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Castro verhindert erste BVB-Pleite

Donnerstag, 01.10.2015 | 22:56 Uhr
Borussia Dortmund bleibt auch im 14. Pflichtspiel unter Thomas Tuchel ungeschlagen
© getty
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Borussia Dortmund bleibt unter Thomas Tuchel weiter ungeschlagen. Am 2. Spieltag der Gruppenphase der Europa League holte der BVB bei PAOK Saloniki ein 1:1 (1:0) und führt die Gruppe C damit mit vier Punkten an.

Vor 20.000 Zuschauern im Stadion Toumba gingen die Hausherren durch den ehemaligen Nürnberger Robert Mak mit ihrer ersten Torchance des Spiels in Führung (34.).

Gonzalo Castro erzielte in der 72. Minute den Ausgleich und traf damit erstmals in einem Pflichtspiel für den BVB.

Reaktionen:

Thomas Tuchel (Trainer BVB): "Wir haben eine super Mischung gefunden, eine tolle erste Halbzeit und vor allem super erste halbe Stunde gespielt. Dann kriegen wir aus dem gar nichts das Gegentor, sind allerdings dominant geblieben und haben uns durch nichts aus der Ruhe bringen lassen. Wir haben das Tempo weiter erhöht und an uns geglaubt. Das war eine bemerkenswerte Leistung."

Gonzalo Castro (BVB): "Wir haben über 90 Minuten gezeigt, dass wir unbedingt gewinnen wollten. Leider hat das Quäntchen Glück in der einen oder anderen Szene gefehlt. Wir können zufrieden sein, ärgern uns über trotzdem über zwei verpasste Punkte. Wir hatten genug Chancen für ein zweites Tor. Mit dem 1:1 in einer hitzigen Atmosphäre können wir aber zufrieden sein. PAOK hat uns relativ viel Ballbesitz gegeben. Über 90 Minuten haben wir es relativ gut und abgeklärt gemacht."

Sven Bender (BVB): "Wir haben es ordentlich gemacht, wollten eine gute Balance zwischen Defensive und Offensive finden. Saloniki war ein ganz unangenehm zu spielender Gegner. Wir können mit dem 1:1 leben, wobei sogar ein bisschen mehr drin gewesen ist."

Der Spielfilm:

Vor dem Anpfiff:

Bei PAOK steht ein alter Bekannter erstmals in der Startelf: Berbatow, ehemals für Leverkusen aktiv, beginnt im Sturm. Auch Tziolis (Bremen), Costa (Wolfsburg), Tzavellas (Frankfurt) und Mak (Nürnberg) waren einst in Deutschland aktiv.

Hummels, Sokratis, Kagawa, Gündogan und Aubameyang zu Hause - daher läuft beim BVB eine im Vergleich zum 2:2 gegen Darmstadt auf acht Positionen veränderte Elf auf, die es in dieser Zusammensetzung noch nie gab. Weidenfeller, Piszczek, Subotic, Bender, Park, Castro, Hofmann und Januzaj spielen für Bürki, Ginter und Schmelzer (alle Bank) sowie die genannten Fünf.

2.: Hofmann kommt über rechts, spielt in den Strafraum leicht in den Rücken von Reus, bekommt den Ball hoch zurück und zieht direkt volley ab. Die Kugel landet auf dem Netz.

24.: Januzaj steckt auf halblinks in den Strafraum durch auf den startenden Castro. Dessen Schuss aus sieben Metern entschärft Olsen mit guter Parade.

28.: Mkhitaryan steckt auf rechts durch in den Lauf von Hofmann. Dessen flache Hereingabe wird noch leicht abgefälscht, Reus verpasst in der Mitte um wenige Zentimeter.

34., 1:0, Mak: Nach einem langen Ball von Tziolis löst sich Mak auf halbrechts von Subotic, taucht in den Strafraum ein und zieht aus acht Metern ab. Der Ball schlägt unhaltbar für Weidenfeller unter die Latte ein.

59.: Berbatow bringt Weidenfeller mit einem frechen Versuch aus sehr großer Distanz ins Schwitzen. Der Bulgare zieht nach Ballgewinn in der Dortmunder Hälfte sofort ab, weil der BVB-Keeper zu weit vorm Tor steht. Doch der Schuss segelt knapp drüber.

