Bargeld auf Beinen

Von Stefan Moser
Mittwoch, 23.01.2008 | 11:28 Uhr
Elfenbeinküste, Afrika-Cup, Drogba
© Imago
Advertisement
League Cup
So25.02.
Bohnen-Alarm! Rocket Beans kommentieren das Finale
Six Nations
Sa24.02.
Nur was für richtig harte Kerle: Six Nations auf DAZN
J1 League
Tosu -
Kobe
Ligue 1
Straßburg -
Montpellier
Championship
Hull -
Sheffield Utd
Primera División
La Coruna -
Espanyol
Primera División
Celta Vigo -
Eibar
Premier League
Leicester -
Stoke
Premier League
Liverpool -
West Ham
Championship
Preston -
Ipswich
Primera División
Real Madrid -
Alaves
Ligue 1
Toulouse -
Monaco
Serie A
Bologna -
CFC Genua
Premier League
Watford -
Everton
Primera División
Leganes -
Las Palmas
Championship
Fulham -
Wolverhampton
Ligue 1
Dijon -
Caen
Ligue 1
Guingamp -
Metz
Ligue 1
Lille -
Angers
Ligue 1
Nantes -
Amiens
Ligue 1
Rennes -
Troyes
Premier League
West Bromwich -
Huddersfield (DELAYED)
Primera División
FC Barcelona -
Girona
Serie A
Inter Mailand -
Benevento
Primeira Liga
Pacos Ferreira -
Benfica
Premier League
Bournemouth -
Newcastle (DELAYED)
Premier League
Brighton -
Swansea (DELAYED)
Premier League
Burnley -
Southampton (DELAYED)
J2 League
Fukuoka -
Gifu
A-League
FC Sydney -
Sydney Wanderers
Primera División
Villarreal -
Getafe
Serie A
Florenz -
Chievo Verona
Eredivisie
Ajax -
Den Haag
Serie A
Crotone -
SPAL
Premier League
Crystal Palace -
Tottenham
Eredivisie
Feyenoord -
PSV
Premiership
Aberdeen -
Celtic
Super Liga
Partizan -
Zemun
Ligue 1
Bordeaux -
Nizza
Serie A
Sassuolo -
Lazio
Serie A
Hellas Verona -
FC Turin
Serie A
Sampdoria -
Udinese
Premier League
Man United -
Chelsea
Primera División
Bilbao -
Malaga
1. HNL
Rijeka -
Dinamo Zagreb
Ligue 1
Lyon -
St. Etienne
League Cup
Arsenal -
Man City
League Cup
Arsenal -
Man City (Rocket Beans)
First Division A
Lüttich -
Brügge
Serie A
Juventus -
Atalanta
Superliga
Kopenhagen -
Odense
Primera División
Valencia -
Real Sociedad
Primera División
FC Sevilla -
Atletico Madrid
Serie A
AS Rom -
AC Mailand
Ligue 1
PSG -
Marseille
Primeira Liga
Portimonense -
FC Porto
Superliga
Union SF -
Colon
Serie A
Cagliari -
Neapel
Primera División
Levante -
Real Betis
Cup
Akhisar -
Galatasaray
Cup
Akhisar -
Galatasaray (Türkischer Kommentar)
Primera División
Espanyol -
Real Madrid
Coupe de France
Les Herbiers -
Lens
Primera División
Girona -
Celta Vigo
Copa Libertadores
Montevideo -
Gremio
Super Liga
Radnicki Nis -
Partizan
Coppa Italia
Juventus -
Atalanta
Coupe de France
Chambly -
Straßburg
Primera División
Getafe -
La Coruna
Primera División
Bilbao -
Valencia
Primera División
Malaga -
FC Sevilla
Coppa Italia
Lazio -
AC Mailand
Coupe de France
PSG -
Marseille
Primera División
Atletico Madrid -
Leganes
Primera División
Eibar -
Villarreal
Indian Super League
Bengaluru -
Kerala
Cup
Besiktas -
Fenerbahce
Cup
Besiktas -
Fenerbahce (Türkischer Kommentar)
Primera División
Real Betis -
Real Sociedad
Superliga
Midtylland -
Bröndby
Premier League
Arsenal -
Man City
Primera División
Las Palmas -
FC Barcelona
Coupe de France
Caen -
Lyon
Primera División
Alaves -
Levante
A-League
Melbourne City -
Melbourne Victory
CSL
Guangzhou Evergrande -
Guangzhou R&F
Ligue 1
Nizza -
Lille
Ligue 1
Monaco -
Bordeaux
Championship
Dundee United -
St. Mirren
Championship
Middlesbrough -
Leeds
Primeira Liga
FC Porto -
Sporting
A-League
Newcastle -
FC Sydney
J1 League
Kobe -
Shimizu
Primera División
Villarreal -
Girona
Premier League
Burnley -
Everton
Serie A
SPAL -
Bologna
Championship
Nottingham -
Birmingham
Primera División
FC Sevilla -
Bilbao
Ligue 1
Troyes -
PSG
Serie A
Lazio -
Juventus
Eredivisie
PSV -
Utrecht
Premier League
Liverpool -
Newcastle
Primera División
Leganes -
Malaga
Primera División
La Coruna -
Eibar
Championship
Wolverhampton -
Reading
First Division A
FC Brügge -
Kortrijk
Ligue 1
Amiens -
Rennes
Ligue 1
Angers -
Guingamp
Ligue 1
Metz -
Toulouse
Ligue 1
St. Etienne -
Dijon
Premier League
Tottenham -
Huddersfield (DELAYED)
Primera División
Real Madrid -
Getafe
Serie A
Neapel -
AS Rom
Premier League
Leicester -
Bournemouth (DELAYED)
Premier League
Southampton -
Stoke (Delayed)
Premier League
Watford -
West Bromwich (Delayed)
Premier League
Swansea -
West Ham (DELAYED)
Primera División
Levante -
Espanyol
Serie A
CFC Genua -
Cagliari
League One
Blackburn -
Wigan
Super Liga
Partizan Belgrad -
Rad
Premier League
Lok Moskau -
Spartak Moskau
Eredivisie
Vitesse -
Ajax
Premier League
Brighton -
Arsenal
1. HNL
Dinamo Zagreb -
Slaven Belupo
Ligue 1
Caen -
Straßburg
Serie A
FC Turin -
Crotone
Serie A
Benevento -
Hellas Verona
Serie A
Atalanta -
Sampdoria
Serie A
Chievo Verona -
Sassuolo
Primera División
FC Barcelona -
Atletico Madrid
Primera División
Valencia -
Real Betis
Serie A
AC Mailand -
Inter Mailand
Ligue 1
Marseille -
Nantes
Premier League
Crystal Palace -
Man United
Primera División
Celta Vigo -
Las Palmas

