Der Maestro zittert

Trapattoni in Salzburg unter Druck

Von dpa
Montag, 01.10.2007 | 14:51 Uhr
giovanni trapattoni
© Getty
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Salzburg - Die Bullen kämpfen für ihr Trainer-Original, doch nach dem höchst unglücklichen Saisonstart werden die Rufe nach der Ablösung von Giovanni Trapattoni in Salzburg immer lauter. 

Zwar stellte sich die Mannschaft der Red Bulls nach der bitteren 0:1- Heimniederlage gegen Tabellenführer Austria Wien hinter den Italiener. "Der Trainer wird weiterkämpfen, so wie wir auch", versprach der österreichische Nationalspieler Rene Aufhauser.

Aber die bislang enttäuschenden Resultate in der Bundesliga, das Ausscheiden in der Champions-League-Qualifikation und der miserable Auftritt beim 0:3 im UEFA-Cup-Hinspiel bei AEK Athen lassen die Zweifel am Maestro in der Mozartstadt wachsen.

Kehrt Augenthaler nach Österreich zurück?

Wenige Monate nach der triumphalen Meisterschaftsfeier der Red Bulls brodelt die Gerüchteküche. Die Vereinsleitung, so hieß es nach der ersten Heimniederlage seit fünf Monaten, werde sich in Deutschland nach einem Nachfolger für den 68-Jährigen umsehen, sollten die Bullen am kommenden Donnerstag zu Hause gegen den AEK Athen aus dem Europapokal ausscheiden.

Heißester Kandidat sei Klaus Augenthaler, meldete am Montag die österreichische Nachrichtenagentur "APA". Der 50-Jährige, der mit dem Grazer AK bereits Österreich-Erfahrung als Trainer hat, ist seit seiner Entlassung beim VfL Wolfsburg im Mai 2007 arbeitslos.

In der vergangenen Woche hatte der knorrige Bayer allerdings noch mit Blick auf Spekulationen um ein neues Amt gesagt: "Ins Ausland zieht es mich nicht, ich bin ein Kind der Bundesliga."

Hohe Ansprüche in der Mozart-Stadt

Dabei stehen die Salzburger nicht etwa vor dem Abstieg. Vor ihrer Heimniederlage gegen Wien lag Red Bull mit nur einem Punkt Rückstand hinter dem Spitzenreiter. Doch nach dem Durchmarsch der Mozartstädter in der vergangenen Saison waren die Erwartungen an das Team enorm hoch.

Dazu kam massiver Krach im eigenen Haus. Mitte Juni entließ Sportdirektor Oliver Kreuzer "Assistenztrainer" Lothar Matthäus. Zuvor war es regelmäßig zu scharfen Auseinandersetzungen zwischen Mathäus und Trapattoni gekommen. Doch nur drei Monate später musste auch Kreuzer gehen. Ihm wurde eine verfehlte Einkaufspolitik vorgeworfen.

Starke Leistung, aber null Punkte

Dazu kommt jetzt auch noch Pech. Das Spiel gegen die Austria war selbst nach Meinung der 14.000 Zuschauer das beste in der laufenden Saison. "Vor einem Jahr hätten wir dieses Spiel 2:0 oder 3:0 gewonnen", sagte Rene Aufhauser. Und Trapattonis neuer Co-Trainer Thorsten Fink meinte: "Die Meisterschaft ist noch nicht entschieden, die Saison dauert noch lange."

Salzburgs Spieler Johan Vonlanthen ergänzte: "Für mich ist Trapattoni der beste Trainer." Und selbst der frühere Salzburger Trainer Kurt Jara, der gegen den Verein nach seiner Entlassung prozessierte, sieht die Red Bulls nach wie vor als Top-Favorit für die Meisterschaft.

 

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