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FC Sevilla gewinnt Europa League

Mittwoch, 14.05.2014 | 23:40 Uhr
Ivan Rakitic (l.) im Zweikampf mit Ezequiel Garay
© getty
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Der FC Sevilla hat die Europa League gewonnen. Die Spanier setzten sich in einem spannenden Finale nach 120 torlosen Minuten gegen SL Benfica im Elfmeterschießen mit 4:2 durch.

Vor 39.000 Zuschauer in der ausverkauften Juventus Arena verwandelte Kevin Gameiro den entscheidenden Elfmeter zum 4:2-Sieg. Zuvor hielt Sevilla-Keeper Beto zwei Elfmeter von Oscar Cardozo und Rodrigo.

Der Fluch von Benfica hält somit weiter an. Die Portugiesen, die bereits im letzten Jahr im Finale Chelsea unterlagen, verloren somit ihr achtes Finale im Europapokal in Folge und warten seit 52 Jahren auf einen internationalen Titel.

Trotz des Sieges erlebte Marko Marin einen kuriosen Abend. Der Deutsche wurde in der 78. Minute eingewechselt und musste noch im Verlauf der ersten Halbzeit der Verlängerung wieder zum Duschen. Er ist somit der erste Spieler in der Geschichte des UEFA-Pokals sowie der Europa League, der in einem Finale ein- und wieder ausgewechselt wurde. Was der Grund für die Auswechslung war, ist nicht geklärt. Dennoch gewann der Deutsche bereits zum zweiten Mal in Folge die Europa League.

Die Reaktionen:

Jorge Jesus (Benfica Lissabon): "Wenn man verliert, ist es immer schwer. Besonders wenn man über 120 Minuten die Mannschaft war, die mehr für das Spiel getan hat und die besseren Chancen hatte. Jetzt ist nicht der Moment, um zurückzublicken. Wir haben es nicht verdient, als Verlierer vom Platz zu gehen."

Unai Emery (FC Sevilla): "Ich glaube, die bessere Mannschaft hat gewonnen. Wir haben verdient gewonnen, und ich wiederhole es gerne, sind eine Mannschaft, die sehr gut verteidigen kann. Man muss ehrlich sein und ich glaube, dass wir verdient gewonnen haben."

...über die Auswechslung von Marin: "Wir haben im Training gesehen, dass er Probleme hatte, aber er meinte, er wäre fit. Aber er war nicht im besten Zustand."

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Sevilla-Coach Unai Emery nimmt im Vergleich zum Halbfinale gegen Valencia überraschend eine Änderung vor: Routinier Navarro muss auf die Bank und wird vom jungen Moreno ersetzt.

Bei den Portugiesen, die im 4-4-2 beginnen, fehlen mit Perez, Markovic und dem zuletzt eingewechselte Salvio gleich drei wichtige Spieler gesperrt. Sulejmani und Gomes rutschen dafür in die erste Elf.

14.: Beto lässt einen Freistoß aus dem rechten Halbfeld nach vorne klatschen. Garay ist am zweiten Pfosten jedoch zu überrascht, um etwas mit dem Ball anzufangen.

24.: Bitter für Benfica! Sulejmani muss mit Schulterproblemen vom Feld. Almeida kommt für ihn ins Team und verteidigt hinten rechts. Pereira rückt dafür ins Mittelfeld.

37.: Erste gute Chance des Spiels! Sevilla schaltet nach Ballgewinn blitzschnell um. Reyes mit dem schönen Pass auf den gestarteten Moreno. Dieser wackelt am rechten Sechzehnereck Luisao aus und zirkelt den Ball ins lange Eck. Schöner Schuss, doch der Keeper steht richtig und pflückt die Kugel runter.

40.: Gomes hat nach einem blöden Ballverlust von Reyes ganz viel grüne Wiese vor sich. 25 Meter vor dem Tor spielt er quer auf den mitgelaufenen Vitolo. Rodrigo geht als letzter Mann dazwischen und klärt in höchster Not.

45.: Beste Chance des Spiels! Pereira taucht nach einem feinen Heber vom rechten Flügel völlig frei vor Beto auf. Sein Lupfer pariert der Keeper allerdings stark.

45.+1: Rodrigo bekommt 20 Meter vor dem Kasten die Kugel, tankt sich am Strafraum an Fazio vorbei und zieht ab. Beto taucht runter und fischt den kräftigen Schuss aus dem linken Eck.

45.+2: Dieses Mal taucht Gaitan alleine vor Beto auf. Faizo setzt von hinten die riskante Gräschte an, erwischt allerdings den Ball. Gaitan fällt zwar, doch die Pfeife von Schiri Brych bleibt stumm.

48.: Doppelchance für Benfica! Pereira leitet den Konter mit einem schönen Pass auf Lima ein. Der hat am linken Eck ganz viel Zeit. Sein Schuss und der Abpraller von Rodrigo werden allerdings in höchster Not geblockt.

