Mit Genuss und offenen Türen

SID
Montag, 01.06.2015 | 13:28 Uhr
Silvia Neid wird ihr Amt als Nationaltrainerin nach der WM niederlegen
© getty
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Die Zimmer im prachtvollen Schloss-Hotel Fairmont Chateau Laurier am Rideau-Kanal haben die deutschen Fußballerinnen bezogen, nun soll in Ottawa das erste Kapitel des WM-Märchens geschrieben werden. "Wir wollen gerne unseren Traum leben. Unser Traum ist natürlich, Weltmeister zu werden", sagte Bundestrainerin Silvia Neid nach der Ankunft in Kanadas Hauptstadt und betonte: "Wir wissen aber, dass das ein weiter Weg ist. Deswegen konzentrieren wir uns auf den ersten Schritt."

Ihr Schritt-für-Schritt Konzept für die Vorbereitung bis zum Auftakt am Sonntag (22.00 Uhr im LIVE-TICKER) gegen die Elfenbeinküste arbeitete die 51-Jährige mit Co-Trainerin Ulrike Ballweg bereits am Sonntag im Flieger aus.

Einem lockeren Lauf nach der Ankunft zur Regeneration nach dem Achtstundenflug folgte am Montagvormittag ein Stabilisations-Training sowie am Nachmittag im Südwesten der Stadt die erste Einheit auf Kunstrasen.

Die Bundestrainerin macht vor ihrer letzten WM einen aufgeräumten Eindruck, ihr Haar trägt sie kürzer, bei der Begrüßung durch 150 Fans am Flughafen in Ottawa lächelt und scherzt sie oft. Wehmut, so die Ex-Nationalspielerin, komme jedenfalls nicht auf.

"Ich fühle mich wohl, freue mich auf meine letzte WM und genieße jeden Tag mit meiner Mannschaft", sagte Neid, die vor zwei Monaten verkündet hatte, ihren 2016 auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern; ihre Nachfolgerin wird Steffi Jones.

Jones soll kommen

Die derzeitige DFB-Direktorin, die seit 2007 zwar die Trainer-Lizenz besitzt, aber noch nie ein Team betreut hat, hält sich noch im Hintergrund, wird die Mannschaft aber auch in Kanada besuchen.

"Sie kann kommen, wann sie will. Ich hoffe das sogar. Ich werde sie unterstützten, wo ich kann", sagte Neid im Interview mit der Frankfurter Rundschau.

Offene Türen sind ohnehin ein Thema, auf das Neid großen Wert legt - eine Lehre aus dem bitteren Erfahrungen vor vier Jahren. Denn verschlossene Türen sind für sie rückblickend eines der Symbole der verkorksten vergangenen Endrunde, als vor vier Jahren der große Titeltraum bei der Heim-WM im Viertelfinale gegen Japan so jäh zerplatzte.

"Eigentlich sind bei uns auf den Fluren immer alle Türen auf und man kann überall reinschauen oder miteinander sprechen", äußerte Neid: "Bei der WM 2011 waren auf einmal alle Türen zu, weil jeder erst mal mit dieser ungewöhnlichen Situation klarkommen musste." Das große Ganze geriet so aus dem Fokus. Deshalb sollen die Türen jetzt wieder offen bleiben - auch im imposanten Luxus-Anwesen gegenüber dem Parliament Hill.

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