WM-Geheimtipp: Japan im Porträt

Die wilden Nelken wollen den Titel

Von Maurice Kneisel
Sonntag, 28.11.2010 | 22:38 Uhr
Kennt die deutsche Mannschaft noch von der WM 2007: Japans Shootingstar Yuki Nagasato (l.).
© Getty
Advertisement
Boxen
So27 Aug
Mayweather vs. McGregor - AUF DAZN!
Primera División
Leganes -
Alaves
First Division A
Lüttich -
Zulte Waregem
Ligue 1
Metz -
Monaco
Championship
Burton Albion -
Birmingham
Primera División
Valencia -
Las Palmas
J1 League
Gamba -
Kashiwa
Championship
Sheffield Utd -
Barnsley
Premier League
Swansea -
Man United
CSL
Shanghai Shenua -
Guangzhou Evergrande
Premier League
Liverpool -
Crystal Palace
Ligue 1
Lyon -
Bordeaux
Serie A
Juventus -
Cagliari
Primera División
Celta Vigo -
Real Sociedad
Premier League
Stoke -
Arsenal
Championship
Sunderland -
Leeds
Ligue 1
Troyes -
Nantes
Primera División
Girona -
Atletico Madrid
Premier League
Leicester -
Brighton (Delayed)
Serie A
Hellas Verona -
Neapel
Primeira Liga
Benfica -
Belenenses
Primera División
Sevilla -
Espanyol
Premier League
Burnley -
West Bromwich (DELAYED)
Premier League
Bournemouth -
Watford (Delayed)
Premier League
West Ham -
FC Southampton
J1 League
Kobe -
Yokohama
Eredivisie
Excelsior -
Feyenoord
CSL
Guangzhou -
Shandong Luneng
Eredivisie
Ajax -
Groningen
Premier League
Huddersfield -
Newcastle
Ligue 1
Lille -
Caen
Ligue 1
Marseille -
Angers
Premier League
Tottenham -
Chelsea
Serie A
Atalanta -
AS Rom
Primera División
Bilbao -
Getafe
Primeira Liga
Porto -
Moreirense
Primera División
Barcelona -
Betis
Serie A
Bologna -
FC Turin
Serie A
Crotone -
AC Mailand
Serie A
Inter Mailand -
Florenz
Serie A
Lazio -
Ferrara
Serie A
Sampdoria -
Benevento
Serie A
Sassuolo -
Genua
Serie A
Udinese -
Chievo
Ligue 1
PSG -
Toulouse
Primera División
Deportivo -
Real Madrid
Serie A
Palmeiras -
Chapecoense
Primera División
Levante -
Villarreal
Premier League
Manchester City -
Everton
Primera División
Malaga -
Eibar
League Cup
Sheffield Utd -
Leicester
League Cup
Blackburn -
Burnley
League Cup
Cheltenham -
West Ham
Ligue 1
PSG -
Saint-Étienne
Championship
Bristol City -
Aston Villa
J1 League
Iwata -
Kobe
J1 League
Cerezo Osaka -
Kashima
Premier League
Bournemouth -
Manchester City
Championship
Burton -
Sheffield Wednesday
Ligue 1
Nantes -
Lyon
Serie A
Benevento -
Bologna
Serie A
Genua -
Juventus
Primera División
Alaves -
Barcelona
Premier League
Manchester United -
Leicester
Championship
Nottingham -
Leeds
Ligue 1
Amiens -
Nizza
Ligue 1
Bordeaux -
Troyes
Ligue 1
Caen -
Metz
Ligue 1
Dijon -
Montpellier
Ligue 1
Toulouse -
Rennes
Premier League
Huddersfield -
Southampton (Delayed)
Serie A
AS Rom -
Inter Mailand
Primeira Liga
Rio Ave -
Benfica
Eredivisie
Feyenoord -
Willem II
Premier League
Chelsea -
Everton
Ligue 1
Guingamp -
Strasbourg
Premiership
Ross County -
Rangers
Ligue 1
Angers -
Lille
Premier League
Liverpool -
Arsenal
Allsvenskan
Malmö -
Göteborg
First Division A
Gent -
Anderlecht
Serie A
Turin -
Sassuolo
Premier League
Zenit -
Rostow
Serie A
Chievo Verona -
Lazio
Serie A
Crotone -
Hellas Verona
Serie A
Florenz -
Genua
Serie A
AC Mailand- Cagliari
Serie A
Neapel -
Atalanta
Serie A
Spal -
Udinese
Ligue 1
Monaco -
Marseille
Primeira Liga
Braga -
Porto
Primera División
Real Madrid -
Valencia

Lange Zeit stand die japanische Frauen-Nationalmannschaft im Schatten von Nordkorea und China. Mittlerweile hat sich das Blatt gewendet und sie sind die Nummer eins in Asien. Doch das reicht den Nelken, wie sie genannt werden, noch lange nicht: Bei der WM 2011 in Deutschland will Japan den Titel.

Beim Herren-Fußball sind Japaner momentan ein Export-Schlager: Shinji Kagawa von Bundesliga-Spitzenreiter Borussia Dortmund gehört zu den Shooting-Stars der Saison und mit Atsuto Uchida (FC Schalke 04), Kisho Yano (SC Freiburg) und Makoto Hasebe (VfL Wolfsburg) stehen weitere Spieler aus dem Land der untergehenden Sonne in der Bundesliga unter Vertrag.