61.: Vitolo mit der schönen Flanke in die Mitte. Auf Höhe des Elfmeterpunkts taucht Reyes auf und nimmt den Ball direkt. Sein Schuss ist allerdings zu zentral. Kein Problem für Oblak.

72.: Pereira taucht völlig blank am rechten Flügel auf und legt durch den Strafraum quer zu Lima. Der schafft es jedoch nicht, Druck hinter die Kugel zu bringen.

84.: Limaaaa! Der Brasilianer zieht aus gut 20 Metern einfach mal ab. Beto bringt gerade noch die Hände nach oben. Starker Reflex des Keepers.

90.: Garay versucht es nach Ecke und Abpraller in Höhe des Elfmeterpunkts mit einem Seitfallzieher, aber der Ball geht drüber.

102.: Welch ein Sprint von Bacca, der sich den Ball im Laufduell mit Luisao über die rechte Seite etwas weit vorlegt und die Kugel dann mit dem Außenrist links über das Gehäuse schießt. Knappe Kiste!

104.: Marin, der erst in der 78. Minute ins Spiel kam, muss schon wieder zum Duschen. Was der Grund für die Auswechslung ist, ist nicht klar.

Elfmeterschießen:

0:1 Lima

1:1 Bacca

Beto hält gegen Cardozo

2:1 Mbia

Beto hält gegen Rodrigo

3:1 Coke

3:2 Luisao

4:2 Gameiro

Fazit: Obwohl sich Benfica über 120 Minuten die besseren Chancen herausspielte, hatten beide Teams ihre starken Phasen in der Partie. Letztlich siegte im Elfmeterschießen die glücklichere Mannschaft.

Der Star des Spiels: Stephane Mbia. War neben Ivan Rakitic zentrale Station im Aufbauspiel der Spanier. Verteilte einerseits die Bälle stark nach außen und hielt zudem in der Defensive den Laden dicht. Gewann fast 70 Prozent seiner Zweikämpfe, blockte zahlreiche Schüsse in höchster Not und machte so gut wie keine Fehlpässe - 85 Prozent seiner Zuspiele kamen zum Mann. Übernahm im Elfmeterschießen außerdem Verantwortung und verwandelte bärenstark.

Der Flop des Spiels: Carlos Bacca. Der Sevilla-Stürmer ließ sich zwar vor allem zu Beginn der Partie häufig fallen, um sich Bälle zu holen. Hing aber aber im Verlauf der Partie immer mehr in der Luft. Da die Spanier meist über die Außen kam, war von dem Kolumbianer im zweiten Durchgang nichts mehr zu sehen. Ließ in der Verlängerung zudem die Riesenchance (102.) aus.

Der Schiedsrichter: Felix Brych (München) hatte in seinem ersten Europapokalendspiel vor allem in ersten Durchgang alle Hände voll zu tun. Die zahlreichen Nickligkeiten zu Beginn der Partie bekam er mit den frühen Gelben Karten gegen Fazio (11.) und Moreno (12.) schnell in den Griff. Auch bei den kniffligen Elfmeterentscheidungen in der 45. und der 56. Minute lag der Deutsche richtig. Letztlich ein arbeitsreicher, aber souveräner Auftritt des Münchners.

Das fiel auf:

  • Benfica überraschte die Spanier mit einem schwungvollen Beginn und hatte vor allem in den ersten 15 Minuten deutlich mehr von der Partie. Sevilla hingegen wirkte träge und fand zunächst nur über die Härte ins Spiel.
  • Bei Sevilla sahen bereits nach 12 Minuten mit Fazio und Moreno zwei der vier Abwehrspieler Gelb. Beide ließen sich im Verlauf des Spiels dadurch aber nicht beeinflussen.
  • Die Portugiesen glichen sich dem robusten Spiel von Sevilla an. Dadurch entstand vor allem im ersten Durchgang eine hektische und wilde Partie mit extrem vielen Unterbrechungen, der Spielfluss litt merklich. Den ersten Schuss aufs Tor gab es erst in der 37. Minute durch Moreno.
  • Benfica verpasste es mit den guten Chancen vor und nach dem Seitenwechsel, die verdiente Führung zu erzielen und mehr aus den Spielanteilen zu machen. Bei Sevilla hingegen hatte bis zum Seitenwechsel kaum ein Angriff Struktur. Gefährlich wurde es lediglich nach Kontern.
  • Im zweiten Durchgang drehte sich das Blatt um 180 Grad. Der FC Sevilla öffnete das Visier und schaffte es immer wieder, über die Außen Druck nach vorne auszuüben. Im letzten Pass fehlte jedoch stets die Genauigkeit. Von Benfica war bis zur Verlängerung nicht mehr viel zu sehen.
  • Seit 1997/98 ist es das zweite UEFA-Cup/Europa-League-Endspiel ohne Tore. Zuvor gab es dies nur 2000 zwischen Arsenal und Galatasaray.

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