1. FFC Frankfurt

Eine Saison zum Vergessen

SID
Freitag, 18.05.2012 | 14:55 Uhr
Den Frankfurterinnen fehlt eine treffsichere Stürmerin wie Birgit Prinz
© Getty
Advertisement
Erlebe
deinen Sport
live
J1 League
Sa12:00
Urawa -
Hiroshima
J1 League
Sa12:00
Kawasaki -
Kobe
CSL
Sa13:35
Jiangsu Suning -
Shanghai SIPG
Allsvenskan
Sa16:00
Malmö -
Eskilstuna
CSL
So13:35
Tianjin Quanjian -
Guangzhou Evergrande
Serie A
So21:00
Flamengo -
Sao Paulo
Serie A
Di01:00
Fluminense -
Chapecoense
J1 League
Mi12:00
Kawasaki -
Urawa
J1 League
Sa12:00
Vissel Kobe -
Vegalta Sendai
CSL
Sa13:35
Beijing Guoan -
Guangzhou Evergrande
Serie A
So00:00
Corinthians -
Ponte Preta
J1 League
So11:30
Urawa -
Nigata
CSL
So13:35
Tianjin -
Shandong
Serie A
So21:00
Cruzeiro -
Palmeiras
Serie A
Mo00:00
Santos -
Sao Paulo
Allsvenskan
Mo19:00
Göteborg -
Halmstad

Es war ein Bild mit großer Symbolkraft. Als UEFA-Präsident Michel Platini auf der Haupttribüne den Pokal an Lyons Spielführerin Sonia Bompastor überreichte und sich der goldene Konfettiregen über die Köpfe der jubelnden Mitspielerinnen sanft wie ein Teppich legte, standen die Frankfurterinnen auf dem Rasen des Münchner Olympiastadions: die Hände in die Hüfte gestützt, die Köpfe gesenkt, die Blicke leer.

"Es war sehr, sehr bitter, Lyon beim Jubeln zuschauen zu müssen", sagte Torhüterin Desiree Schumann in den Katakomben. Für Frankfurt war das 0:2 im Endspiel der Champions League weit mehr als nur eine Niederlage. Es war der Höhepunkt einer Saison zum Vergessen. Der Branchenkrösus der Frauen-Bundesliga wird in der nächsten Saison nicht mehr in der Königsklasse vertreten sein.

Die Frankfurterinnen verloren in dieser Saison das DFB-Pokalfinale gegen den FC Bayern, sie liegen in der Tabelle zwei Spieltage vor dem Ende auf Rang vier, mit sechs Punkten Rückstand auf den Tabellenzweiten Wolfsburg.

Es fehlt eine Stürmerin mit Torgarantie

"Wir bräuchten jetzt ein Wunder, um international zu spielen", sagte FFC-Manager Siegfried Dietrich. Und in der Tonlage seiner Stimme schwang mit, dass er selbst nicht mehr daran glaubt. In der Bundesliga berechtigen nur die ersten beiden Plätze für die Teilnahme an der Champions League. Und der Spielplan will es so, dass es am Sonntag zum direkten Duell zwischen Wolfsburg und Frankfurt kommt.

"Es wird nun schwer, die richtigen Worte zu finden", sagte Sven Kahlert. Der Trainer des 1. FFC Frankfurt hat es nicht geschafft, aus einer Ansammlung von Nationalspielerinnen mit gehobener Qualität eine Mannschaft zu formen, die in der Lage ist, die wichtigen Spiele in einer Saison zu gewinnen. Sein Vertrag endet im Sommer 2013. Doch der mächtige Manager Dietrich denkt nicht daran, sich von Kahlert zu trennen. "Wir in Frankfurt setzen auf Kontinuität", sagte Dietrich. "Unser Trainerteam leistet hervorragende Arbeit."

Auf der Suche nach Erklärungen für die missratene Saison öffnete das Endspiel im Münchner Olympiastadion vor der Rekordkulisse von 50.212 Zuschauern den Blick für mögliche Gründe. Allen voran: die mangelnde Chancenverwertung. Frankfurt fehlt nach dem Karriereende der ehemaligen Weltfußballerin Birgit Prinz eine Stürmerin mit Torgarantie.

Gegen Lyon probierte es Kahlert ohne echte Spitze, er schickte Dzsenifer Marozsan ins Sturmzentrum, die Nationalspielerin ist eine technisch sehr versierte Mittelfeldspielerin, doch der Torschuss gehört nicht unbedingt zu ihren Stärken. "Im Sommer war leider niemand mehr auf dem Markt, der uns hätte weiterhelfen können", sagte Dietrich. Dass eine Saison ohne internationalen Anreiz die Suche nach einem adäquaten Ersatz nun erschwert, bestreitet in Frankfurt niemand. "Es wird uns nun schwerfallen, die Topstürmerin zu verpflichten, die wir brauchen", sagte Kahlert.

Keine finanziellen Folgen

Doch er und auch Siegfried Dietrich sind davon überzeugt, dass sich niemand Sorgen um die Zukunft des Frankfurter Frauenfußballs machen muss. "Wir sind in der nächsten Saison gut aufgestellt", sagte Dietrich und denkt an die Neuzugänge Babett Peter, Bianca Schmidt und Simone Laudehr - allesamt Nationalspielerinnen.

Auch finanziell werde sich eine Saison ohne internationale Auftritte nicht negativ bemerkbar machen. Nur das große Ziel, die Champions League nach 2008 erneut zu gewinnen, rückt wieder weiter in die Ferne. Als Camille Abily, die beste Spielerin des Finales, mit dem Pokal im Arm fröhlich in die Katakomben schritt, blickte nicht nur Dietrich wehmütig hinüber. "Den wollen wir auch gewinnen", sagte Frankfurts Schumann: "Spätestens 2014."

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung