Stuttgart lässt zwei Punkte liegen

Von Stefan Rommel
Donnerstag, 20.09.2012 | 20:58 Uhr
Vedad Ibisevic (r.) brachte den VfB Stuttgart früh in Führung
© Getty
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Der VfB Stuttgart ist mit einem Remis in die Gruppenphase der Europa League gestartet. Gegen Steaua Bukarest kam die Mannschaft von Bruno Labbadia zum Auftakt der Gruppe E über ein 2:2 (1:1) nicht hinaus.

Vor lediglich 17.125 Zuschauern in der Mercedes-Benz Arena erzielte Vedad Ibisevic die frühe Stuttgarter Führung (5.), die Alexandru Chipciu allerdings nur 60 Sekunden später egalisierte.

Ein verwandelter Foulelfmeter von Raul Rusescu (80.) brachte dann die vermeintliche Entscheidung für die Gäste. Aber Georg Ni3edermeiers Tor fünf Minuten vor dem Ende rettete dem VfB wenigstens noch das Unentschieden.

Reaktionen:

Trainer Bruno Labbadia (VfB Stuttgart): "Wir haben ein Spiel gezeigt, in dem man sehr, sehr gute Sachen gesehen hat, aber auch sehr viele Schwächen. Man hat gesehen, dass die Mannschaft auf Nackenschläge gut reagiert, aber am Schluss müssen wir das Spiel drehen, weil wir sehr viele große Torchancen gehabt haben. Es ging heute auf und ab, teilweise haben wir Bukarest eingeladen. Nach dem 1:2 müssen wir uns belohnen für den Aufwand. So ist es für uns nur ein Teilerfolg, mit dem wir nicht ganz so zufrieden sind."

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Der VfB mit einigen Änderungen: Die Viererkette stellt sich nach den Ausfällen von Tasci, Molinaro und Hoogland quasi von selbst auf. Niedermeier, Boka und Sakai beginnen. Zudem tauscht Labbadia die beiden offensiven Mittelfeldaußen aus. Harnik und Okazaki sitzen auf der Bank, Torun und Cacau beginnen. Zudem darf Ibisevic im Europapokal ja ran und stürmt ganz vorne.

5., 1:0, Ibisevic: Hajnal weicht auf den linken Flügel aus und bekommt dort Niedermeiers öffnenden Diagonalball serviert. Flanke in die Mitte. Kopfball Ibisevic aus sieben Metern, zentral ins Netz.

6., 1:1, Chipciu: Popa spielt Nikolic im Strafraum frei. Der lässt sich neben Ulreich einfach fallen, der Ball rollt weiter. Chipciu ist zur Stelle und schiebt Sakai durch die Beine zum Ausgleich ins Tor.

30.: Szukala steht nach Bourceanus Hereingabe völlig frei, köpft aus acht Metern aber knapp rechts vorbei.

33.: Ibisevic fliegt am kurzen Fünfereck in Sakais Flanke von rechts hinein. Tatarusanu pariert den Ball aufs kurze Eck stark.

53.: Gentners abgefälschter Distanzschuss landet irgendwie auf dem Kopf des am Fünfer völlig freien Cacau... Latte! Torun verfehlt das Gehäuse im Nachschuss nur knapp.

68.: Sehr guter Angriff des VfB. Diesmal bringt Okazaki Cacau zehn Meter vor dem Tor in Position. Cacau macht eigentlich alles richtig, knallt den Ball aber aus zehn Metern ans Lattenkreuz.

80., 1:2, Rusescu: Maza geht ungeschickt in den Zweikampf mit Popa. Der nimmt den Kontakt an und fällt. Elfmeter. Rusescu flach ins linke Eck. Ulreich ohne Chance.

85., 2:2, Niedermeier: Traore überlässt links an der Strafraumgrenze für Cacau. Flanke in die Mitte. Dort lässt Niedermeier das Leder gekonnt über den Scheitel rutschen. Im langen Eck schlägt's ein.

