Fussball

Martin Ödegaard kritisiert Norwegens Weltfußballerin Ada Hegerberg: "Es reicht jetzt"

Von SPOX
Martin Ödegaard hat Ada Hegerberg kritisiert.

Martin Ödegaard hat die norwegische Weltfußballerin Ada Hegerberg für ihr Interview mit dem Fußball-Magazin Josimar kritisiert. Darin hatte die 23-Jährige ihren Rücktritt von der Nationalmannschaft erklärt und den norwegischen Verband kritisiert. Ödegaard monierte in erster Linie den Zeitpunkt des Interviews.

"Vielleicht könnte man sich mit anderen Sachen beschäftigen, als die Vorbereitung des Teams auf die WM zu stören?", schrieb Ödegaard auf Instagram. Das einstige Wunderkind von Real Madrid, mittlerweile Spieler beim niederländischen Erstligisten Vitesse Arnheim, bezeichnete den Zeitpunkt von Hegerbergs Interview als "unbegreiflich" und "furchtbar". "Die Entscheidung, nicht für Norwegen zu spielen, ist deine. Aber respektiere Norwegen und unser Nationalteam. Es reicht jetzt", schrieb er.

Hegerberg, amtierende Weltfußballerin, war vor rund zwei Jahren von der norwegischen Frauen-Nationalmannschaft zurückgetreten. Der Grund: ein Prämienstreit mit dem norwegischen Verband. Hegerberg bemängelte, dass die Fußballerinnen weitaus weniger Geld bekommen als ihre männlichen Kollegen.

Ada Hegerberg: "Ich war mental gebrochen"

Wenige Tage vor dem WM-Start am Freitag ging Hegerberg im Gespräch mit Josimar hart ins Gericht mit dem Verband: "Ich war mental gebrochen. Es war ein zutiefst deprimierendes Gefühl. Ich hatte Albträume, nachdem ich bei der Nationalmannschaft war. So sollte es nicht sein."

Ihr Rücktritt sei daher wie eine Befreiung gewesen sein. Auch die Tatsache, dass die Prämie der norwegischen Frauen-Nationalmannschaft von 316.000 auf 612.000 Euro erhöht wurde, könne sie nicht zum Rücktritt vom Rücktritt bewegen. "Für mein Gefühl war es nicht gut genug – und es ist nicht gut genug", sagte sie.

DFB-Nationaltorhüterin Schult moniert Vorurteile gegenüber Frauen-Fußball

Hegerberg steht mit ihrer Kritik nicht allein da. Weltweit kämpfen Frauen-Nationalteams um mehr Gleichberechtigung. Kein Wunder, wenn die Prämien der WM 2019 in Frankreich rund 7,5 Prozent derer für das Herren-Turnier im vergangenen Sommer entsprechen.

Auch beim DFB ist das ein Thema. Nationaltorhüterin Almuth Schult hatte jüngst in einem Interview mit der FAZ gefragt: "Wie sollen wir denn draußen Vorurteile und Vorbehalte gegenüber dem Frauenfußball abbauen, wenn wir im eigenen Verband noch damit zu kämpfen haben?"

Hegerberg ist fit, könnte eigentlich spielen. Die beste Fußballerin der Welt fehlt aufgrund mangelnder Gleichberechtigung bei der WM 2019 (!). Sie wird das Turnier als TV-Expertin vom Spielfeldrand begleiten.

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