München - Cash Crops, also "Geld-Früchte", so nennen Ökonomen in der Regel landwirtschaftliche Produkte, die in Entwicklungsländern nicht zur Versorgung der regionalen Bevölkerung sondern ausschließlich für den Verkauf und den Export angebaut werden.

Typische Cash Crops aus Afrika sind zum Beispiel Baumwolle, Bananen oder Kaffee, die Volkswirtschaft im westafrikanischen Guinea-Bissau etwa hängt zu 95 Prozent von der Ausfuhr von Erdnüssen ab.

Doch seit gut zwei Jahrzehnten spielt auch der Mensch als Exportware eine immer größere Rolle - vor allem dann, wenn er überdurchschnittlich gut mit einem Fußball umgehen kann.

Welche Größenordnung das ökonomische Potential von Fußballspielern inzwischen erreicht hat, zeigt ein Blick auf zwei Zahlen: Der aktuelle Kader, mit dem etwa die Elfenbeinküste in diesen Tagen als Mitfavorit auf den Titel um den Afrika-Cup spielt, hat einen geschätzten Marktwert von knapp 200 Millionen Euro, verteilt auf 23 Köpfe.

Das Bruttoinlandprodukt von Guinea-Bissau lag 2005 bei ungefähr 300 Millionen Euro - verteilt auf circa 1,5 Millionen Köpfe.

Moderner Menschenhandel

Afrikanische Fußballer sind zweifellos profitable Investitionsprojekte. Vor allem in den späten 80er und 90er Jahren des 20. Jahrhunderts entwickelte sich der Afrika-Cup daher zu einer regelrechten Transferbörse.

Alle zwei Jahre saßen dutzende von Scouts und Beratern aus Europa auf den Tribünen, beobachteten und analysierten die Spieler, pickten sich die vielversprechendsten Talente heraus und versuchten, sie in den europäischen Topligen Profit bringend zu vermitteln. Nicht ganz zu Unrecht machte das Wort vom "modernen Menschenhandel" die Runde.

Im Zuge der Globalisierung allerdings hat sich auch dieser Markt strategisch weiterentwickelt.

"So wie sich die Strukturen des modernen Fußballs in den europäischen Ligen in den letzten Jahren verändert haben, spielt der Afrika-Cup als Transferbörse heute nicht mehr die große Rolle", sagt Afrika-Experte Kurt Wachter vom Wiener Institut für Entwicklungsfragen und Zusammenarbeit (VIDC) im Gespräch mit SPOX.com.

"Spielerhandel gibt es weiterhin"

Denn: "Abgesehen vom Sudan, stehen annähernd 100 Prozent der Spieler, die in diesem Jahr in Ghana antreten, bereits bei europäischen Vereinen unter Vertrag."

Das bedeutet freilich nicht, dass europäische Vermittler nicht nach wie vor aus dem afrikanischen Fußball Kapital schlagen würden, im Gegenteil: "Das europäische Scouting-System greift inzwischen schon deutlich früher, also im Juniorenbereich", so Wachter. 

Viel interessant sind heute von daher etwa die U-17-Weltmeisterschaften: "Den Spielerhandel gibt es natürlich weiterhin, nur eben auf der Nachwuchsebene."

Dabei gehen die großen europäischen Vereine mittlerweile insgesamt deutlich systematischer vor. "Die setzen sich nicht einfach auf die Tribüne und picken sich per Zufall die Spieler heraus", beschreibt Wachter die gegenwärtige Strategie.

Millionäre aus dem Fußballinternat

Schon die Ausbildung  junger Talente "läuft nicht mehr über die lokalen Vereine sondern in erster Linie über Fußballschulen, die maßgeblich von Europäern finanziert und geleitet werden, um die Entwicklung der Spieler schon früh zu steuern." Dort, so Wachter, "werden Spieler wie Cash Crops für den europäischen Markt herangezüchtet."

Eine der erfolgreichsten Fußballschulen betreibt der ehemalige französische Nationalspieler Jean-Marc Guillou seit 1993 in Abijan, der Hauptstadt der Elfenbeinküste. Knapp die Hälfte der ivorschen Nationalmannschaft, die 2006 bei der WM in Deutschland teilnahm, rekrutierte sich aus dessen Nachwuchsprojekt ASEC.

Internationale Topstars wie Kolo Toure, Aruna Dindane, Salomon Kalou, Didier Zokora, Yaya Toure oder Emmanuel Eboue wurden in Guillous Internat ausgebildet. Sie alle schafften den Sprung nach Europa - und wurden damit zu Millionären.

Ausbeutung der "Rohstoffe"

Für die Spieler unzweifelhaft ein Segen, insgesamt aber sieht Wachter im Handel mit afrikanischen Spielern noch immer "durchaus koloniale Strukturen: Man nimmt sich die besten Rohstoffe, um sie dann in Europa zu veredeln, ohne dass allerdings wirklich ein Geldfluss zurück stattfinden würde."

Der Transfermarkt liegt fast ausschließlich in den Händen von Europäern, in Afrika selbst profitiert bestenfalls eine kleine Oberschicht. Doch in die Infrastruktur und die Entwicklung des afrikanischen Fußballs fließt praktisch kein Geld zurück.

"Selbst in großen Fußballländern, wie etwa in Ghana, haben die Ligen extrem wenige Ressourcen. Weil kaum Geld zurückfließt, hält die Entwicklung vor Ort mit Europa in keiner Weise Schritt", beschreibt Wachter die Situation.

Abgesehen von Südafrika und einigen nordafrikanischen Ländern wie Ägypten und Marokko gibt es in der Tat auch kaum einen professionellen Ligabetrieb. " Zwar leben auch Spieler in Ghana, Nigeria und Kamerun vom Fußballspielen, aber mit Erstliganiveau in Europa hat das nichts zu tun", sagt Wachter, ein gebürtiger Österreicher, und seufzt: "Auch nicht mit Ländern wie Österreich."

Kurt Wachter, geboren 1968 im österreichischen Dornbirn, ist seit 1999 Projektkoordinator des pan-europäischen Netzwerks "Football Against Racism in Europe" (FARE). Er studierte Ethologie und Afrikanistik in Wien und Cape Coast (Ghana). 1997 gründete er am Wiener Institut für Entwicklungsfragen und Zusammenarbeit (VIDC) die antirassistische Fußballkampagne "FairPlay. Viele Farben Ein Spiel". Wachter veröffentlichte diverse journalistische Arbeiten zu Fußball in Afrika und Antidiskriminierung im Sport. Wie schon in den vergangenen Jahren ist er auch 2008 beim Afrika-Cup in Ghana vor Ort.

Werbung
Dunkest - The American Fantasy Basketball by SPOX.com
Werbung
Werbung
Werbung