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Schalke verpasst Sieg in Donezk

Donnerstag, 18.02.2016 | 22:58 Uhr
Schalke und Donezk lieferten sich über 90 Minuten eine intensive Partie
© getty
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Der FC Schalke 04 ist im Sechzehntelfinal-Hinspiel der Europa League nicht über ein torloses Remis bei Schachtjor Donezk hinaus gekommen. Königsblau hatte die besseren Gelegenheiten, inklusive eines indirekten Freistoßes, nutzte seine Chancen aber nicht.

20.000 Zuschauer sahen im Stadion zu Lwiw, wo Schachtjor aufgrund der politisch unruhigen Lage in der Heimat noch immer seine Heimspiele austrägt, eine von Kontern und Fehlern - aber auch von Chancen geprägte Partie. Keines der beiden Teams wirklich das Kommando übernehmen, dennoch hatte Schalke mit seinen Kontern durch Belhanda (14.) sowie durch Sane (24./48.) zunächst die besseren Chancen.

Im zweiten Durchgang drückte Königsblau dann noch mehr, hatte aber Pech, als der Treffer von Matip wegen eines vermeintlichen Fouls nicht gegeben wurde (67.). Geis vergab die Großchance auf den Führungstreffer, als er einen indirekten Freistoß aus fünf Metern in die Mauer setzte (75.). Auch eine späte Gelb-Rote Karte gegen Kucher (86.) konnte Schalke nicht mehr ausnutzen. So wartet im Rückspiel am kommenden Donnerstag (25.2., 19 Uhr) eine gefährliche Ausgangslage.

Die Reaktionen:

Eric-Maxim Choupo-Moting (Schalke 04): "Es ist ärgerlich, dass wir hier kein Tor geschossen haben. Dennoch haben wir eine gute Partie gezeigt. Es ist ein riskantes Ergebnis für das Rückspiel, aber da werden wir von Beginn an auf Sieg spielen."

Andre Breitenreiter (Trainer Schalke 04): "Das wird im Rückspiel ein hartes Stück Arbeit. Wir haben uns in eine hervorragende Position gebracht, es ist aber ärgerlich, dass wir die zahlreichen Chancen nicht verwertet haben. Allerdings sind wir überzeugt von unserem Team und weiterhin optimistisch. Dennoch hat Schachtjor teilweise seine Qualität gezeigt."

Ralf Fährmann (Schalke 04): "Wir haben viele gefährliche Situationen kreiert, aber uns leider nicht belohnt. Das Weiterkommen wird zuhause entschieden. Ich bin da guter Dinge, wenn wir so auftreten wie heute."

Der Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Im Vergleich zur jüngsten Pleite gegen Mainz kehrt bei Schalke Stürmer Choupo-Moting (Prellung) zurück - dafür muss Huntelaar auf die Bank, Königsblau setzt offenbar auf Geschwindigkeit. Kapitän Höwedes (Muskelfaserriss) sowie der gesperrte Höjbjerg stehen dagegen nicht zur Verfügung. In Abwesenheit von Höwedes und Huntelaar durfte sich Torwart Fährmann die Kapitänsbinde überstreifen.

Donezk muss sich indes nach der langen Winterpause in der Offensive neu aufstellen. Top-Angreifer Alex Teixeira verließ Schachtjor Anfang Februar in Richtung China, Mittelfeldmann Fred wurde von der FIFA wegen eines Dopingverstoßes bis zum 26. Juni gesperrt.

14.: Nach kurzer Abtastphase geht es hier voll zur Sache: Donezk versucht, das Kommando zu übernehmen, Schalke agiert zunächst etwas abwartend. Doch die erste Großchance haben die Gäste: Choupo-Moting und Belhanda kombinieren sich auf rechts durch den Schachtjor-Strafraum, dann spielt Belhanda auf engstem Raum zwei Verteidiger aus. Seinen Schuss kratzt Srna aber hinter dem geschlagenen Pyatov von der Linie.

24.: Es bleibt eine lebhafte Partie. Sane kommt freistehend zum Kopfball, trifft die Kugel sieben Meter vor dem Tor aber nicht richtig - und im Gegenzug hat Schachtjor die Riesenchance! Srnas verunglückte Flanke landet direkt bei Gladkiy, der aus der Drehung sofort abzieht. Fährmann rettet per Fußabwehr.

29.: Donezk wird jetzt deutlich stärker, die Entlastungen für die Schalker Defensive dagegen seltener und kürzer. Taison lässt Geis stehen, marschiert mal eben durch die halbe Schalker Hälfte und bedient Kovalenko. Dessen Schuss rauscht knapp am langen Pfosten vorbei.

48.: Auch im zweiten Durchgang hat Schalke die erste Chance: Caicara flankt von rechts mustergültig zwischen beide Innenverteidiger, wo Sane aus fünf Metern frei zum Kopfball kommt - das lange Eck aber um Zentimeter verpasst.

