Europa League - 3. Spieltag

Erster Sieg! Gladbach bleibt im Rennen

Von Daniel Reimann / Markus Matjeschk
Donnerstag, 25.10.2012 | 23:00 Uhr
Filip Daems brachte Mönchengladbach mit einem Elfmeter in Führung
© Getty
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Borussia Mönchengladbach wahrt durch einen 2:0 (1:0)-Heimsieg gegen Olympique Marseille seine Chancen aufs Weiterkommmen in der Gruppe C der Europa League.

Vor 45.000 Zuschauern im Borussia-Park erzielte Filip Daems per Elfmeter die 1:0-Führung (33.), der eingewechselte Peniel Mlapa besorgte das 2:0.

Durch den ersten Sieg im dritten Spiel hat Gladbach in der Gruppe C zu den nun punktgleichen Franzosen aufgeschlossen.

Reaktionen:

Lucien Favre (Trainer Mönchengladbach): "Jetzt ist alles offen, wir müssen zu Hause gegen Limassol gewinnen. Jetzt kommt die Meisterschaft, aber es war schön vor 46.000 Zuschauern. Es war schwer, aber wir haben intelligent verteidigt. Das 1:0 hat uns Selbstvertrauen gegeben."

Max Eberl (Sportdirektor Mönchengladbach): "Wenn Du gewinnst, dann tut das richtig gut. Die Fans haben die Mannschaft nach vorne getragen."

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Borussia-Coach Favre kehrt zum 4-4-2 zurück und bringt Herrmann für Xhaka, der als hängende Spitze hinter de Jong beginnt. Sonst erhalten alle 0:4-Verlierer aus Bremen eine zweite Chance.

Auf Seiten der Gäste drei Veränderungen im Vergleich zur 0:1-Liga-Pleite gegen ESTAC Troyes: Mendes, Barton und Remy rücken für Morel, Cheyrou und Gignac ins Team.

13.: Erste dicke Chance für OM! Weiter Diagonalball von rechts aufs lange Fünfer-Eck. Remy steht völlig blank und zimmert die Kugel volley aufs kurze Eck. Ter Stegen pariert in Volleyballer-Manier.

15.: Ecke Valbuena von links ans kurze Eck. Ter Stegen kommt nur halbherzig raus, Remy ist zur Stelle, wuchtet den Ball per Kopf aber hauchzart am linken Pfosten vorbei.

31.: Jantschke wird von Mendes mit dem Fuß am Kopf getroffen und muss ausgewechselt werden. Diagnose: schwere Gehirnerschütterung. Für ihn kommt Brouwers.

33., 1:0, Daems (Elf.): Nordtveit mit einem Rückzieher, Kabore stellt sich dämlich an und geht mit beiden Händen zum Ball - klarer Elfer. Daems tritt an: humorlos in die Mitte.

65.: Barton kommt nach Flanke von links völlig freistehend am Fünfer zum Kopfball, doch der eigene Mann, Ayew, steht im Weg.

67., 2:0, Mlapa: Keine 120 Sekunden auf dem Platz, erobert Mlapa im Mittelfeld den Ball, marschiert in Richtung Sechzehner und donnert die Kugel mit dem Vollspann satt ins rechte Eck!

72.: Um Himmels Willen! Arango mit dem Traumpass von rechts auf Rupp. Der legt am Fünfer (!) quer auf Mlapa. 7,32 Meter leeres Netz hat der Ex-Hoffenheimer vor sich, doch Mlapa drischt das Ding über die Latte. Unfassbar!

Fazit: Der Elfmeter war Geschenk und Weckruf zugleich für Gladbach. Das couragierte Auftreten ab der 30. Minute machte das mutlose Spiel der Anfangsphase vergessen und sicherte der Borussia einen dringend benötigten Dreier.

Der Star des Spiels: Die Doppelsechs Nordveit/Marx schloss im Zentrum sämtliche Räume und Passwege, so dass sich Marseilles Angriffsspiel zum Großteil auf die Außenbahnen beschränkte. Besonders Nordveit gewann viele wichtige Zweikämpfe (74 Prozent), auch Marx mit einem meist zuverlässigen Auftritt.

Der Flop des Spiels: Charles Kabore. Der Sechser war es, der Gladbach mit seinem spektakulär dämlichen Handspiel erst ins Spiel brachte. Gewann zudem im defensivem Mittelfeld nur 40 Prozent seiner Zweikämpfe, holte sich obendrauf noch die einzige Gelbe des Spiels ab. Bezeichnend für Kabores unglücklichen Auftritt: sein Schussversuch in der 42. Minute, der Kurs Richtung Eckfahne nahm.

Der Schiedsrichter: Serge Gumienny erwischte eine dankbare Partie für einen Referee. Der Elfmeterpfiff war unumstritten, knifflige Szenen hatten Seltenheitswert. Einzig eine Abseitsentscheidung gegen Marseille in der 21. Minute hätte man weiterlaufen lassen können. Zudem hätte Marx für sein Foul an Valbuena (70.) durchaus Gelb sehen dürfen.

Die Trainer:

Lucien Favre schickte in 14 Pflichtspielen nunmehr zwölf unterschiedlich zusammengewürftelte Teams auf den Rasen. Dass diese Mannschaft weder eingespielt war, noch Selbstvertrauen hatte, war von der ersten Minute an zu merken. Erst nach der Führung empfahl sich diese Elf für weitere Einsätze.

Elie Baup erhoffte sich durch sein Offensiv-Quartett Remy/Amalfitano/Valbuena/Ayew schnell vorgetragene Angriffe, die vor allem auf den Außenbahnen von den Verteidigern Mendes und Abdallah unterstützt werden sollten. In der ersten halben Stunde ging seine Rechnung auf, dann jedoch fehlte es Marseilles Angriffspiel mehr und mehr an Kreativität und Durchschlagskraft.

Das fiel auf:

 

  • Gladbach begann ängstlich und zurückgezogen, überließ Olympique die Spielkontrolle. Weil Nordveit und Marx das Zentrum gewissenhaft dicht machten, suchten die Gäste ihr Glück über die Außen. Vor allem Linksverteidiger Daems ließ dem aufgerückten Abdallah oft zu viel Platz beim Flanken. Auch Jantschke offenbarte Nachlässigkeiten im Stellungsspiel, die allerdings folgenlos blieben.
  • In der Offensive trauten sich die Gladbacher zunächst überhaupt nichts zu: Der Abschluss wurde kaum gesucht, stattdessen verliefen sich die wenigen Angriffe der Borussia in Alibipässen. Erst eine Standardsituation brachte die erste Chance (Freistoß Arango) und den kurz darauf gepfiffenen Elfmeter.
  • Die Führung verlieh dem verunsicherten Spiel der Gladbacher mehr Souveränität. Auch die zuvor dargebotene Zurückhaltung in den Zweikämpfen war fortan passe. Marseille hingegen fand unter Zugzwang stehend kaum mehr ins Spiel.
  • Nach dem Seitenwechsel ergriff Gladbach häufiger die Initiative, bei Kontern rückte nun auch die gesamte Offensivabteilung mit auf und sorgte für mehr Anspielstationen und größere Torgefahr. Marseilles Spiel über außen hingegen krankte, weil Rupp und Arango energischer nach hinten arbeiteten und die Abstimmung mit den Verteidigern nun besser funktionierte.
  • In der Schlussphase verloren die Gäste jegliche Motivation, sodass die Borussia das Spiel locker über die Zeit brachte.

Borussia Mönchengladbach - Olympique Marseille: Daten & Fakten

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