Donnerstag, 16.04.2015
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Europa League, Viertelfinale: Hinspiel

Eiskaltes Neapel erledigt Wolfsburg

Der VfL Wolfsburg hat das Viertelfinal-Hinspiel in der Europa League gegen den SSC Neapel vor heimischem Publikum mit 1:4 (0:2) verloren. Das Erreichen des Halbfinales ist damit vor dem Rückspiel am 23. April in weite Ferne gerückt.

Gonzalo Higuain nahm bei der Führung die Hand zur Hilfe
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Gonzalo Higuain nahm bei der Führung die Hand zur Hilfe

Vor 26.000 Zuschauern in der Volkswagen Arena erzielte Gonzalo Higuain (15.) die schnelle Führung für die Gäste, hatte den Ball aber zuvor mit dem Arm angenommen. Marek Hamsik (23.) legte wenig später nach. Andre Schürrle traf in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit nur die Latte.

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Neapel blieb auch nach der Halbzeit weiter eiskalt und bestrafte die Wolfsburger für individuelle Fehler. Hamsik (64.) legte nach einem Doppelfehler von Diego Benaglio und Josuha Guilavogui das 3:0 nach. Mario Gabbiadini (77.) gelang nur Sekunden nach seiner Einwechslung der vierte Treffer für den SSC Neapel.

Nicklas Bendtner (80.) gelang immerhin der Ehrentreffer, der im Gegenzug beinahe von Gabbiadini wieder ausgeglichen worden wäre. Der Joker traf allerdings nur das Aluminium. Es ist der erste Sieg für Neapel auf deutschem Boden in einem internationalen Wettbewerb, zuvor standen die Italiener bei fünf Unentschieden und fünf Niederlagen.

Reaktionen:

Dieter Hecking (Trainer Wolfsburg): "Natürlich hätten wir das gern anders gestaltet. Aber wir müssen anerkennen, dass wir nicht unseren besten Tag hatten und Neapel sehr gut gespielt hat. Die Chance, dass wir das noch drehen können, ist sehr gering. Wir können aus diesem Spiel sehr, sehr viel mitnehmen für die Zukunft."

Rafael Benítez (Trainer SSC Neapel): "Das war ein klares Signal der Mannschaft, dass sie da ist. Wir haben in den letzten Spielen nicht immer unsere Chancen in Tore umgemünzt. Aber Fußball ist ein Ergebnissport. Wir hatten heute vielleicht auch das Glück, die Tore zum richtigen Zeitpunkt zu schießen."

Der Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Dieter Hecking nimmt im Gegensatz zum 2:0-Sieg in Hamburg zwei Änderungen vor. Maxi Arnold und Ivan Perisic bleiben auf der Bank, dafür spielen Luiz Gustavo und Andre Schürrle.

Benitez bringt an seinem 55. Geburtstag im Vergleich zum 3:0-Sieg gegen Florenz drei Neue. Britos, Inler und Hamsik stehen für Koulibaly, Gargano und Gabbiadini in der Startaufstellung.

15., 0:1, Higuain: Neapel im Konter. Rodriguez muss im Sprint zurück, Naldo rückt heraus. Das nimmt Wolfsburg die Ordnung, Higuain kann einen langen Ball in der Luft behaupten und an Benaglio vorbei ins Tor stochern. Das sah beim Argentinier allerdings nach Abseits und Handspiel aus.

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23., 0:2, Hamsik: Neapel spielt eiskalt. Maggio vernascht Rodriguez und Schürrle, um dann mit etwas Glück auf Higuain zu spielen, der wiederum den startenden Hamsik sieht. Der Pass geht mitten durch die Innenverteidiger und muss vom Slowaken nur noch veredelt werden.

Die besten Bilder der Viertelfinal-Hinspiele
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29.: Rodriguez bringt eine Ecke von der linken Seite, Naldo springt am höchsten. Der Kopfball des Brasilianers geht jedoch knapp über die Latte.

45+1.: Ein klassischer Schürrle-Move. Der Nationalspieler geht mit wenigen Schritten von links in die Mitte und haut einfach mal drauf. Andujar lenkt den Ball an die Latte.

49.: Wolfsburg ist auch nach der Pause unsicher. Higuain ist frei durch, Benaglio verkürzt den Winkel aber geschickt und kann den Versuch so abblocken.

64., 0:3, Hamsik: Benaglio spielt Guilavogui an, der bereits einen Gegenspieler im Rücken hat. Der Franzose bekommt Panik und legt nach links ab. Von dort startet Callejon durch, sieht Hamsik, der wiederum zum 3:0 vollendet.