71.: Freistoß BVB von halblinks. Reus hebt den Ball über die Mauer, doch Olsen kratzt die Kugel aus dem linken Eck.

72., 1:1, Castro: Nach einem Anspiel von Schmelzer von der linken Außenbahn will Castro von der Strafraumgrenze mit einem flachen Steilpass Hofmann bedienen. Der 23-Jährige läuft gut ein und verwirrt damit PAOK-Schlussmann Olsen, so dass dieser Castros Ball ins Tor passieren lässt.

81.: Nach einem langen Ball kocht der eingewechselte Jairo Subotic ab und ist auf halblinks frei durch. Aus spitzem Winkel bekommt der Brasilianer die Kugel aber nicht an Weidenfeller vorbei.

82.: Der anschließende Eckball zieht eine Flanke von Tzavellas nach sich, die beinahe den Weg ins Tor findet. Weidenfeller rettet.

86.: Nach einem schönen Flankenwechsel zu Schmelzer auf der linken Außenbahn bringt der Nationalspieler den Ball scharf nach innen und erwischt mit der Hereingabe einen Gegenspieler, der mit seinem Querschläger Olsen zu einer tollen Parade zwingt.

88.: Nach der nächsten geblockten Hereingabe von Schmelzer fällt der Abpraller genau vor die Füße von Park, der von der Strafraumgrenze mit links abzieht und das Tor von Olsen um Zentimeter rechts verfehlt.

Fazit: Erneut rannte Dortmund einem vermeidbaren Rückstand hinterher und blieb lange Zeit blass. Nach dem Ausgleich steigerte sich der BVB, die Punkteteilung geht unter dem Strich in Ordnung.

Der Star des Spiels: Gonzalo Castro. Sehr engagierte Vorstellung des Neuzugangs, der die zahlreichen Dortmunder Angriffe immer wieder anschob und viele Ballaktionen verzeichnen konnte. Dazu mit der für lange Zeit besten Torchance des BVB - und dem nötigen Glück beim Ausgleich.

Der Flop des Spiels: Neven Subotic spielte erstmals seit dem 2. Spieltag der Bundesliga - und man merkte ihm die fehlende Wettkampfpraxis an. Spielte vor dem 0:1 auf Abseits und hätte stattdessen den Laufweg von Mak aufnehmen sollen. Begünstigte mit schwachem Zweikampfverhalten auch die gute Gelegenheit für Jairo kurz vor Schluss. Schwach bei PAOK: Sabo.

Der Schiedsrichter: Anthony Taylor (England). Beim Duell zwischen Costa und Reus im Strafraum der Griechen nicht auf Elfmeter zu entscheiden war korrekt (5.). Mak stand bei seinem Treffer wohl hauchdünn im Abseits. Den Tschechen nach dessen Torjubel mit Gelb zu bestrafen, hätte sich Taylor allerdings sparen können. Alle restlichen persönlichen Strafen hatten dagegen ihre Berechtigung.

Das fiel auf:

  • Dortmund hatte in einem 4-2-3-1 mit Januzaj und Hofmann auf den Flügeln sowie Reus im Angriffszentrum früh die Kontrolle über das Spiel erobert. PAOK verteidigte im 5-3-2 allerdings sehr kompakt, zu hochkarätigen Torabschlüssen kam der BVB nicht.
  • Auffällig: Die Borussia suchte auf einem sehr holprigen Geläuf seltener als sonst den Weg durch das Zentrum, sondern forcierte das Spiel über die Flügel. Dort konnte sich der BVB jedoch kaum in den Eins-gegen-eins-Duellen durchsetzen oder effektiv zur Grundlinie vordringen.
  • Der BVB verlor nach dem Rückstand etwas den Zugriff auf die Partie, Saloniki gewann leichter und häufiger die direkten Duelle. Dortmund kombinierte Handball-ähnlich um den Strafraum herum, doch dort fehlten Tempo, Tiefe und somit die nötigen Lücken. Zwischen der 24. und 71. gab die Borussia keinen einzigen Torschuss ab.
  • Nach der Hereinnahme von Schmelzer und dessen im Vergleich zu Park deutlich offensiveren Positionierung bekam der BVB mehr Zug ins Flügelspiel, auch Reus taute im rechten Halbraum gegen Ende der Partie auf. Dortmund drückte in der Schlussphase auf den Sieg.

Saloniki - Dortmund: Die Statistik zum Spiel

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