Neid: "Das eigene Wort nicht verstanden"

Von Für SPOX bei der Frauen-WM: Stefan Moser/Daniel Börlein
Sonntag, 26.06.2011 | 19:44 Uhr
Nach dem Sieg gegen Kanada feiern die DFB-Frauen mit ihren Fans
© Getty
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Die deutsche Frauen-Nationalmannschaft ist erfolgreich in die Heim-Weltmeisterschaft gestartet. Das Team Silvia Neid bezwang zum Auftakt Kanada mit 2:1 (2:0). Die Bundestrainerin war von der Kulisse begeistert - mit der Leistung in der ersten Halbzeit aber keineswegs.

Vor 73.680 Zuschauern im ausverkauften Berliner Olympiastadion brachte Kerstin Garefrekes die DFB-Auswahl in Führung (10.). Kurz vor der Pause erhöhte Celia Okoyino da Mbabi auf 2:0 (42.). Erst in der Schlussphase gelang Kanadas Christine Sinclair noch das 1:2 (81.).

Das deutsche Team liegt damit in der Gruppe A nach dem ersten Spieltag auf Platz eins. Im anderen Gruppenspiel besiegte Frankreich das Team aus Nigeria mit 1:0. Die DFB-Auswahl trifft am Donnerstag auf Nigeria.

Reaktionen:

Silvia Neid (Bundestrainerin) über die Kulisse: "Die Kulisse hat meine Erwartungen sogar übertroffen. Die Stimmung war sensationell, man hat ja sein eigenes Wort nicht mehr verstanden. Klasse war auch, wie das Publikum nach diesem wunderschönen Freistoß von Christine Sinclair reagiert hat und uns sofort wieder unterstützt. Das hat die Mannschaft auch gespürt."

...über den Spielverlauf: "Es war ein verrücktes Spiel. Wir sind in der ersten Halbzeit überhaupt nicht ins Spiel gekommen. Wir haben nicht Fußball gespielt, haben schlecht kombiniert und zu viele lange Bälle gespielt. So war das nicht geplant - aber wir haben zwei Tore gemacht. In der zweiten Hälfte waren wir dann besser drin, haben schöne Kombinationen gezeigt und uns gute Chancen erspielt. Aber eben kein Tor gemacht. Und so müssen wir am Ende froh sein, dass es nicht plötzlich noch 2:2 ausgeht."

BlogZu Besuch beim Eröffnungsspiel in Berlin

...über die Fehler in der ersten Hälfte: "Ich weiß nicht, ob es Nervosität war. Aber wir haben in der ersten Hälfte nicht das gespielt, was wir uns vorgenommen haben. Die Viererkette hat sich oft zu früh fallen lassen, dadurch hatten wir häufig große Lücken zwischen Abwehr und defensivem Mittelfeld. Bei Ballbesitz haben wir zu viele neutrale Bälle gespielt und hatten zu wenig wirklich klare Aktionen. Dadurch haben wir die Bälle zu früh wieder verloren. Und dann kommt eben eine so zerfahrene Halbzeit dabei heraus."

...über die schlechte Chancenauswertung: "Ich hoffe, es war einfach nur Pech. Es gibt eben solche Spiele. Der Lattenknaller von Simone Laudehr zum Beispiel war ja schön herausgespielt. Ich hoffe, die Spielerinnen haben sich die weiteren Tore einfach für die nächsten Spiele aufgespart."

Kerstin Garefrekes über ihre Wahl zur Spielerin des Spiels: "So eine individuelle Auszeichnung ist natürlich eine Ehre. Aber am Ende zählt nur der Erfolg der Mannschaft. Immerhin habe ich ja auch eine 1000-prozentige noch vergeigt."

Carolina Morace (Trainerin Kanada): "Wir haben vor 75.000 Zuschauern gegen die beste Mannschaft der Welt gespielt. Insofern bin ich zufrieden. Deutschland wird in der Gruppe keine Probleme haben. Aber auch wir sind heute selbstbewusster als gestern."

...über den Nasenbeinbruch von Star-Stürmerin Christine Sinclair: "Der Doktor hat gesagt, es sei ein Risiko dabei, aber Christine wollte unbedingt spielen. Sie ist eine starke Persönlichkeit und eine herausragende Spielerin."

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Bajramaj sitzt wie erwartet zunächst auf der Bank, stattdessen spielt Behringer auf links. Auch Grings muss überraschend draußen bleiben. Okoyino da Mbabi erhält den Vorzug im Angriff.

6.: Erste dicke Chance des Spiels für Kanada: Laudehr verliert den Ball 20 Meter vor dem eigenen Tor. Filigno reagiert schnell und schickt Sinclair in die Gasse. Ganz alleine vor Angerer verliert die Starstürmerin der Kanadierinnen aber die Übersicht und schließt überhastet ab: zwei Meter drüber.

10.: Erste Chance für Deutschland! Behringer behauptet tief in der gegnerischen Hälfte den zweiten Ball und steckt mit etwas Glück für Garefrekes durch. Die steht pllötzlich völlig frei am rechten Fünfereck und zielt mit links aufs kurze Eck. Starker Reflex von McLeod, die per Fußabwehr klärt.

10., 1:0, Garefrekes: Da ist die Führung! Prinz spielt die aufgerückte Peter auf dem linken Flügel frei. Die geht zur Grundlinie und flankt präzise auf den langen Pfosten. Garefrekes schraubt sich am Fünfer hoch und nickt gegen die Laufrichtung der Keeperin ein.

42., 2:0, Okoyino da Mbabi: Der zweite Streich! Garefrekes schickt mit einer Bogenlampe von der Mittellinie Okoyino da Mbabi auf eine lange Reise. Die kanadische Torhüterin klebt auf der Linie. So hat Okoyino da Mbabi viel Platz und schiebt aus acht Metern sicher ein.

65.: Latte! Starke Aktion von Popp: Sie nimmt den Ball 22 Meter vorm Tor sauber aus der Luft an und zieht im Fallen ab. Der Ball titscht auf den Querbalken.

66.: Das muss das 3:0 sein! Popp legt im Strafraum mustergültig quer. Das Tor ist frei, die Gegenspielerin im Urlaub, Garefrekes muss - allerdings in abseitsverdächtiger Position - nur noch den Fuß hinhalten. Doch in Rücklage jagt sie den Ball aus fünf Metern übers Tor.

77.: Wieder Latte! Laudehr mit einem satten Pfund aus 23 Metern. Der Ball klatscht ans Aluminium.

82., 2:1, Sinclair: Aus dem Nichts der Anschlusstreffer. Freistoß aus gut 20 Metern halbrechts. Sinclair nimmt Maß und zirkelt den Ball perfekt rechts über die Mauer in den Winkel.

Fazit: Absolut verdienter deutscher Auftaktsieg. Nach einer eher durchwachsenen ersten Halbzeit steigerte sich die Neid-Elf nach der Pause deutlich und hätte am Ende auch höher gewinnen können.

Gruppe A: Frankreich dank Delie mit Auftakterfolg gegen Nigeria

Der Star des Spiels: Kerstin Garefrekes. War mit ihrer Erfahrung gerade in der leicht nervösen Anfangsphase eine wichtige Stütze und brachte immer wieder Ruhe und Ordnung in die Aktionen. Schoss zudem das wichtige erste Tor und bereitete das zweite vor. Überzeugte mit enormem Laufpensum und Zug zum Tor. Zusammen mit Behringer, Okoyino da Mbabi und Babett Peter über 90 Minuten die beste Deutsche - trotz des Fehlschusses in der 66. Minute.

Der Flop des Spiels: Marie-Eve Nault. Egal ob Garefrekes oder Behringer über ihre Seite kam: Die kanadische Linksverteidigerin war in der Defensive schwer überfordert. Bei ihren Ausflügen nach vorne wirkte sie unsicher und zeigte doch einige fußballerische Schwächen. Verweigerte zudem den Kopfball gegen Garefrekes beim 1:0. Blieb folgerichtig zur Pause in der Kabine.

Die Schiedsrichterin: Jacqui Melksham. Die Australierin wirkte nicht immer souverän. Ließ viele Situationen zu lange laufen, ehe sie einschritt. Lag auch in der Bewertung von Zweikampfsituationen ab und an daneben. Hätte nach Foul an Okoyino da Mbabi Elfmeter geben können (53.). Garefrekes stand bei ihrer Großchance im Abseits (66.).

Analyse: Das deutsche Team übernahm sofort das Kommando, wirkte zunächst aber recht nervös und hatte Glück, nach einem Laudehr-Ballverlust in der 6. Minute nicht in Rückstand zu geraten. Der Führungstreffer durch Garefrekes gab der Neid-Elf dann spürbar Sicherheit und war bezeichnend: Vor allem, wenn die DFB-Auswahl über die offensiven Außen spielte, entstand Gefahr.

Bis zur Pause kontrollierte die deutsche Mannschaft die Partie zwar, nahm sich dabei aber auch die eine oder andere Ruhepause und wirkte in der Defensive nicht immer sattelfest. So hatten die Kanadierinnen im ersten Durchgang auch mehr Ballbesitz als das deutsche Team (54:46 Prozent).

Der zweite Treffer kurz vor der Halbzeit durch Okoyino da Mbabi, die in der Offensive viel rochierte und immer wieder mit Prinz die Positionen tauschte, sorgte dann für Ruhe im deutschen Spiel.

Nach dem Seitenwechsel machte die Neid-Elf mächtig Betrieb. Der Ball lief besser als in Durchgang eins und wurde nach Balleroberung schneller in die Spitze gespielt. Die Hereinnahme von Popp für Prinz sorgte für zusätzlichen Schwung. Im Abschluss fehlte dem deutschen Team allerdings die Präzision.

Kanada hatte nach der Pause nichts mehr zuzusetzen, so dass die DFB-Frauen ein ums andere Mal vor dem kanadischen Tor auftauchten und am Ende noch deutlich höher hätten gewinnen können. Durch Sinclairs Freistoßtreffer mussten die Deutschen stattdessen noch bis zum Abpfiff zittern.

Deutschland gegen Kanada: Daten zum Spiel

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