Hinter den Kulissen: Frankurt macht sich hübsch

Von Leoni Dowidat
Mittwoch, 29.06.2011 | 08:30 Uhr
Am Donnerstag erreicht die WM 2011 auch das Stadion in Frankfurt
© Getty

Am Donnerstag erreicht die Weltmeisterschaft 2011 endlich auch die deutsche Hochburg des Frauenfußballs: Um 20.45 Uhr fällt der Startschuss zum zweiten Gruppenspiel der deutschen Nationalelf gegen die "Super Falcons" aus Nigeria. Doch bevor Birgit Prinz und Co. ins Frankfurter WM-Stadion einlaufen können, wartet hinter den Kulissen jede Menge Arbeit. Das ehemalige Waldstadion bereitet sich auf den großen Tag vor.

Mittwochmorgen im Frankfurter WM-Stadion, noch 36 Stunden bis zum Anstoß: Die Monitore aus Berlin sind da! Unmittelbar nach Abpfiff des Eröffnungsspiels der WM 2011 wurden sie dort abmontiert und mit LKWs nach Frankfurt transportiert.

Insgesamt 600 Flachbildgeräte sind während der WM auf den Pressetribünentribünen und in den Media Centern der Stadien im Einsatz. Doch der nächtliche Weg von Berlin nach Frankfurt ist nicht die größte Reise, die die Bildschirme des WM-Sponsors Sony schon hinter sich haben.

"Fast alle Monitore waren auch schon während der WM 2010 in Südafrika im Einsatz. Sie wurden in Hannover zwischengelagert und werden jetzt in alle WM-Stadien transportiert", verrät Joachim Gniza im Gespräch mit den DB Schülerreportern. Der Logistik Manager von DB Schenker koordiniert die Arbeiten hinter den Kulissen in den Spielorten der Frauen-WM.

Pressetribüne wird ausgebaut

So hat zum Beispiel auch die Pressetribüne unter seiner Aufsicht eine Art Metamorphose erlebt: Das mediale Interesse ist während der Frauen-WM deutlich größer als bei einem Bundesligaspiel, weshalb auch der Pressebereich im Stadion entsprechend vergrößert werden muss.

Während der Weltmeisterschaft stehen alleine den Kommentatoren für Radio und Fernsehen in Frankfurt rund 160 Arbeitsplätze zur Verfügung. Die Anzahl aller Presseplätze beträgt insgesamt 437, dazu noch 20 Plätze für die Fotografen.

1500 Quadratmeter nur für Journalisten

Neben der Pressetribüne ist das Stadium Media Centre (SMC) einer der wichtigsten Arbeitsplätze für die Journalisten. Rund 1500 Quadratmeter groß bietet es den Reportern, die aus allen teilnehmenden Ländern kommen, W-LAN, Internet-Terminals, Service-Stationen für die Fotographen und Schließfächer.

90 Minuten vor Anpfiff laufen hier auch die offiziellen Mannschaftaufstellungen ein, werden tausendfach vervielfältigt und auf der Tribüne verteilt.

Das Herzstück der Pressearbeit

In Frankfurt befindet sich in diesem Jahr zudem das Herzstück der gesamten Pressearbeit: das IBCC, das International Broadcast Communication Centre. Von dort aus werden sämtliche Fernseh-Signale aus allen WM-Stadien verarbeitet und an die übertragenden TV-Sender weltweit geschickt. ARD und ZDF produzieren ihre Übertragungen ebenfalls direkt aus Frankfurt.

Auch der Aufbau und die Wartung des IBCC gehört zu den Aufgaben von DB Schenker. Durch den immensen Stromverbrauch müssen zum Beispiel ständig Aggregate zur Kühlung arbeiten.

Auch hierfür trägt Joachim Gniza die Verantwortung: "Der schlimmste Fall wäre natürlich ein Stromausfall. Aber dazu wird es nicht kommen. Und falls doch: Wir haben alle nötigen Vorkehrungen getroffen." Ein Notstromaggregat steht zur Sicherheit bereit.

Der Fernsehzuschauer im heimischen Wohnzimmer wird natürlich nichts von diesem Aufwand mitbekommen. Womit, wie DB-Schenker-Mitarbeiterin Antje Roseberger erzählt, das Ziel der Logistiker erreicht wäre. "Die Arbeit geschieht im Hintergrund. Wenn später beim Spiel nichts mehr davon zu sehen ist, war unser Job erfolgreich."

Leoni Dowidat (15) begleitet als DB Schülerreporterin die FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2011. Während der WM berichtet sie vor Ort von den Spielen in Frankfurt.

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