Donnerstag, 16.09.2010

Nach 5:0-Sieg Deutschlands über Kanada

Silvia Neid nur mit dem Ergebnis zufrieden

Deutschlands Fußball-Frauen schossen Kanada mit 5:0 ab. Dennoch ist Nationaltrainerin Silvia Neid nicht zufrieden mit dem Auftakt der Vorbereitung auf die Heim-WM 2011. Die Mängelliste ist lang.

Fatmire Bajramaj traf für Deutschland gegen Kanada zum 2:0
© Getty
Fatmire Bajramaj traf für Deutschland gegen Kanada zum 2:0

Auf dem Papier stand ein Kantersieg, doch DFB-Trainerin Silvia Neid sah nach dem Auftakt der Vorbereitung auf die Heim-WM 2011 noch viel Anlass zur Kritik.

"Ich will den Sieg nicht zu hoch hängen. Es gibt einiges, was mir nicht gefallen hat. Wir haben noch viel Arbeit vor uns", sagte Neid nach dem 5:0 (1:0) gegen Kanada in Dresden.

Die von Neid aufgeführte Mängelliste war durchaus beachtlich. Fehlende Souveränität in der Abwehr, zu viele Stockfehler, mangelnde Chancenverwertung und fehlende flüssige Kombinationen hatte die Fußballlehrerin auf dem Zettel stehen.

Denn erst als den Kanadierinnen in der letzten Viertelstunde die Kraft ausging, sahen die 20.000 Fans doch noch das erhoffte Torfestival.

Kulig: "Weniger aufs Tor schießen, öfter treffen"

"Wir sollten vielleicht weniger aufs Tor schießen, dafür aber öfter treffen", sagte die vor allem in der ersten Hälfte überragende Kim Kulig. Die U-20-Weltmeisterin riss das Spiel immer wieder an sich und bediente die Stürmerinnen mit sehenswerten Pässen.

Dennoch rannte sich die DFB-Elf immer wieder in den kanadischen Reihen fest. Um den Schlaf bringt Neid das stockende Spiel dennoch nicht.

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Bis zum Auftakt der Heim-WM Ende Juni in Berlin bleibt noch viel Zeit - und Neid heizt den Kampf um die Stammplätze an. "Es muss sich jeder gegen jeden durchsetzen. Wir haben viele Alternativen", sagte die 46-Jährige.

Neid: Auch Stammspielerinnen droht die Bank

Neid will alle Eventualitäten ausschließen und Verletzungen während der WM gleichwertig kompensieren können. "Meine Aufgabe ist es, die beste Mannschaft auf das Feld zu schicken. Deshalb wird es in der nächsten Zeit passieren, dass auch mal eine vermeintliche Stammspielerin auf der Bank sitzt."

Dass Neid es ernst meint und auch vor Experimenten nicht zurückschreckt, demonstrierte sie am Mittwochabend im Rudolf-Harbig-Stadion.

Die bislang unumstrittene Abwehrchefin Ariane Hingst fand sich nach ihrer Einwechslung im defensiven Mittelfeld neben Kulig wieder. Das sei, sagte Neid, durchaus die Position, auf der sie Hingst derzeit sehe.

"Hingst-Experiment" gelungen

Das Hingst-Experiment erwies sich gleich als Volltreffer. Die Frankfurterin war in der zweiten Halbzeit die Taktgeberin des deutschen Spiels und bereitete das 2:0 durch Fatmire Bajramaj mustergültig vor, nachdem Inka Grings per Foulelfmeter bereits in der zweiten Minute das 1:0 erzielt hatte.

Alexandra Popp, Torschützenkönigin der U20-WM, Melanie Behringer und Celia Okoyino da Mbabi stellten den Endstand her.

In diesem Jahr bleiben Neid noch zwei Länderspiele für weitere Experimente. Am 28. Oktober geht es in Wolfsburg gegen Australien, die Nummer elf der aktuellen Weltrangliste.

Am 25. November steht ein weiteres Länderspiel an, im Kopf haben alle aber schon die Heim-WM. Stürmerin Bajramaj brachte es auf den Punkt: "Den Titel nicht zu gewinnen, wäre eine Klatsche. Da will ich gar nicht dran denken."

Deutschland - Kanada 5:0: Nach der Pause brechen alle Dämme


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