"Kagawa ist ein großartiger Spieler. Er ist ständig im Fernsehen oder in der Zeitung zu sehen", erzählt die japanische Nationalspielerin Yuki Nagasato von Turbine Potsdam im Gespräch mit SPOX. "Zuhause sind die Leute sehr interessiert an den japanischen Spielern aus der Bundesliga. In den Medien wird viel über sie berichtet".

Bei den Damen sieht das etwas anders aus: Die heimische L-League wird nicht im landesweiten Fernsehen übertragen, zu den Spielen kommen im Schnitt 800 Leute - bei freiem Eintritt. Und das, obwohl sich die japanische Frauenmannschaft vor der Männertruppe nicht verstecken muss.

Sie sind die großen Aufsteigerinnen der letzten Jahre und stehen mittlerweile auf Platz fünf der Weltrangliste. Der bislang größte Erfolg der Japanerinnen war der vierte Platz bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking. Außerdem haben sie am 23. November diesen Jahres bei den Asien-Spielen in China die Goldmedaille gewonnen, durch einen 1:0-Finalsieg gegen Nordkorea.

Nadeshiko Japan

Ein Triumph über die Erzrivalinnen führte schon einmal zum großen Aufschwung im japanischen Frauenfußball: Nachdem die Nationalmannschaft die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2000 in Sydney verpasst hatte, sackte das Interesse im Heimatland auf einen Tiefpunkt herab.

Die Krise hielt an, bis Japan im entscheidenden Qualifikationsspiel für Olympia 2004 ausgerechnet auf Nordkorea traf. Durch einen souveränen 3:0-Erfolg lösten die Spielerinnen das Ticket und zudem eine landesweite Euphoriewelle aus. In der Folgezeit stiegen die Zuschauerzahlen in den Stadien und vor den Fernsehern deutlich an.

Im Rahmen des Booms ließ die Japan Football Association (JFA) die Fans einen Spitznamen für das Team wählen. Aus 2700 Einsendungen wurde Nadeshiko Japan ausgewählt. Der Begriff Nadeshiko bezeichnet eine wild wachsende rosafarbene Nelke und symbolisiert die ideale japanische Frau.

Wenig ideal lief es für die Japanerinnen bislang bei Weltmeisterschaften. Zwar konnten sie sich seit 1991 für jede Endrunde qualifizieren, überstanden dabei aber nur ein Mal (1995 in Schweden) die Vorrunde.

"Unser Ziel ist natürlich der Weltmeistertitel"

Das soll sich im kommenden Jahr bei der WM in Deutschland ändern. Die ehemaligen Spitzenmannschaften Asiens, China und Nordkorea, hat Japan bereits überholt - als nächstes sollen die Topteams aus Deutschland, Brasilien und Schweden folgen. "Unser Ziel ist jetzt natürlich der Weltmeistertitel. Ich glaube, dass wir das schaffen können", gibt sich Nagasato selbstbewusst.

Und dazu hat sie auch allen Grund, denn die 23-jährige Stürmerin kann bereits eine beeindruckende Titelsammlung vorweisen. Im Alter von gerade einmal 13 Jahren debütierte sie in der L-League beim NTV Beleza, mit dem sie drei Meisterschaften und vier Pokalsiege holte. Ihre persönliche Bilanz: 111 Ligaspiele, 69 Tore.

Seit 2002 trägt Nagasato zudem das Trikot der japanischen Nationalmannschaft, für die sie bislang 43 Länderspiele bestritt und dabei 26 Treffer erzielte. Im Januar 2010 wechselte sie nach Potsdam und gewann dort prompt die deutsche Meisterschaft sowie die Champions League.

Unterschiede in der Spielweise zwischen Japan und Deutschland sieht Nagasato vor allem im athletischen Bereich und im Zweikampfverhalten - beides Felder, in denen die Nadeshiko in den letzten Jahren stark zugelegt haben. Schwerpunkte des japanischen Spiels sind inzwischen das Kombinationsspiel, systematische Verteidigung und intensives Laufspiel.

Hohe Erwartungen

Star der Mannschaft ist Rekordspielerin Homare Sawa (156 Spiele, 75 Tore). Die 32-jährige Mittelfeld-Akteurin steht bei Washington Freedom in der WPS (USA) unter Vertrag. Zudem sind noch drei weitere Nationalspielerinnen im Ausland aktiv: Aya Miyama (Los Angeles Sol, USA), Mami Yamaguchi (Atlanta Beat, USA) und Kozue Ando, die wie Nagasato zu Jahresbeginn nach Deutschland wechselte und für den FCR Duisburg kickt.

"Es werden hohe Erwartungen in mich gesetzt, ich muss viele Tore schießen. Wir möchten unsere Qualitäten bei der WM unter Beweis stellen, und das gilt auch für mich persönlich. Ich habe das nötige Selbstvertrauen, weil ich inzwischen genügend Erfahrung gesammelt habe", weiß Nagasato.

Die Japanerinnen konnten zwar auf dem großen internationalen Parkett bislang noch nicht triumphieren, aufgrund ihrer Entwicklung in den letzten Jahren muss man aber mit ihnen rechnen. Sie haben konsequent die physischen und taktischen Defizite, die sie gegenüber den Mannschaften aus Europa und Amerika hatten, ausgemerzt und werden nach den Erfolgen der letzten Jahre beflügelt in das Turnier gehen. Der Einzug ins Viertelfinale muss das Minimalziel sein, und mit einem guten Lauf sowie etwas Glück könnten die wilden Nelken sogar den Titel holen.

Nordkorea verliert Finale bei den Asien-Spielen gegen Japan

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung