Valencia empfängt Real Madrid

Koeman neuer Valencia-Trainer

Von Florian Bogner
Mittwoch, 31.10.2007 | 15:59 Uhr
ronald koeman valencia fc
© Getty
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München - Timo Hildebrand hat einen neuen Trainer: Ronald Koeman wird neuer Coach des FC Valencia und beerbt damit den am Montag entlassenen Quique Sanchez Flores.

Der Holländer, bis dato beim PSV Eindhoven beschäftigt, unterschrieb am Mittwoch einen Dreijahresvertrag bis 2010. 

Beim Spiel gegen Real Madrid am Mittwochabend (ab 20 Uhr im LIVE-TICKER und bei Premiere) wird allerdings noch Interimscoach Oscar Fernandez an der Seitenlinie stehen. Am Wochenende auf Mallorca soll Koeman dann aber schon dabei sein.

Zuvor hatten Jose Mourinho, Felipe Scolari, Fabio Capello und Marcello Lippi als mögliche Kandidaten gegolten. Alle vier hatten aber früh ihr Desinteresse signalisiert.

Schuster attackiert die Medien

Während man in Valencia die Trainerfrage geklärt hat, grantelt Bernd Schuster in Madrid weiter vor sich hin. Der Deutsche macht keinen Hehl daraus, dass er mit dem medialen Umfeld in Spaniens Hauptstadt alles andere als zufrieden ist.

Mit nur einer Saisonniederlage ist Real durchaus pasabel in die Saison gestartet und führt die Primera Division an. Dennoch gibt es immer wieder Kritik an der Spielweise der Königlichen, was Schuster auf die Palme bringt.

"Ich hätte auch gerne einen so privilegierten Job, alles kritisieren zu dürfen, ohne von irgendwas eine Ahnung zu haben", sagte Schuster.

Vielmehr sehe er Real auf einer Stufe wie Roger Federer im Tennis: "Wir spielen mit unseren Gegnern, und wenn es nötig ist, schalten wir in den fünften Gang und gewinnen. Federer macht dasselbe, wenn er Tennis spielt: Er gewinnt den ersten Satz 6:4, den zweiten im Tiebreak und den dritten 6:1. Was will man mehr?"

Calderon will Villa

Präsident Ramon Calderon nimmt Schusters Beschwerden und Eigenheiten bislang unkommentiert zur Kenntnis und widmet sich derweil einer neuen Vision: Ein spanisches Real Madrid. Der Klub-Boss hatte vor einem Monat angekündigt, im nächsten Jahr wieder vermehrt auf spanische Spieler zurückgreifen zu wollen.

Ein Objekt seiner Begierde: Valencias Nationalstürmer David Villa. Die Valencianos hatten ihn bereits nach Calderons erstem Vorstoß für unverkäuflich erklärt, nun legte Calderon verbal aber nochmal nach."Die Tür für David Villa ist weiter offen", meinte er gegenüber der "Marca". Allerdings wolle er dafür keine astronomische Ablösesumme ausgeben.

"Mit einem Ramon Calderon als Präsident wird dieser Klub bestimmt keinen Spieler für 150 Millionen Euro kaufen, egal um wen es sich dreht", so der Real-Boss.

Duell zweier Deutscher

Am Mittwoch kommt es auch zum Duell zweier Deutscher. Während Christoph Metzelder bei Real in der Kritik steht, ist Timo Hildebrand in Valencia wieder im Aufwind.

Sogar der entlassene Flores hatte in seinen letzten Tagen offensichtlich mitbekommen, dass Hildebrands Konkurrent Santiago Canizares völlig außer Form ist und beorderte den Deutschen zuletzt wieder zurück ins Tor.

Bei der 0:3-Pleite beim FC Sevilla am Sonntag, die Flores den Kopf kostete, war Hildebrand an allen Gegentreffern machtlos und verhinderte sogar eine noch höhere Niederlage.

Interims-Coach Oscar Fernandez hat zwar noch keine Entscheidung angekündigt, dennoch werden Hildebrand in den spanischen Medien gute Chancen eingeräumt, dass er auch gegen Real auflaufen darf. Bislang absolvierte Hildebrand für seinen neuen Klub sieben Pflichtspiele.

Für Koeman schließt sich der Kreis

Wie Koeman zur Torwartfrage steht, ist freilich noch nicht bekannt. Für den ehemaligen Weltklasse-Abwehrspieler schließt sich mit der Unterschrift in Valencia der Kreis. Mit dem FC Barcelona wurde er 1992 Champions-League-Sieger und zwischen 1989 und 1995 viermal Meister. Zwischen 1998 und 2000 war er bei Barca Assistenztrainer seines Landsmannes Louis van Gaal.

In Deutschland wurde Koeman vor allem durch einen Skandal während der EM 1988 bekannt. Nach dem Sieg im Halbfinale gegen Deutschland (2:1) in Hamburg wischte er sich mit dem Trikot von Olaf Thon demonstrativ den Hintern ab. Die Niederlande wurden danach durch einen 2:0-Sieg gegen Russland zum ersten und bislang einzigen Mal Europameister.

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