90.: Mega-Chance! Niedermeier legt auch Ibisevic ab. Der scheitert aus vier Metern am Keeper. Cacau legt den Abpraller zurück auf Harnik. Schuss aus sechs Metern, aber wieder rettet Tatarusanu.

Fazit: Zwei verschenkte Punkte für den VfB. Zwar blieb enorm Vieles Stückwerk, trotzdem waren genug Chancen da, um die Partie nach Hause zu bringen.

Der Star des Spiels: Alexandru Bourceanu war der klassische Regisseur der Gäste, verteilte geschickt die Bälle. Lange Zeit ein deutlicher Unterschied zum zerfahrenen Spiel des VfB, bei dem Hajnal nur vereinzelt Struktur ins Spiel brachte.

Der Flop des Spiels: Gotoku Sakai legte eine tolle Hinrunde hin, war so etwas wie die Entdeckung der Saison. Die Abwesenheit mit den Nationalmannschaften Japans aber kostete ihn die komplette Vorbereitung. Gegen Steaua wurden Sakais körperliche und spielerische Defizite

Der Schiedsrichter: Serge Gummieny traf einige eigenartige Entscheidungen und hatte lange kein Maß in der Zweikampfbeurteilung. Auch die Verhältnismäßigkeit bei den persönlichen Strafen war nicht immer gegeben. Der Elfmeter für Steaua war absolut vertretbar.

Die Trainer:

Bruno Labbadia rotierte verhältnismäßig viel, wurde aber nicht von allen in die Partie geworfenen Spielern in seiner Wahl bestärkt. Torun fand kaum ins Spiel , Labbadia revidierte seine Entscheidung mit der Hereinnahme von Okazaki für Torun früh in der zweiten Halbzeit. Erst nach dem Rückstand ging Labbadia dann volles Risiko und brachte nochmal zwei schnelle Flügelspieler.

Laurentiu Reghecampf begann in einem 4-3-3, das sich bei Ballbesitz des Gegners in ein 4-5-1- verwandelte. Nach der Pause wurde er etwas vorsichtiger, wechselte früh zweimal und hatte damit das Stuttgarter Mittelfeld lange Zeit gut im Griff.

Das fiel auf:

 

  • Die neu gebildete Viererkette leistete sich unheimlich viele kleine und große Abspielfehler, kam so selbstverschuldet immer wieder unter Druck. Niedermeier und Maza fehlte es zudem an der Feinabstimmung.
  • Gotoku Sakai hängt, wie von den verantwortlichen befürchtet, brutal im Loch. Der Japaner hat die Strapazen des Sommers mit Olympia und Länderspielfahrten rund um den Globus immer noch nicht abgehakt. Sakai wirkt langsam in seinen Bewegungen und unsicher am Ball. Was umso gefährlicher ist, da in Hoogland und Molinaro zwei Außenverteidiger ausfallen und Sakai quasi spielen muss.
  • Erfreulich: Die Mannschaft steckte nie auf, zeigte Moral und gegen Ende der Partie auch den unbedingten Willen, die Partie noch zu drehen.
  • Die Abstimmung zwischen den Mannschaftsteilen hakt immer noch gehörig. Einfache Dinge funktionieren nicht, von einem geordneten Spielaufbau ganz zu schweigen. Es bleibt jede Menge Arbeit für Labbadia.
  • Den Offensivbemühungen fehlte es wie in der Bundesliga an Tempo und Genauigkeit. Die alles andere als sichere Defensive der Gäste hebelte der VfB nur in wenigen Angriffen durchdacht aus. Den Schwaben geht aus dem Zentrum weiter die nötige Kreativität ab.
  • Steaua zeigte eine ordentliche Vorstellung, wenngleich auch den Gästen einige schlimme Fehler unterliefen. Aber nach vorne waren die Rumänen immer wieder gefährlich und zeigten, dass mit ihnen im Kampf um das Weiterkommen zu rechnen sein wird.

 

VfB vs. Steaua: Die Daten zum Spiel

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