt.

Doch darüber will Kluivert heute nicht mehr sprechen. Er will sich rein aufs Sportliche konzentrieren.

"Es ist meine Schuld"

Nach vier Monaten allerdings ist seine diesbezügliche Bilanz alles andere als beeindruckend.  Lille ist akut abstiegsgefährdet (Platz 17). Und Kluivert zeigt bei Weitem mehr schwache als starke Spiele. Was er auch unumwunden zugibt: "Mit nur zwei Toren in sieben Liga-Partien kann ich natürlich nicht zufrieden sein. Es ist vor allem meine Schuld dass Lille so schlecht da steht."

Lille-Trainer Claude Puel ließ Kluivert noch kein einziges Mal durchspielen. Zuletzt holte er den Holländer zwei Mal bereits nach einer halben Stunde vom Feld: Die Höchststrafe für den einstigen Weltstar, die ihn tief deprimierte und noch tiefer verärgerte.

Sein Noten-Schnitt in der französischen Sport-Zeitung "l'equipe" allerdings spricht für sich: Eine glatte 5! Bitter für einen Mann, der sich heute mit einem Monats-Gehalt von "nur" 45.000 € brutto zufrieden geben muss.

Der letzte große Traum

Nicht einmal in Lille ist Kluivert Spitzenverdiener. Doch er will sich nicht hängen lassen und kündigt an: "Ich will es noch einmal allen zeigen. Und außerdem: Ich wiege nicht mehr als ich wiegen muss. Ich bin fit. Ich esse völlig gesund. Ich habe keine Defizite."

Kluivert, der allein mehr Titel gewonnen hat als der gesamte Verein Lille in seiner ganzen Geschichte, hat noch immer einen großen Traum: Allen Kritikern zum Trotz, peilt er nämlich die kommende Europameisterschaft an!

"Wenn es mit Lille gut läuft, und ich meine Leistung zeige, dann werde ich auch zur EM mitfahren", glaubt er selbstbewusst. Außer ihm jedoch glaubt das kaum jemand: Seit 2004 hat Kluivert nicht mehr das Oranje-Trikot getragen.

Trauriges Ende in den Emiraten

Auch wenn Kluivert insgesamt 40 Treffer in 79 Länderspielen erzielt hat, trennen ihn heute Welten von den Konkurrenten aus der Nationalmannschaft wie zum Beispiel Ruud van Nistelrooy, der bei Real Madrid nach wie vor ein Tor nach dem anderen erzielt.

Und Kluivert weiß selbst nur zu genau: "Ich bin heute 31. Ich habe in meiner Karriere viele Spiele bestritten, und im konditionellen Bereich kann ich nicht mehr so viel tun wie früher." Sein Vertrag läuft in fünf Monaten aus. Und bis dato sind die Verantwortlichen von Lille nicht bereit, mit ihm zu verlängern.

"Ich möchte noch zwei Jahre spielen. Vielleicht dann in den Emiraten. Und irgendwann wird dann der Körper Stopp sagen", weiß Kluivert. In jeder Hinsicht ein trauriges Karriere-Ende für einen einstigen Weltstar.

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung