Japans Fußballerinnen nach dem Super-GAU

"Geeint durch die Katastrophe"

SID
Freitag, 09.03.2012 | 10:24 Uhr
Japans Fußballerinnen gewannen bei der WM 2011 in Deutschland den Titel
© Getty
Advertisement
Club Friendlies
FrLive
Inter Mailand -
FC Schalke 04
1. HNL
Fr20:00
Dinamo Zagreb -
Cibalia
International Champions Cup
Sa11:35
FC Bayern München -
AC Mailand
Premier League Asia Trophy
Sa12:00
West Bromwich -
Crystal Palace
CSL
Sa13:35
Shanghai SIPG -
Guangzhou Evergrande
Premier League Asia Trophy
Sa14:30
Leicester -
Liverpool
Premier League
Sa16:30
St. Petersburg -
Kasan
Club Friendlies
Sa17:00
SC Freiburg -
Feyenoord
Premier League
Sa18:30
Schachtjor Donezk -
Dynamo Kiew
Super Liga
Sa19:00
Partizan -
Macva
Super Cup
Sa20:30
Anderlecht -
Zulte Waregem
Serie A
Sa21:00
Vitoria -
Chapecoense
International Champions Cup
So00:05
Barcelona -
Juventus
International Champions Cup
So02:05
PSG -
Tottenham
CSL
So13:35
Shanghai Shenhua -
Beijing Guoan
Superliga
So18:00
Midtjylland -
Silkeborg
Super Liga
So19:00
Roter Stern -
Radnicki
Serie A
So21:00
Fluminense -
Corinthians
International Champions Cup
So23:05
Real Madrid -
Man United
Serie A
Mo00:00
Atletico Mineiro -
Vasco Da Gama
International Champions Cup
Mo14:05
Inter Mailand -
Lyon
International Champions Cup
Di13:35
Chelsea -
FC Bayern München
Club Friendlies
Di19:00
Hannover 96 -
Wolfsberger AC
Copa Sudamericana
Mi00:15
Chapecoense -
Defensa y Justicia
International Champions Cup
Mi02:05
Tottenham -
AS Rom
International Champions Cup
Do01:30
Barcelona -
Man United
Copa do Brasil
Do02:45
Cruzeiro -
Palmeiras
International Champions Cup
Do03:05
PSG -
Juventus
International Champions Cup
Do05:35
Man City -
Real Madrid
International Champions Cup
Do13:35
FC Bayern München -
Inter Mailand
Copa Sudamericana
Fr00:15
Arsenal -
Sport Recife
Copa do Brasil
Fr02:45
Paranaense -
Gremio
First Division A
Fr20:30
Antwerpen -
Anderlecht
J1 League
Sa12:00
Gamba Osaka -
Cerezo Osaka
J1 League
Sa12:00
Kobe -
Omiya
International Champions Cup
Sa13:35
Chelsea -
Inter Mailand
Emirates Cup
Sa15:00
Leipzig -
Sevilla
Club Friendlies
Sa15:30
SV Werder Bremen -
West Ham
Emirates Cup
Sa17:20
Arsenal -
Benfica
First Division A
Sa18:00
Lokeren -
Brügge
Serie A
So00:00
Palmeiras -
Avai
International Champions Cup
So00:05
Man City -
Tottenham
International Champions Cup
So02:05
Real Madrid -
Barcelona
CSL
So13:35
Shandong Luneng -
Shanghai SIPG
First Division A
So14:30
Mechelen -
Lüttich
Emirates Cup
So15:00
Leipzig -
Benfica
Emirates Cup
So17:20
Arsenal -
Sevilla
First Division A
So18:00
St. Truiden -
Gent
Superliga
So18:00
Brondby -
Lyngby
Serie A
So21:00
Corinthians -
Flamengo
International Champions Cup
So22:05
AS Rom -
Juventus
Club Friendlies
So22:30
Bayer Leverkusen -
Lazio Rom
Serie A
Mo00:00
Gremio -
Santos
Premier League
Mo18:30
Spartak Moskau -
Krasnodar
Club Friendlies
Mi19:00
Villarreal -
Real Saragossa
Copa Sudamericana
Do00:15
LDU Quito -
Club Bolívar

Die Szenen am Flughafen von Tokio wird Norio Sasaki nie vergessen. Tausende Menschen empfingen den Trainer und seine japanischen Fußballfrauen im Juli vergangenen Jahres nach der siegreichen WM. Japanische Fähnchen flatterten, fröhliche Menschen waren da, die für einen Moment das Erdbeben und die Fukushima-Katastrophe vergessen konnten.

