Dienstag, 11.03.2014

Algarve Cup

Japan vor Augen, die WM im Visier

Den deutschen Fußballerinnen winkt am Mittwoch der dritte Turniersieg beim Algarve Cup. Bundestrainerin Silvia Neid denkt aber schon jetzt mehr an die WM im kommenden Jahr als an das Finale gegen Weltmeister Japan.

Nach ihrem Kreuzbandriss wird Leonie Maier Deutschland beim Algarve Cup kaum noch helfen
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Nach ihrem Kreuzbandriss wird Leonie Maier Deutschland beim Algarve Cup kaum noch helfen

Der Weltmeister wartet, der dritte Turniersieg ist zum Greifen nahe - doch Silvia Neid ist in Gedanken schon bei der WM im kommenden Jahr. "Der Konkurrenzkampf ist momentan relativ groß. Ich hoffe, dass es bis zur Weltmeisterschaft so bleibt und wir nicht zu viele Verletzte bekommen", sagte die Fußball-Bundestrainerin vor dem Finale des Algarve Cups am Mittwoch in Faro gegen Japan (15.10 Uhr).

Dass Neid schon jetzt die Endrunde in Kanada (6. Juni bis 5. Juli 2015) im Kopf hat, kommt nicht von ungefähr. Die drei Siege in den drei Gruppenspielen bei der alljährlichen Mini-WM an der Südküste Portugals wecken bereits Hoffnungen auf eine erfolgreiche Weltmeisterschaft. Vor allem die Art und Weise der Erfolge gegen Island (5:0), China (1:0) sowie Vize-Europameister Norwegen (3:1) macht Mut.

Denn obwohl Neid viel experimentiert und ständig rotiert hat, blieb die Leistung des zweimaligen Turniersiegers (2006 und 2012) konstant auf hohem Niveau. Sollte der zweimalige Welt- und achtmalige Europameister - im Gegensatz zur EM im vergangenen Jahr - von Verletzungen verschont bleiben, kann die Trainerin mit einem Top-Kader nach Kanada reisen.

Maier mit Kreuzbandriss

"Mir hat es sehr gut gefallen, dass keine Spielerin Probleme damit hatte, sich zurechtzufinden. Alle wissen, was zu tun ist", äußerte Neid, die sich schon jetzt auf die Qual der Wahl in den kommenden Monaten freut: "Für die anstehenden Spiele mit einem 18er-Kader muss man sich schon überlegen, wen man zu Hause lässt. Dazu kommt, dass der Konkurrenzkampf sehr harmonisch verläuft. Jede drückt der anderen die Daumen."

Da mit Blick auf die WM-Qualifikation (fünf Siege in fünf Spielen, 40:0 Tore) kein Daumendrücken mehr notwendig ist, kann die Bundestrainerin in den kommenden Partien sogar unter Wettkampfbedingungen testen. Das gilt auch für das Finale, in dem Außenverteidigerin Leonie Maier fehlen wird. Die Münchnerin zog sich im Training am Dienstag einen Riss des vorderen Kreuzbandes im rechten Knie zu.

"Das Spiel gegen Japan wird genau das Gegenteil zum Spiel gegen Norwegen. Die Norwegerinnen sind athletisch und zweikampfstark. Die Japanerinnen sind klein, wendig und spielstark", erklärte Neid: "Für uns ist es super, dass wir innerhalb von zwei Tagen vor so unterschiedlichen Aufgaben stehen."

Neuauflage von 2012

Alles andere als super ist allerdings das TV-Ärgernis für die deutschen Fans. Die schauen nämlich in die Röhre, weil das Spiel nicht live gezeigt wird. Grund dafür ist die kurzfristige Live-Übertragung im japanischen Fernsehen. Deshalb wurde die Partie vorverlegt. Eurosport hatte sich auf den ursprünglich geplanten Anpfiff (17.30 Uhr) eingestellt und wird die Aufzeichnung um diese Uhrzeit ausstrahlen.

Das Einschalten könnte sich trotzdem lohnen. Die Partie verspricht viel. Es ist die Neuauflage des Finals von 2012. Damals gewannen die Deutschen in einem hochklassigen Spiel mit 4:3 und revanchierten sich damit für die Viertelfinal-Niederlage bei der Heim-WM im Jahr zuvor.

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