Schwere Vorwürfe gegen die FIFA

SID
Dienstag, 28.10.2014 | 13:46 Uhr
Nadine Angerer hatte die FIFA für die Ausrichtung der WM öffentlich kritisiert
© getty
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Die Klage von Weltfußballerin Nadine Angerer und 61 weiteren Topspielerinnen gegen die Ausrichtung der Frauen-WM 2015 in Kanada auf Kunstrasen wird offenbar zu einem Kampf mit harten Bandagen.

Die Anwälte der Spielerinnen werfen dem Weltverband FIFA und nationalen Verbänden vor, dass sie Druck auf die Spielerinnen ausgeübt haben. Den Spielerinnen sei mit Konsequenzen gedroht worden, falls sie ihre Klage nicht zurückziehen.

"Der kanadische Fußball-Verband CSA und die FIFA - vertreten durch nationale Verbände - haben mit Repressalien gegen die Vereinigung der besten Fußballerinnen der Welt für ihr Vorgehen gegen die Diskriminierung gedroht", heißt es in einem Brief der Anwälte an das zuständige Gericht für Menschenrechte in Ontario.

Konkret soll es um die mexikanische Nationalspielerin Teresa Noyola sowie die französischen Internationalen Camille Abily und Elise Bussaglia gehen.

FIFA mit Androhungen

Noyola sollte angeblich keine Einladungen für die Nationalmannschaft mehr erhalten. Abily und Bussaglia wurde laut den Anwälten nahegelegt, dass ihre Beteiligung an der Klage der französischen Bewerbung um die Ausrichtung der WM-Endrunde 2019 schaden könne. Alle drei haben tatsächlich ihre Klage mittlerweile zurückgezogen.

Zudem soll Diana Saenz, Katherine Alvarado und einer dritten Spielerin gesagt worden sein, dass ihre Plätze in der Nationalmannschaft Costa Ricas aufgrund ihrer Klage in Gefahr seien.

"Dennoch war die Androhungen von Konsequenzen ein Eigentor der FIFA und des CSA. Denn für die drei zurückgetretenen Spielerinnen haben wir nun 20 neue Namen auf der Liste. Es sind jetzt 62", sagte Spielerinnen-Anwalt Hampton Dellinger.

"Diskriminierend und illegal"

Angerer und ihre Kolleginnen waren nach ergebnislosen Protesten gegen die geplante Verwendung von Kunstrasen bei der Endrunde (6. Juni bis 5. Juli) vor Gericht gezogen. In der Klageschrift bezeichneten die Spielerinnen das "zweitklassige" Geläuf als "diskriminierend und illegal" für Weltklasse-Athletinnen.

Außerdem sei die Wahl der Spieloberfläche sexistisch, verletze Menschenrechte und fördere die Gefahr von Blessuren. Tatsächlich ist eine Männer-WM auf Kunstrasen bislang nicht ansatzweise in der Diskussion.

Die FIFA hat bislang alle Einwände der Spielerinnen abgeschmettert. Eine Inspektorin des Weltverbandes erklärte unlängst bei einer Kanada-Reise, dass bei der FIFA "kein Plan B" für den Fall eines Spielverbots für Kunstrasen existiere. Die Endrunde wäre die erste WM-Veranstaltung für A-Nationalmannschaften, die auf Kunstrasen ausgetragen wird.

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