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Fussball

BVB schlägt Spurs problemlos

Pierre-Emerick Aubameyang traf an der White Hart Lane doppelt
© getty

Borussia Dortmund hat das Viertelfinale der Europa League erreicht. Der BVB gewann auch das Rückspiel bei Tottenham Hotspur mit 2:1 (1:0). Das Hinspiel am vergangenen Donnerstag hatte Dortmund mit 3:0 für sich entschieden.

Vor 36.284 Zuschauern an der ausverkauften White Hart Lane erzielte Pierre-Emerick Aubameyang die Führung für den BVB (24.).

Nach 70 Minuten legte der Gabuner das 2:0 nach. Kurz darauf erzielte Heung-Min Son den Ehrentreffer für die Spurs (74.).

Dortmund bleibt im Jahr 2016 damit weiterhin ungeschlagen. Die Bilanz des BVB lautet nun: 14 Pflichtspiele, zwölf Siege, zehn davon ohne Gegentor.

Die Auslosung des Viertelfinals findet am Freitag um 13 Uhr in Nyon statt. Ausgetragen wird die Runde der letzten Acht am 7. und 14. April.

Die Reaktionen:

Mauricio Pochettino (Teammanager Tottenham): "Wir haben viel gelernt. Dortmund hat auf Champions-League-Niveau gespielt. Nach dem Gegentreffer war es schwierig für uns. Im Hinspiel waren wir nicht gut genug, heute waren wir auf Augenhöhe. Wir sind natürlich enttäuscht."

Thomas Tuchel (Trainer Dortmund): "Wir haben wieder eine außergewöhnliche Leistung gezeigt. Es bedeutet uns sehr viel, als erste deutsche Mannschaft an der White Hart Lane gewonnen zu haben. Dazu bedurfte es einer besonderen Leistung und einer besonderen Haltung."

Der Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: In Tottenhams Startelf gibt es vier Änderungen im Vergleich zum letzten Pflichtspiel (2:0 bei Aston Villa): Davies, Mason, Son und Trippier spielen für Kane, Rose (beide Bank) sowie Dembele und Walker (nicht im Kader). Auch Eriksen steht nicht im Kader. Lamela macht sein 100. Spiel für die Spurs.

Beim BVB sind es fünf Änderungen im Vergleich zum letzten Pflichtspiel (2:0 gegen Mainz): Weidenfeller, Subotic, Piszczek, Ginter und Weigl spielen für Bürki, Sahin, Kagawa, Hummels und Durm (alle Bank). Schmelzer bestreitet sein 50. Europapokalspiel.

14.: Schmelzer bedient Mkhitaryan im Strafraum. Der legt an der Grundlinie mit der Hacke zurück auf Reus. Dessen Schuss landet am Außennetz neben dem linken Pfosten.

23.: Eckball Tottenham von rechts. Am kurzen Pfosten steigt Dier hoch und köpft die Kugel knapp rechts am Tor vorbei.

24., 0:1, Aubameyang: Castro und Schmelzer bauen Druck auf Dier auf, der zum Ballverlust gezwungen wird. Aubameyang nimmt gut 25 Meter aus halblinker Position den Ball auf, bekommt dabei viel Freiraum und sendet das Leder per feinem Distanzschuss ins rechte Eck. Traumtor!

28.: Aubameyang schnappt sich die Kugel von Wimmer und läuft frei auf das Gehäuse zu. Normalerweise ist das der zweite Treffer des Gabuners, doch er entscheidet sich noch für ein Dribbling. Alderweireld klärt.

41.: Beste Chance der Spurs! Lamela steckt aus dem Zentrum durch auf Son, der frei vor Weidenfeller aber verzieht - links daneben.

45.: Nach tollem Einsatz von Reus läuft Mkhitaryan alleine aufs Tor zu. Alderweireld setzt im letzten Moment zur Grätsche an und klärt zur Ecke.

59.: Castro spielt einen exzellenten Pass in die Gasse. Aubameyang kommt in vollem Lauf auf den Kasten zugelaufen, muss eigentlich nur quer auf Reus legen, schießt aber in den Londoner Abendhimmel.

70., 0:2, Aubameyang: Der BVB kontert über Castro und Mkhitaryan. Mkhitaryan spielt den entscheidenden Pass auf Aubameyang, der von rechts in den Strafraum zieht und mit seinem Schuss Lloris keine Chance lässt.

74., 1:2, Son: Subotic gerät ein Rückpass viel zu kurz. Son ist da, umkurvt Weidenfeller und schiebt ins leere Tor ein.

Fazit: Eine für Dortmund nie gefährdete Partie gegen erneut enttäuschende Spurs. Am Ende steht für den BVB der hochverdiente Einzug in die nächste Runde.

Der Star des Spiels: Pierre-Emerick Aubameyang. Ließ fast schon leichtfertig einige gute Chancen liegen, schoss aber auch wieder zwei Treffer - darunter das Traumtor zur frühen Entscheidung dieses Duells. Steht nun bei 35 Toren in 40 Pflichtspielen. Trotz Patzer auch stark beim BVB: Subotic.

Der Flop des Spiels: Ryan Mason. Schwache Vorstellung des defensiven Mittelfeldspielers. Körperlich gegen die Dortmunder deutlich unterlegen, verlor über 75 Prozent seiner direkten Duelle. Kam mit der Schnelligkeit des BVB-Spiels im Zentrum überhaupt nicht zu Recht.

Der Schiedsrichter: Nicola Rizzoli. Der Italiener war ein souveräner Leiter in einer Partie ohne brenzlige Situationen. Hatte das Geschehen jederzeit im Griff, dazu mit seiner charismatischen Art angenehm im Auftreten gegenüber den Akteuren. Hätte lediglich Masons Grätsche gegen Mkhitaryan ahnden müssen (65.).

Das fiel auf:

  • Der BVB erneut im zuletzt mehrfach praktizierten Hybriden aus Fünfer- und Dreierkette. Diesmal war Piszczek das Verbindungsglied, das bei Ballbesitz Spurs von seiner Position im rechten Mittelfeld aus die Viererkette auffüllte. Dazu bei eigenem Ballbesitz der weit aufgerückte Schmelzer auf dem linken Flügel.
  • Dortmund überließ den Gastgebern zu weiten Teilen den Ballbesitz. Tottenham fand weder durch das Zentrum, noch über die Flügel die nötigen Passverbindungen, um sich einmal in den Rücken der BVB-Formation zu kombinieren.
  • Die Borussia, bei der Subotic und Sokratis erstmals unter Tuchel die Innenverteidigung bildeten, stand defensiv meist sehr sicher. Bis auf den Treffer - ein Geschenk von Subotic - brachten die Spurs im gesamten Spiel keine einzigen Schuss auf den Kasten von Weidenfeller.
  • Die Gäste während der gesamte Partie allerdings mit Schwierigkeiten beim Timing ihrer Pässe. Dortmund unterliefen zahlreiche leichtfertige Fehlpässe, besonders in Umschaltsituationen in die Offensive. Diese Probleme kosteten Tuchel an der Seitenlinie einige Nerven.

Daten & Statistiken: Tottenham Hotspur - Borussia Dortmund

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