Der erste WM-Sieg der japanischen Fußballfrauen hat dem geschundenen Land und seinen Einwohnern Hoffnung gegeben. Danach hat sich das Leben von Spielerinnen und Trainer verändert. Geblieben ist eine besondere Motivation aus dem erlebten Zusammengehörigkeitsgefühl.

"Es wird noch eine Weile dauern, bis das Erdbeben-Gebiet Tohoku wieder aufgebaut ist. Uns ist es wichtig, für die Betroffenen zu spielen. Wir fühlen, dass unsere Mannschaft von diesen Menschen unterstützt wird, und wir wollen gern etwas zurückgeben bei den Olympischen Spielen", sagt Norio Sasaki. Nach dem WM-Titel zählt die "Nadeshiko", wie das Team sich nennt, nun auch zu den Favoriten für den Olympiasieg in London.

Bilder aus dem Katastrophengebiet liefen vor den Spielen

Vor den WM-Spielen im Sommer 2011 in Deutschland hatte Sasaki seiner Mannschaft immer wieder die bedrückenden Bilder aus dem Katastrophengebiet gezeigt. "Die Spielerinnen waren geeint durch die Katastrophe und bereit, hart zu kämpfen", sagte der frühere Generalsekretär des japanischen Fußball-Verbandes, Takeo Hirata, jüngst in einem Interview mit der "Japan Times".

Auf dem Spielfeld habe seine Mannschaft immer die Unterstützung der Nation im Rücken gespürt, hatte Sasaki damals am Flughafen von Tokio betont. Das ist noch immer so, wenn die "Nadeshiko" ein Länderspiel bestreitet.

"Nach der WM hat der Frauenfußball in Japan an Aufmerksamkeit gewonnen, und seine Beliebtheit ist enorm gestiegen", weiß der 53-Jährige. Im Januar wurde er vom Weltverband FIFA zum Trainer des Jahres gekürt, Spielführerin Homare Sawa zur Fußballerin des Jahres.

Ihr WM-Titel hat nach dem 11. März 2011 eine ganze Nation inspiriert. Mehr Sponsoren interessieren sich für die Fußballerinnen, sie drehen TV-Spots und finden sich auf den Titelseiten großer Modemagazine wieder. Sawas japanischer Verein Inac Kobe Leonessa war jüngst beim FC Barcelona zu Gast, die Spielerinnen trafen Superstar Messi. All das wäre vor der WM und der Katastrophe undenkbar gewesen.

Spielerin von Tepco wurde zur Identifikationsfigur

Als die Welt noch heil war in Japan, da spielten sie unweit des Atomkraftwerks Fußball. Nationalspielerin Aya Sameshima war Teil von "Tepco Mareeze", dem Erstligaklub des Kraftwerkbetreibers. Die fast zerbrechlich wirkende Verteidigerin arbeitete als Sekretärin direkt im Kraftwerk. Sie gilt heute als besondere Identifikationsfigur innerhalb der Fußballmannschaft.

"Sie wird eine der Schlüsselspielerinnen bei Olympia werden. Es würde für die Menschen in den zerstörten Gebieten so viel bedeuten, wenn sie gut spielt, weil sie in Fukushima 1 gearbeitet hat", sagt Takeo Hirata.

Gegenseitige Unterstützung

Zur Unglückszeit war sie selbst im Süden des Landes unterwegs, doch einige ihrer Freunde traf die Katastrophe. Ihr Verein ist längst vom Spielbetrieb abgemeldet, die verbliebenen Fußballerinnen werden an einem anderen Ort in ein neu formiertes Team eingegliedert. Sameshima aber ist nicht mehr da. Sie nahm eines der vielen Angebote an und spielt für den französischen Erstligisten Montpellier.

Wenn sie im Sommer mit der Auswahl nach London reist, wird Fukushima in ihren Gedanken wieder ganz nah sein. "Die Spielerinnen nehmen immer noch an vielen Charity-Projekten teil. Am ersten April haben wir ein Freundschaftsspiel gegen die USA in Sendai in der zerstörten Region. Ich hoffe, dass wir da sehr viele Menschen treffen im Stadion", sagt Sasaki.

Die gegenseitige Unterstützung wird den Japanerinnen bei Olympia wieder eine besondere Kraft verleihen.

Die Ergebnisse der Frauen-WM

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung