Mourinho attackiert Lieblingsfeind

"Wenger schadet dem englischen Fußball"

Von Thomas Gaber
Donnerstag, 15.11.2007 | 13:28 Uhr
© Imago
Advertisement
Serie A
Live
Atalanta -
AS Rom
Serie A
Bologna -
FC Turin
Serie A
Crotone -
AC Mailand
Serie A
Inter Mailand -
Florenz
Serie A
Lazio -
Ferrara
Serie A
Sampdoria -
Benevento
Serie A
Sassuolo -
Genua
Serie A
Udinese -
Chievo
Serie A
Benevento -
Bologna
Serie A
Genua -
Juventus
Serie A
AS Rom -
Inter Mailand
Serie A
Turin -
Sassuolo
Serie A
Chievo Verona -
Lazio
Serie A
Crotone -
Hellas Verona
Serie A
Florenz -
Genua
Serie A
AC Mailand- Cagliari
Serie A
Neapel -
Atalanta
Serie A
Spal -
Udinese

München - Dreieinhalb Jahre lang fütterte Jose Mourinho als Coach des FC Chelsea Sportjournalisten in aller Welt regelmäßig mit Sprüchen ("Erst kommt Gott und gleich danach komme ich"), wilden Verschwörungstheorien ("Die Schiedsrichter wollen Chelsea zerstören") und teilweise beleidigender Kritik an Trainer-Kollegen ("Arsene Wenger soll sich um seinen eigenen Scheiß kümmern").

Am 19. September 2007 wurde Mourinho entlassen und seitdem ist es ruhig geworden um den Portugiesen - von seinem angeblichen Interesse am Trainer-Job in Liverpool und der handgreiflichen Attacke auf einen Zwölfjährigen, der seine Tochter beleidigt haben soll. Mourinho hatte den Knaben an Haaren und Ohren gezogen, sich später aber in einem Brief für seine "emotionale Überreaktion" entschuldigt.

Am Dienstag entblößte Mourinho endlich wieder seine verbale Deckung und nahm Kurs auf seinen Lieblingsfeind Arsene Wenger. "Ich habe in drei Jahren mehr für den englischen Fußball getan als Wenger in elf Jahren", zitiert die Zeitung "Sun" den 44-Jährigen.

Wenger hat dem englischen Fußball geschadet 

Wengers Erfolg mit Arsenal sei in keiner Weise auf dessen tolle Jugendarbeit zurückzuführen.

"Die Leute sagen immer, nur Chelsea habe viel Geld für Spieler ausgegeben. Arsenal hat Thierry Henry gekauft, Marc Overmars, Dennis Bergkamp, Patrick Vieira, Emmanuel Petit und viele andere. Glauben Sie wirklich, die kamen für Peanuts? Mit diesen Spielern gewann Wenger die Meisterschaft, den Respekt der Leute und die Zeit, ein neues Team mit jungen Spielern aufzubauen", sagte Mourinho.

Generell habe Wenger ja nur ausländische Spieler gekauft und damit dem englischen Fußball geschadet. Mourinho: "Wir bei Chelsea haben eine ganz andere Politik verfolgt. Ich wollte den Erfolg mit englischen Spielern. Mit so vielen ausländischen Spielern bringt man sich bei den Fans in Misskredit."

350 Millionen Euro für 30 Spieler 

Eine recht seltsame Sicht der Dinge, Mourinho brachte allein bei Amtsantritt 2004 sieben ausländische Spieler mit nach London, darunter den Tschechen Petr Cech, den Holländer Arjen Robben und Didier Drogba von der Elfenbeinküste. Insgesamt holte Mourinho in seiner Zeit als Chelsea-Trainer fast 30 nicht-englische Spieler für einen Gesamtwert von zirka 350 Millionen Euro.

Die richtigen Spieler waren laut Mourinho aber nicht dabei. Der Hauptgrund für den Bruch mit Chelsea-Besitzer Roman Abramowitsch sei die unterschiedliche Ansicht in der Transferpolitik gewesen, so Mourinho.

"Mir waren die Hände gebunden. Ich bekam nicht die Spieler, die ich wollte. Abramowitsch wollte nur noch irgendwelche Spieler kaufen, um Geld auszugeben und sie dann irgendwohin wieder verkaufen, um Geld einzunehmen, das er dann wieder für neue Spieler ausgeben kann."

Das lassen wir jetzt einfach mal so stehen.

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung