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Europa League, 3. Spieltag

Gladbach holt den ersten Dreier

Von Kevin Niekamp
Donnerstag, 23.10.2014 | 23:30 Uhr
Borussia Mönchengladbach konnte den ersten EL-Sieg der Saison bejubeln
© getty
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Borussia Mönchengladbach hat vor dem Topspiel gegen die Bayern den ersten Sieg in der diesjährigen Europa-League-Saison gefeiert und weiter Selbstvertrauen getankt. Gegen Apollon Limassol siegte der Tabellenzweite der Bundesliga verdient mit 5:0 (1:0). Damit hat die Borussia weiterhin alle Chancen auf das erreichen der K.o.-Runde.

Borussia Mönchengladbach bleibt auch im 14. Pflichtspiel der Saison weiter ohne Niederlage und feiert vor 38.000 Zuschauern im heimischen Borussia Park den ersten Sieg in der Europa League. Ibrahima Traore brachte die Hausherren nach einer katastrophalen Aktion von Hugo Lopez früh in Führung (11.).

Nach der Pause erhöhten Branimir Hrgota (56.), erneut Traore (66.) und der eingewechselte Herrmann (83.). Ein Eigentor von Angelis Angeli (90.+1) bedeutete den Schlusspunkt. Im Parallelspiel siegte Villarreal gegen Zürich mit 4:1, wodurch die Borussia mit fünf Punkten auf den zweiten Rang klettert.

Durch den Sieg der Borussia siegten erstmals seit dem 3. Spieltag der Saison 2012/13 sechs deutsche Teams im internationalen Wettbewerb. Damals waren es allerdings jeweils drei Siege in der CL und EL (Dieses Mal: 4 Siege CL, 2 Siege EL). Insgesamt erzielten die deutschen Teams dabei 26 Tore.

Die Reaktionen:

Lucien Favre (Trainer Borussia Mönchengladbach): "Am Ende sind alle froh und zufrieden. Wir waren bis zum 2:0 ein wenig nervös, der Treffer war sehr wichtig und hat uns erleichtert. Von der Bank aus war es schön anzusehen. Es ist leicht zu sagen, dass es ein leichter Gegner war.

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Lucien Favre tauscht zu Beginn der vielen englischen Wochen vier Mal. Wendt verteidigt für Alvaro Dominguez hinten links, auf den Flügeln beginnen Traore und Hazard für Herrmann und Andre Hahn. Dazu ersetzt Hrgota Raffael in der Spitze.

Die Gäste aus Zypern hatten ihr letztes Pflichtspiel vor der Länderspielpause am 6.10. Das Spitzenspiel gegen Nea Salamis wurde mit 0:4 verloren, was die zweite Niederlage und den zweiten Platz in der heimischen Liga bedeutet. Gleichzeitig gibt der neue Trainer Ioan Andone sein Debüt.

9.: Erste gute Möglichkeit für die Gastgeber. Hazard mit einem starken Zuspiel in die Tiefe. Max Kruse nimmt den technisch anspruchsvollen Ball direkt, aber Keeper Bruno Vale ist schnell unten.

11., 1:0, Traore: Solche Einladungen kann man nicht ablehnen. Lopez hat den Ball an der eigenen Eckfahne, hat ewig Zeit das Leder wegzuschlagen, geht stattdessen ins Dribbling und verliert den Ball an Wendt. Hrgota bedient Traore, der die Kugel aus 17 Metern platziert ins Netz donnert.

29.: Doppelchance der Borussia! Zunächst ein guter langer Ball auf Kruse, der von zwei Zyprern bedrängt wird. Limassol kann den Ball allerdings nicht klären. Traore bekommt die Kugel auf rechts, flankt butterweich und Kruses Kopfball lenkt Vale mit einem sensationellen Reflex über die Latte.

45.: Das muss das 2:0 sein. Traore mit einem wunderbaren Ball auf Hrgota, der leicht abgedrängt alleine auf Vale zu läuft. Der Schuss des Schweden wird in die Mitte geklärt, wo Hazard den Abpraller eigentlich nur noch einschieben muss, aber kläglich vergibt.

56., 2:0, Hrgota: Traore zieht von rechts in den Strafraum, wackelt zwei Gegenspieler aus und zieht ab. Vale kann den Ball zur Seite abwehren, wo Hrgota nicht im Abseits steht und das 2:0 im Fallen einstochert.

66., 3:0, Traore: Hazard zieht mal wieder zur Mitte und bedient Hrgota der den Ball nicht richtig kontrollieren kann. Traore kommt angerauscht und zimmert die Kugel ähnlich wie beim ersten Tor ins Netz.

83., 4:0, Herrmann: Und auch der eingewechselte Herrmann darf noch einmal. Hazard wird auf rechts frei gespielt. Der Belgier hat ganz viel Zeit zum Flanken, Herrmann läuft ein und drückt den Ball über die Linie. Vale ist chancenlos.

90.+2, 5:0, Angeli (Eigentor): Hazard bleibt die Krönung seines guten Arbeitstages verwehrt. Die UEFA gibt Angeli den Treffer. Gladbach spielt sich geduldig um den Strafraum, bis sich die Lücke ergibt. Hazard zieht aus spitzem Winkel ab, der Ball schlägt leicht abgefälscht im kurzen Eck ein. Eigentor.

Fazit: Hochverdienter Sieg der Borussia, der auch in dieser Höhe in Ordnung geht. Die Gäste aus Zypern fanden keine Mittel und Wege, sich gegen das Gladbacher Spiel zu wehren.

Star des Spiels: Ibrahima Traore. Was ein Auftritt! Der 26-Jährige war der Aktivposten im Gladbacher Spiel. Schoss zwei Tore selbst, bereitete zwei Tore vor und leitete in der ersten Hälfte die besten Chancen von Hrgota und Kruse ein. Arbeitete zudem in den wenigen Offensivaktionen der Gäste gut nach hinten mit. Auch stark: Hrgota mit drei Torbeteiligungen.

Flop des Spiels: Hugo Lopez. Leitete die Niederlage mit seiner komplett unnötigen Aktion ein. Auch in der Folge agierte der Spanier bei seinen Offensivaktion höchst unglücklich. Verzog in der ersten Halbzeit überhastet und vergab die große Chance zum Ausgleich kurz nach der Pause, als er zu lange mit dem Abschluss zögerte.

Der Schiedsrichter: Yehen Aranovsky. Hatte in einer insgesamt fairen Partie keine größeren Probleme. Ließ Nordtveit ohne Karte in der ersten Hälfte in die Kabine. Bleib seiner Linie treu, die Karten lange stecken zu lassen. Bei Stranzls Foul hätte es die Karte allerdings nicht gebraucht (55.). Eine falsche Abseitsentscheidung beim Stande von 3:0 fällt bei einer guten Leistung kaum ins Gewicht.

Das fiel auf:

  • Hazard und Traore zogen immer wieder von außen ins Zentrum - egal ob mit oder ohne Ball. So landeten nahezu alle zweiten Bälle bei der Borussia. Gleichzeitig war auf den Flügeln so extrem viel Platz, den Korb und vor allem Wendt immer wieder für Offensivaktionen nutzten, da sie in der Defensive so gut wie nie gefordert waren.
  • Die vier Offensiven im Gladbacher System, Kruse, Hrgota, Traore und Hazard, waren extrem variabel. Keiner der vier hatten eine feste Position. Die Hintermannschaft der Gäste kam so nie zur Ruhe und hatte laufend Probleme.
  • Die Gladbacher Defensive leistete sich kurz vor der Pause einige leichtsinnige Fehler, die gegen Gegner mit besserem Pressing höchste Gefahr heraufbeschwört hätten. Dies war vor allem der Tatsache geschuldet, dass die Gladbacher den Spielaufbau flach aus der Abwehr gestalten wollten.
  • Nordtveit und Xhaka verteilten die Bälle im Mittelfeld oft mit langen Bällen auf die Flügel. Traore und Hazard waren meist die Adressaten ganz nah an der Außenlinie. So wurde das Spielfeld extrem breit und die Abwehr der Gäste auseinandergezogen.

Mönchengladbach - Apollon: Die Statistik zum Spiel

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