Europa League: Gruppenphase - 4. Spieltag

Dortmund wieder nur remis

Von Daniel Börlein / Thomas Jahn
Donnerstag, 04.11.2010 | 22:55 Uhr
Shinji Kagawa vergab einige gute Möglichkeiten für die Borussen
© Getty
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Borussia Dortmund muss um das Weiterkommen in der Europa League zittern. Das Team von Trainer Jürgen Klopp kam am 4. Spieltag bei Paris St. Germain nicht über ein 0:0 hinaus.

Im Pariser Parc des Princes legte die Borussia eine schwache erste Halbzeit hin, steigerte sich nach der Pause zwar, musste sich am Ende aber mit nur einem Punkt zufrieden geben, weil Robert Lewandowski kurz vor Schluss die große Chance zum Siegtreffer ausließ.

Durch das Unentschieden bringt es des BVB nun auf fünf Zähler und rangiert auf Rang drei. Beste Aussichten auf den Einzug in die nächste Runde besitzen derzeit der FC Sevilla (4:0 gegen Lwiw) mit neun Punkten und Paris mit acht.

"Das haben wir uns selbst zuzuschreiben. Wir waren zu verspielt", sagte Trainer Jürgen Klopp kritisch. "Ich habe immer daran geglaubt, dass wir noch ein Tor machen", behauptete dagegen Innenverteidiger Neven Subotic: "Wir haben alles für den Sieg getan, am Ende hat nur das Tor gefehlt."

SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Beim BVB kehrt der zuletzt gesperrte Schmelzer zurück auf die linke Abwehrseite und verdrängt Dede. Shooting-Star Götze darf rechts anstelle von Kuba ran.

18.: Ceara zieht von rechts eine perfekte Flanke aus dem Halbfeld vor das Borussia-Tor, wo Erdinc völlig frei zum Kopfball hochsteigt. Der Türke wuchtet das Ding knapp über die Querlatte - Glück für den BVB!

54.: Götze spaziert im Mordstempo durch drei PSG-Verteidiger und spielt die Kugel von der Strafraumgrenze in den Lauf von Barrios. Der setzt aus gut zehn Metern zum Flachschuss an und lässt die Kugel haarscharf am linken Pfosten vorbeizischen.

65.: Schmelzer geht gegen Erdinc zu fahrig zur Sache und so ist der Türke frei durch und rennt allein auf Weidenfeller zu. Wieder gewinnt Dortmunds Keeper das Privatduell gegen den Türken und verhindert erneut den Rückstand.

72.: Kagawa prescht in hoher Geschwindigkeit auf das Tor von Edel zu und holt aus 16 Metern ein Pfund raus. Der bislang unsicher wirkende Edel fischt die Kugel mit einer Wahnsinnsparade aus dem rechten Eck.

87.: Lewandowski zieht im Sechzehner mehrere Gegenspieler auf sich und legt die Kugel clever auf Großkreutz ab, der aus der Tiefe kommt. Der Schuss des Nationalspielers wird abgefälscht und streift knapp am Tor vorbei.

90.: Lewandowski vergibt die beste Chance der gesamten Partie! Schmelzer erkämpft sich den Ball am eigenen Sechzehner und sprintet damit fast bis zur PSG-Grundlinie durch. Die gute Flanke landet schließlich bei Lewandowski, der es nicht fertig bringt, die Kugel aus drei Metern gegen Edel im Netz unterzubringen. Unfassbar!

Fazit: Nach einer schwachen ersten Halbzeit steigerte sich der BVB nach der Pause. Am Ende wäre durchaus noch der Sieg drin gewesen.

Der Star des Spiels: Roman Weidenfeller. Der BVB-Keeper ist derzeit in der Form seines Lebens und bewies dies auch in Paris. Sicher bei Flanken, mit Übersicht in der Spieleröffnung und mit zwei Glanztaten gegen Erdinc, mit denen er Dortmund die Null festhielt.

Die Gurke des Spiels: Marcel Schmelzer. Nach seiner Sperre im Hinspiel kehrte der Linksverteidiger ins Team zurück, konnte allerdings nicht an die gewohnte Leistung anknüpfen. Machte bis auf einen Antritt kurz vor Schluss zu wenig nach vorne, stand defensiv einige Male falsch und konnte zahlreiche Flanken auf seiner Seite nicht verhindern.

Die Pfeife des Spiels: Pavel Kralovec. Der Tscheche zeigte sich äußerst großzügig und entschied sich, viel laufen zu lassen. Manchmal allerdings zu viel. Insgesamt aber ohne größere Probleme mit der fairen Partie.

Analyse: In der Bundesliga thront der BVB an den Tabellenspitze, in der Europa League müssen die Borussen dagegen ums Weiterkommen bangen. Die Klopp-Elf begann zwar extrem aggressiv und strahlte Spielwitz aus, bekam die Partie in Durchgang eins allerdings überhaupt nicht in den Griff.

Die Abstände zwischen den einzelnen Mannschaftsteilen waren bisweilen viel zu groß. In der Offensive versuchte Kagawa zwar, das Spiel zu lenken, doch immer wieder dribbelten er, Götze oder Großkreutz sich fest, statt den Abschluss zu suchen. In der Rückwärtsbewegung ließ der BVB den Gastgebern viel Raum, stand aber mit Hummels und Subotic im Abwehrzentrum allerdings gut.

Nach der Pause kam Kuba für Piszczek, Großkreutz rückte nach hinten rechts und Götze vom rechten auf den linken Flügel. Vor allem Götze kam dadurch deutlich besser ins Spiel und der BVB bekam die Partie zunehmend in den Griff. Echte Torchancen blieben dennoch Mangelware.

Die Borussia spielte bis zuletzt auf Sieg, erhöhte in der Schlussphase nochmal das Tempo, während PSG versuchte, den Punkt zu sichern und das Remis schließlich auch über die Zeit rettete.

Paris - Dortmund: Daten & Fakten zum Spiel

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