66.: Perisic versucht es aus gut 30 Metern mit dem linken Hammer. Der Ball geht nicht weit über das rechte Kreuzeck.

70.: Überragende Parade von Andujar. Guilvagui startet in den Strafraum und bekommt den Ball von halbrechts flach auf den Fuß. Andujar reagiert blitzschnell und verhindert den Gegentreffer.

77., 0:4, Gabbiadini: Das dürfte es gewesen sein mit dem Halbfinale. Insigne hat links Platz ohne Ende, nachdem Higuain ein Zuspiel durch die Beine lässt. Seine Flanke findet den eben eingewechselten Gabbiadini, der Benaglio etwas unglücklich aussehen lässt.

80., 1:4, Bendtner: Immerhin der Ehrentreffer. Bendtner drückt eine der zahlreichen flachen Flanken über die Linie.

82.: Gabbiadini ist noch frisch. Die Nummer 23 versucht es aus der Distanz und trifft die Latte.

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Fazit: Hochverdienter Sieg für die Gäste aus Neapel, die nicht nur vor dem Tor eiskalt waren, sondern auch gut verteidigten. Wolfsburg agierte zu ideenlos und wirkte gedanklich müde.

Der Star des Spiels: Gonzalo Higuain schwächelte in der Liga zuletzt ein wenig. Gegen Wolfsburg gelang ihm aber die frühe Führung und wenig später der geniale Assist zum 2:0. Er stellte die Zeichen auf Sieg und blieb auch im Anschluss einer der aktivsten Spieler auf dem Platz. Ebenfalls stark: Hamsik und Britos.

Der Flop des Spiels: Bas Dost hatte keinen leichten Stand. Im Sturmzentrum bekam er kaum Bälle und wurde so seiner größten Stärke beraubt. 13 Ballkontakte sind jedoch viel zu wenig, egal ob Strafraumstürmer oder nicht. Hecking nahm ihn schnell nach der Pause vom Platz, damit ist der Niederländer nun seit 743 Minuten ohne Pflichtspieltor. Benaglio und Guilavogui sahen ebenfalls nicht gut aus.

Der Schiedsrichter: Antonio Matheu Lahoz (Spanien) einmal mehr mit keinem guten Auftritt. Der Führung war sowohl eine Abseitsposition, als auch ein Handspiel vorangegangen. In der Zweikampfbeurteilung ohne echte Linie. Kam zwar ohne Karten aus, hätte sie aber in der ein oder anderen Situation ziehen müssen.

Das fiel auf:

  • Wolfsburg war bis zur Führung Neapels die aktivere Mannschaft. Über die offensivere linke Seite schoben Rodriguez und Schürrle an, echte Chancen wussten die Gäste aber zu verhindern. Anschließend wurde gekontert und das meist sehr effektiv, weil bei Wolfsburg die Abstände zwischen den Mannschaftsteilen nicht stimmten.
  • Nach den beiden Treffern kamen die Wölfe besonders über Dribblings in das letzte Drittel. Dort verloren sie allerdings zu viele Bälle, Chancen wurden kaum mehr über das Kollektiv erarbeitet. Im Spielaufbau wurden sie konsequent von den hochstehenden Italienern gestört, was das Spiel hektisch und zerfahren machte.
  • Als der Schock verdaut war, fand Wolfsburg wieder etwas besser ins Spiel. Die Struktur wurde wieder besser. Nach der Pause wurde die Konzentration auf Durchbrüche über die Flügel noch deutlicher. Die meist flachen Flanken von der Grundlinie wurden aber souverän geklärt.
  • Neapel spielte in der zweiten Halbzeit ein starkes Mittelfeldpressing, in dem die beiden Sechser mit Ball vom Rest der Mannschaft isoliert wurden. Besonders Higuain und Hamsik taten sich mehrmals positiv hervor und erzwangen so auch das 3:0.

VfL Wolfsburg - SSC Neapel: Die Statistik zum Spiel

Ben Barthmann

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Ben Barthmann(Redaktion)

Ben Barthmann, Jahrgang 1995, ist seit 2013 bei SPOX. Aufgewachsen in München studiert er nebenbei Sportmanagement, ist DFB-Lizenzinhaber und schreibt nicht nur über Fußball, sondern steht selbst als Trainer auf dem Platz. Obwohl das Augenmerk auf den Rasenplätzen dieser Welt liegt, hat er auch ein Herz für UFC, Darts, Tennis und die WWE.


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