Fussball

Lazio wirft enttäuschende Gladbacher raus

Von Stefan Rommel / Alex Truica
Lazios Gonzalez schaltet schneller als Wendt und erzielt aus kurzer Distanz das 2:0
© getty

Borussia Mönchengladbach ist im Sechzehntelfinale der Europa League an Lazio Rom gescheitert. Im Rückspiel setzte es gegen die Italiener einen 0:2 (0:2)-Niederlage. Nach dem 3:3 aus dem Hinspiel ist die Borussia damit klar gescheitert.

Vor lediglich 24.000 Zuschauern im Stadio Olimpico - darunter 10.000 aus Gladbach - erzielten Antonio Candreva (10.) und Alvaro Gonzalez (33.) bereits vor der Pause die Tore für die Gastgeber.

Gladbach verpasst damit den ersten Achtelfinaleinzug seit 18 Jahren. Lazio trifft in der Runde der letzten 16 nun auf den VfB Stuttgart, der sich bei KRC Genk mit 2:0 durchsetzte.

Reaktionen:

Lucien Favre (Trainer Borussia Mönchengladbach): "Wir haben große Fehler gemacht und hatten zu viele Ballverluste. Rom ist eine gute Mannschaft, es war schwer. Wir haben hektisch und zu langsam gespielt. Es war zu wenig Bewegung in unserem Spiel."

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Lazio ohne Mauri und Torjäger Klose. Lulic und wie in den letzten Wochen gewohnt Floccari dürfen beginnen. Kapitän Ledesma ist zurück. Die Borussia mit Cigerci und De Jong in der Startelf. Xhaka und Hanke nehmen zunächst auf der Bank Platz.

10., 1:0, Candreva: Dominguez bekommt den Ball als letzter Mann, legt ihn sich mit dem Außenrist vor - und übersieht den heransprintenden Candreva. Der nimmt den Ball auf und geht alleine auf ter Stegen zu. Flacher Abschluss aus 14 Metern, rechts an ter Stegen vorbei.

33., 2:0, Gonzalez: Radu hat am linken Sechzehnereck zu viel Zeit und Platz. Trockener Schuss aufs rechte Eck. Ter Stegen wehrt den Ball zur Seite ab. Wendt ist gegen Gonzalez nicht aufmerksam genug und lässt dem Laziali den Nachschuss. Gonzalez knallt die Kugel im Fallen aus fünf Metern unters Dach.

66.: Dominguez legt am Sechzehner ab auf Stranzl. Satter Schuss aus 21 Metern, aber Marchetti ist schnell genug im linken Eck.

77.: Endlich geht's mal blitzschnell. De Jong spielt den finalen Pass auf Younes. Der geht an Marchetti vorbei, produziert dann die hanebüchene Schwalbe. Statt Tor oder Elfmeter gibt's Gelb für Younes.

80.: Younes schön auf de Jong. Der zieht mit links aus zwölf Metern ab. Marchetti klatscht nach vorne ab. Herrmann kommt aber unter Bedrängnis kurz vor dem Tor nicht an den Ball.

Fazit: Verdienter Sieg für Lazio gegen eine Borussia, die ihr schwächstes Spiel in dieser Europa-League-Saison ablieferte.

Der Star des Spiels: Cristian Ledesma ordnete Lazios Spiel vorzüglich. Der Kapitän brachte Stabilität und Ruhe rein, schob wenn nötig auch mal energisch mit an und war genau der Typ Spieler, der der Borussia an diesem Abend abging.

Der Flop des Spiels: Alvaro Dominguez leistete sich in der ersten halben Stunde immer mal wieder einen Wackler im Spielaufbau und natürlich den dicken Bock unmittelbar vor dem 1:0, das dem Spiel schon früh einen neuen - und vor der Borussia nicht erwünschten - Anstrich gab.

Der Schiedsrichter: Huseyin Gocek hatte mit der fairen Partie keine Probleme und leistete sich keine Fehler. Erkannte stark Younes' Schwalbe (77.).

Die Trainer:

Vladimir Petkovic setzte in der Abwehr wieder auf eine Viererkette. Eine gute Entscheidung. Ebenso wie der Plan, flott nach vorne zu verteidigen und sich nicht hinten einzugraben.

Lucien Favre musste verletzungsbedingt Arango runternehmen und versuchte es mit dem dribbelstarken Younes über die linke Seite. Der sorgte immerhin für ein wenig Wirbel. Stellte später mit Hanke noch einen weiteren Angreifer aufs Feld.

Das fiel auf:

 

  • Lazio attackierte die Borussia schon relativ früh und vor allen Dingen in hohem Tempo. Das hatte einige unkontrollierte Befreiungsschläge zur Folge; auch das 1:0 entstand so. Gladbach hatte damit im Spielaufbau so seine Probleme, musste unter Druck immer wieder zu ter Stegen zurückpassen und gab so jede Menge Bälle einfach weg.
  • De Jong hing auch deshalb im Sturmzentrum total in der Luft und sah so gut wie keinen Ball. Gegen Cana oder Biava hatte er im Kopfballspiel auch kaum mal eine Chance. So fehlte im Offensivspiel der Zielspieler vorne drin, womit auch Herrmann und Arango kaum mal nachrücken konnten. Dabei lautete eins von Favres Zielen, vermehrt über die Flügel nach vorne zu stoßen.
  • Die Gäste wirkten geistig und körperlich nicht frisch, leisteten sich zu viele einfache technische Fehler, als dass wirklich mal ein vernünftiger Angriff zustande gekommen wäre. Dazu fehlte es an der Laufbereitschaft im Spielaufbau. Lazio dagegen spielte einfachen, schnörkellosen Fußball und griff auch gerne auf das Stilmittel des Fernschusses zurück. Nicht die schlechteste Entscheidung.
  • Bei fünf Gegentoren in zwei Spielen und der Leistung im Rückspiel ist Gladbach letztlich verdient ausgeschieden. Erst als alles schon verloren war, legte Gladbach eine Lethargie ab. Die Leistung an diesem Abend war aber selbst gegen einen allenfalls mittelprächtigen Gegner deutlich zu wenig. Lazio präsentierte sich in beiden Partien als reiferes Team.

 

Lazio Rom - Borussia M'Gladbach: Daten und Fakten zum Spiel

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung