WM-Neuling: Äquatorialguinea im Porträt

Afrikas next rising star

Von Markus Matjeschk
Sonntag, 28.11.2010 | 22:26 Uhr
Absolut synchron: Äquatorialguineas Frauen beim Freudentaumel - 2011 auch in Deutschland?
© Imago
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Sie sind eigentlich ein unbeschriebenes Blatt und feiern in Deutschland 2011 ihr WM-Debüt. Trotzdem sorgen die Fußball-Frauen aus Äquatorialguinea schon im Vorfeld des Turniers für jede Menge Schlagzeilen. Mit dabei ist eine 21-Jährige, die Jena zu ihrer Wahlheimat erklärt hat.

Kleines Experiment: Schnappen Sie sich einen Globus und versuchen Sie auf Anhieb ein Land zu finden, das kleiner ist als Brandenburg. Ergebnis: Ohne jegliche Hilfsmittel werden Sie zumindest Schwierigkeiten haben, mit Ihrer Suche erfolgreich zu sein.

Oder wissen Sie wo Äquatorialguinea liegt?

Auf der Fußball-Weltkarte führte Äquatorialguinea bislang jedenfalls ein Schattendasein. Das wird sich im Sommer nächsten Jahres aber ändern. Denn was die Männer noch nicht geschafft haben, das ist der Frauen-Fußballnationalmannschaft jetzt gelungen: die Qualifikation zur Weltmeisterschaft 2011 in Deutschland. Grund genug also, sich eingehender mit dem WM-Neuling zu beschäftigen.

Von Malabo nach Jena

Star der Mannschaft ist die erst 21-jährige Genoveva Anonma. 2008 schoss sie die Nationalmannschaft beim Africa-Cup zum Titelgewinn und wurde als Torschützenkönigin prompt zur besten Spielerin des Turniers gewählt. Seither ist Anonma ein gefragtes Ziel für Autogrammjäger, wenn sie durch die Straßen der Hauptstadt Malabo schlendert. Doch sie ist nicht mehr oft in ihrer Heimat.

Mit 18 Jahren wagte sie den großen Schritt. Die Reputation der Frauen-Bundesliga lockte. Raus aus Afrika, rein ins kalte Deutschland. Statt in der gewohnten Umgebung findet sich Anonma nun in einer Wohngemeinschaft mitten in einem Jenaer Plattenbau wieder, weit weg von der Familie. Ein großer Schritt für einen Teenager.

Bis heute hat Anonma die Entscheidung nicht bereut, spielt noch immer für den FF USV Jena und fühlt sich wohl in der thüringischen Universitätsstadt.

Im nächsten Jahr treffen ihre beiden Welten für 22 Tage aufeinander. Die Weltmeisterschaft in Deutschland wird für die 1,68 Meter große Angreiferin zum bedeutendsten Ereignis ihrer bisherigen Karriere, sowohl sportlich als auch emotional.

Entwicklung erst am Anfang

Dabei steckt die Entwicklung des Frauenfußballs in Äquatorialguinea eigentlich noch in den Kinderschuhen. Die Bedingungen sind mit denen in Europa oder den anderen großen Fußballländern nicht zu vergleichen. Von professionellen Strukturen keine Spur. Eine einzige organisierte Liga gibt es in Äquatorialguinea. Zwölf Mannschaften treten dort gegeneinander an. Über derartige Zustände würde man anderswo nur milde lächeln.

Doch der mangelhaften Infrastruktur zum Trotz hat sich eine Nationalmannschaft formiert - und sie ist erfolgshungrig. Gerade einmal acht Jahre liegt das erste Länderspiel zurück. Am 11. August 2002 setzte es in der Qualifikation zur WM 2003 in den USA eine 0:3-Pleite gegen Angola. Seitdem geht es steil bergauf.

2006 folgte die erste Teilnahme am Africa-Cup. Gerade einmal zwei Jahre später krönte sich Äquatorialguinea zur besten Mannschaft auf dem schwarzen Kontinent. 2010 musste man sich im Finale einzig Nigeria, der bis dato besten afrikanischen Frauenfußballmannschaft, geschlagen geben.

Nun also die Qualifikation für die WM in Deutschland. "Wir sind alle gespannt auf die erste Teilnahme Äquatorialguineas an einer Frauen-WM", freut sich die Präsidentin des WM-Organisationskomitees, Steffi Jones, auf das Debüt der Nummer 62 der FIFA-Weltrangliste. "Die Mannschaft hat sich auf beeindruckende Weise gegen Mannschaften wie Kamerun, Algerien, Ghana und Südafrika durchgesetzt und das Ticket nach Deutschland absolut verdient."

Fader Beigeschmack

Einige afrikanische Verbände sehen das anders. Schwere Vorwürfe wurden im Anschluss an den Afrika-Cup in diesem Sommer erhoben. Unter den Spielerinnen sollen sich zwei Männer befinden. Neben Salimata Simpore auch der Star der Mannschaft, Genoveva Anonma.

Schnell wurden in den Medien Vergleiche zur Leichtathletin Caster Semenya gezogen, Geschlechtstests gefordert. Wilde Spekulationen häufen sich. Die sensationelle Qualifikation Äquatorialguineas für die Weltmeisterschaft bekommt einen faden Beigeschmack.

Es ist nicht das erste Mal, dass kritische Stimmen laut werden. Nigerias Nationaltrainerin Eucharia Uche klagt: "Wie schon 2008 spielen bei Äquatorialguinea mindestens zwei Männer mit. Afrikas Verband muss sofort einschreiten. Denn wenn alles erst im nächsten Jahr in Deutschland auffliegt, wird es für ganz Afrika einfach furchtbar peinlich werden." Starker Tobak.

Neben Nigeria legten auch Südafrika und Ghana Beschwerde beim afrikanischen Verband CAF ein. Der Stachel sitzt tief.

Anonma dementiert die Vorwürfe natürlich: "Schon 2006 und 2008 kamen diese Vorwürfe auf. Da habe ich Tests gemacht, obwohl ich sie verletzend finde. Es gibt diese Vorwürfe, weil ich eben so schnell und stark bin. Aber ich weiß, dass ich auch als Frau so sein kann."

Der Verband wehrt sich

Auch der äquatorialguineische Verband FEF wehrt sich vehement gegen die Anschuldigungen: "Meldungen, wonach in unserem Frauenteam zwei Männer zum Einsatz kommen, entbehren jeder Grundlage." Ein Ausschluss der beiden Spielerinnen seitens des afrikanischen Verbands gilt als unwahrscheinlich. Die Gerüchte werden wohl weiterhin im Raum stehen. Doch die Vorfreude auf das Turnier-Debüt sollen sie nicht trüben.

Selbstredend wird der Rummel auch für weitere Popularität sorgen. Popularität, die dem Land auf andere Weise zugute kommen könnte, beispielsweise dem Tourismus, der für die kleine afrikanische Republik bislang nur eine untergeordnete Rolle spielt.

Ein Land stellt sich vor

Spätestens im nächsten Sommer wird der Fokus aber wieder aufs Sportliche gerichtet sein. Dann präsentiert sich bei der Weltmeisterschaft in Deutschland ein kleiner afrikanischer Staat über den man, grob gesagt, noch nicht viel weiß.

Und um noch einmal auf unser Experiment zurückzukommen: Äquatorialguinea liegt übrigens an der Westküste Afrikas, versteckt zwischen Kamerun und Gabun. Gut fürs Allgemeinwissen und absolut geeignet, um im nächsten Jahr beim Fußballstammtisch Eindruck zu schinden.

Der Spielplan für die WM 2011

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