Fussball

"Natze" macht Schluss

SID
Schluss, Aus, Vorbei! Welt- und Europameisterin Angerer hängt die Schuhe im Sommer an den Nagel
© getty

Ein letztes Mal Weltmeisterin werden, dann die Fußball-Rente einläuten: Die WM in Kanada soll für Nadine Angerer der krönende Abschluss werden. Nach der Endrunde hört die Kapitänin in der Fußball-Nationalmannschaft auf, bringt in der US-Profiliga NWSL mit den Portland Thorns noch die Saison zu Ende, danach tritt der größte Star des deutschen Frauenfußballs von der Bühne ab.

"Das war eine Bauchentscheidung, die sich richtig und gut anfühlt. Eines Morgens bin ich aufgewacht und dachte: Ja, das mache ich jetzt, ich höre auf", sagte die zweimalige Welt- und fünfmalige Europameisterin im Interview bei dfb.de. Mit 36 Jahren und nach fast zwei Jahrzehnten Leistungssport will "Natze" ab dem Herbst ein neues Kapitel beginnen.

Sie sei noch topfit und könnte "noch zwei, drei Jahre auf höchstem Niveau spielen", doch die "Sehnsucht nach einem Leben abseits des Leistungssports" ist groß - wie auch der Wunsch nach einem selbstbestimmten Schlusspunkt: "Für mich war es auch wichtig, dass ich entscheide, wann ich aufhöre und nicht eine Verletzung oder jemand anderes mein Karriereende bestimmt."

"Damit Klarheit herrscht"

Der Zeitpunkt der Verkündung nur 25 Tage vor dem ersten WM-Spiel gegen die Elfenbeinküste war ebenfalls aus voller Überzeugung gewählt, "damit Klarheit herrscht". Die hartnäckigen Fragen von Journalisten nach ihrer Zukunft gingen der Frau mit dem Faible für Mützen und Hüte zuletzt auf den Wecker. Damit ist jetzt Schluss.

Die DFB-Auswahl steht ohnehin vor einem Wandel. Bundestrainerin Silvia Neid hatte erst Ende März eröffnet, dass sie ihren bis 2016 laufenden Vertrag nicht verlängern wird. Danach übernimmt Steffi Jones. Neid nahm Angerers Entscheidung als langjährige Weggefährtin mit Bedauern auf: "Natze ist eine außergewöhnliche Spielerin und ein besonderer Mensch. Für mich war und ist sie eine wichtige Vertrauensperson."

Mit bislang 138 Länderspielen ist Angerer, die 1996 ihr Debüt im DFB-Dress gab, die mit Abstand erfahrenste Spielerin im deutschen Team. Bei der WM werde die Weltfußballerin von 2013 noch einmal "extrem wichtig" für die Mannschaft sein, als "tolle Spielführerin, die es versteht, gerade die jungen Spielerinnen auf ihre spezielle Art mitzunehmen", betonte Neid, die die Wolfsburgerin Almuth Schult in den vergangenen Jahren zur Nachfolgerin aufgebaut hat.

Angerer möchte als Trainerin arbeiten

Für die Zeit danach hat die Weltenbummlerin Angerer, die nach Karrierestationen in München, Potsdam, Schweden und Frankfurt zuletzt je eine Jahreshälfte in den USA und Australien spielte, viele Ideen. Sie "möchte auf jeden Fall gerne im Fußball bleiben und unheimlich gerne auch wieder mit Silvia Neid zusammenarbeiten, in welcher Form auch immer." Ein Jahr Weiterbildung inklusive Trainer-A-Lizenz steht auf dem Programm.

Doch zuvor hat Deutschlands Nummer eins noch eine letzte große Mission in Kanada: "Unser Team ist großartig, wir haben ein unglaubliches Potenzial und die Qualität, ganz weit bei diesem Turnier zu kommen." Zeit und Ort für "Natzes" Happy End stehen fest: Das WM-Finale am 5. Juli in Vancouver.

Nadine Angerer im Steckbrief

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