67.: Chancen-Dreierpack für Schalke: Sane setzt sich im Eins-gegen-Eins durch und legt zurück, Goretzka hält drauf, der etwas verunglückte Schuss landet direkt bei Belhanda. Der agiert aber zu überhastet, kein Problem für Pyatov. Kurz darauf ist Schachtjors Schlussmann erneut gefragt: Meyers Schuss nach einer Ecke kommt platzierter, doch wieder hält Pyatov sicher. Und dann ist Donezk im Glück: Matip trifft nach einer Ecke, Schiedsrichter Göcek gibt den Treffer aufgrund eines minimalsten Körperkontaktes aber nicht.

75.: Jetzt wird es wild: Zunächst fischt Pytov Belhandas Schlenzer sensationell aus dem Winkel, kurz darauf entscheidet Göcek nach einer Ecke auf absichtlichen Rückpass. Indirekter Freistoß für Königsblau! Geis knallt die Kugel allerdings in die Mauer, auch wenn Donezk hier bei einem vermeintlichen Handspiel wohl Glück hatte. Quasi im Gegenzug rettet Fährmann gleich doppelt - ein Treffer liegt in der Luft!

86.: Schachtjor-Abwehrchef Kucher muss nach seinem zweiten Foul innerhalb kürzester Zeit zurecht mit Gelb-Rot runter.

Fazit: Aus Schalker Sicht eine vergebene Chance - hier war heute für Königsblau ohne Zweifel ein Sieg möglich. Donezk begann zwar gut, aufgrund der zweiten Hälfte, die klar an die Gäste ging, dürften die Ukrainer mit dem Remis aber zufrieden sein.

Der Star des Spiels:Andriy Pyatov. Schalke hatte das klare Chancenplus und auch die deutlich gefährlicheren Möglichkeiten. Pyatov war aber heute ein sicherer Rückhalt für Schachtjor, und mehr als das: Mit mehreren guten Paraden sicherte er Donezk eine gute Ausgangslage für das Rückspiel auf Schalke.

Der Flop des Spiels: Viktor Kovalenko. Eine gute Kombination brachte Schachtjors Mann im Offensivzentrum zustande - mehr war nicht drin. Sowohl im Pressing, als auch im Offensivspiel kam hier viel zu wenig, Gladkiy hing dadurch enorm in der Luft - und hatte dennoch mehr Szenen als Kovelenko.

Der Schiedsrichter: Hüseyin Göcek (Türkei). Kein guter Auftritt: Nach anfangs kleinlicher Line ließ er zunächst mehr laufen, wurde dann aber wieder strenger - ein roter Faden in der Zweikampfbewertung fehlte. Meyer keinen Elfmeter zu geben war zwar richtig (34.), den Treffer von Matip zurück zu pfeifen allerdings eine extrem harte Entscheidung (67.). Gleiches gilt für die Entscheidung, vor dem indirekten Freistoß auf absichtlichen Rückpass zu entscheiden. Bei selbigem übersah Göcek dann aber ein Handspiel eines Spielers in der Mauer.

Das fiel auf:

  • Schalke, wie anhand der Aufstellung bereits zu erahnen war, wollte eine langsame Schachtjor-Verteidigung mit Tempo knacken. Das gelang vereinzelt auch mal, insbesondere über die rechte Seite: Mit Choupo-Moting und Caicara fuhr Königsblau hier seine gefährlichsten Angriffe.
  • Aber: Bei ruhigem Spielaufbau wirkte Schalke teilweise ideenlos und verließ sich zu stark auf Einzelaktionen. Hatte Donezk Zeit, um sich in seiner defensiven Grundordnung zu formieren, fanden die Gäste nur selten Wege zum Torabschluss. Chancen waren meist das Produkt von Einzelleistungen oder Standard-Situationen. Im zweiten Durchgang wurden die Konter allerdings effektiver und gefährlicher.
  • Donezk presste Schalke zu selten hoch: Gingen die Hausherren früh drauf, bekam Königsblau durchaus Probleme im Spielaufbau. Allerdings hatte Schachtjor womöglich zu großen Respekt vor den Kontern der Gäste, erst im zweiten Durchgang wurde das aggressivere Pressing häufiger.
  • Insgesamt konnte lange keines der beiden Teams das Spiel so richtig an sich reißen, wenn gelang das am ehesten noch Donezk. Einerseits resultierte das in einer äußerst abwechslungsreichen, von Kontern geprägten Partie, andererseits aber fehlte auf beiden Seiten die klare Linie im jeweils letzten Spielfelddrittel. Dabei half es wenig, dass insbesondere im ersten Durchgang viele Fouls das Bild prägten.
  • Donezk hatte sich zwar Ende November mit elf Liga-Siegen in Folge in die Winterpause verabschiedet - das Duell mit Schalke war aber seither das erste Pflichtspiel. Von Rost war zumindest anfangs wenig zu spüren, in der zweiten Hälfte merkte man den Hausherren aber an, dass sie die Spielpraxis über volle 90 Minuten noch nicht wieder drin haben.

Schachtjor Donezk - Schalke 04

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