Europa League - Viertelfinale, Hinspiel

Madlung öffnet die Halbfinaltür

Von Thomas Gaber / Martin Rösch
Donnerstag, 01.04.2010 | 23:22 Uhr
Der Wolfsburger Grafite hatte einen schweren Stand im Londoner Craven Cottage
© Getty
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Der VfL Wolfsburg hat sich durch ein spätes Tor von Alexander Madlung (89.) eine vernünftige Ausgangsposition für das Viertelfinal-Rückspiel der Europa League gegen den FC Fulham geschaffen. In London kam der deutsche Meister beim 1:2 (0:0) mit einem blauen Auge davon. Bobby Zamora (59.) und Damian Duff (62.) erzielten die Tore für Fulham vor 25.000 Zuschauern.

"Wir haben uns das Leben hier unnötig schwer gemacht, denn wir hatten deutlich mehr Torchancen als Fulham. Ich hoffe, dass wir die Dinger, die wir heute nicht gemacht haben, dann im Rückspiel verwerten", sagte VfL-Manager Dieter Hoeneß.

Fulham-Coach Roy Hodgson glaubt an ein Weiterkommen: "Das späte Gegentor tut weh, aber wir werden in Deutschland das nötige Ergebnis für das Halbfinale holen."

Video von ran: Wolfsburg - Fulham: Die Highlights

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Wolfsburg mit der gleichen Elf, die letztes Wochenende 2:0 in Mainz gewann. Dzeko und Grafite sind rechtzeitig fit geworden. Torhüter Benaglio spielt zumn ersten Mal in der Europa League für den VfL.

Hodgson setzt auf die Juve-Taktik. Zamora ist einzige Spitze, dahinter spielt Gera vor einem Vierer-Mittelfeld.

22.: Geras Versuch aus 25 Metern wird von Barzagli abgefälscht. Der VfL-Schlussman lässt zunächst prallen, hat die Kugel aber dann rechtzeitig unter Kontrolle.

32.: Dempsey wird 20 Meter vor dem Kasten nicht angegriffen und lädt ab. Benaglio wehrt den strammen Aufsetzer klasse zur Seite ab. Bislang die beste Chance der Partie.

34.: Gentner bedient Dzeko im 16er, der sich mit einer schnellen Drehung etwas Platz verschafft. Kollege Grafite rauscht heran und zimmert den Ball in den englischen Nachthimmel.

Halbzeit-Fazit: Wolfsburg begann gut, ließ sich aber nach 20 Minuten den Schneid abkaufen. In der Offensive findet der VfL kaum statt, hinten brennt aber auch nicht viel an.

51.: Bei einer Gentner-Hereingabe von links springt Hangeland am Ball vorbei. Dzeko kommt mutterseelenallein aus kurzer DIstanz zum Kopfball. Der Bosnier ist allerdings zu überrascht und verfehlt knapp den linken Pfosten.

59., 1:0, Zamora: Schlimmer Fehlpass von Madlung, der die Kugel Dempsey in die Füße spielt. Der schaltet schnell und bedient Zamora. Barzagli bietet 20 Meter vor dem Kasten nur freundlichen Geleitschutz und der Goalgetter bedankt sich mit einem herrlichen Schlenzer ins lange Eck.

62., 2:0, Duff: Schöne Kombination der Gastgeber über links. Murphy gibt die Kugel flach nach innen. Zamora legt für Duff auf, der aus sieben Metern locker einschieben darf.

89., 2:1, Madlung: Da ist das wichtige Auswärtstor! Kurz ausgeführte Ecke von rechts. Misimovic zieht den Ball scharf in Richtung Tor. Madlung schraubt sich hoch und wuchtet die Pille aus sieben Metern unter die Latte.

Fazit: Glücklicher Ausgang für Wolfsburg nach viel Kampf und Krampf in London. Ein 1:0 im Rückspiel reicht fürs Halbfinale.

So diskutierten die mySPOX-User während des Spiels

Der Star des Spiels: Damian Duff. Seine beste Zeit hatte der Ire bei Chelsea, bei Fulham findet er seinen inneren Frieden. Gegen Wolfsburg unermüdlicher Antreiber mit Pferdelunge. Schnell, zweikampfstark, sicher im Passspiel. Verwirrte Schäfer und Barzagli beim 1:0, als er hinter Zamora einlief. Besorgte das 2:0 höchstpersönlich. Wolfsburg bekam Duff nie an die Kette. Mit Schäfer spielte er teilweise Jojo.

Die Gurke des Spiels: Edin Dzeko. Der Bosnier zählt zu den komplettesten Stürmern in Europa und ist auf dem ganzen Kontinent heiß begehrt. Gegen Fulham funktionierte jedoch nichts. Dzeko blieb oft am Gegenspieler hängen und offenbarte ungewohnte Schwächen im Abschluss. Die Knieverletzung, die ihn die Woche über behinderte, war ihm deutlich anzumerken.

Die Pfeife des Spiels: Damir Skomina aus Slowenien. Souveräne Leistung in einem intensiven, aber fairen Spiel. Die Gelbe Karte für Zamora nach einem harmlosen Schubser gegen Schäfer war berechtigt, da Skomina den Stürmer unmittelbar vor der Szene aufforderte, die Finger von seinen Gegenspielern zu lassen.

Die Lehren des Spiels: VfL-Trainer Köstner erwartete einen echten Fight. Er sollte Recht behalten. Wolfsburg hat die besseren Fußballer, kam aber gegen extrem giftige Londoner nie in Tritt. Fulham spielte sehr gut gegen den Ball, dem VfL blieb meist nur der lange Ball auf Dzeko oder Grafite. FFC-Torwart Schwarzer ließ sich in der Halbzeit von den Ersatzspielern warm schießen - so viel zur Gefährlichkeit der Wölfe.

In der ersten Halbzeit hatte Fulham die Hoheit im Mittelfeld und holte sich auch die zweiten Bälle. Da die VfL-Defensive aber sicher stand, ergaben sich nur Chancen durch Distanzschüsse von Dempsey oder Duff oder nach Standards durch Bulldogge Zamora.

Wolfsburg kam deutlich aggressiver aus der Kabine und gleich zu Chancen. Doch Dzeko vergab mehrfach in aussichtsreicher Position. In die Drangperiode der Wölfe fielen beide Treffer nach jeweils dummen Ballverlusten in der Vorwärtsbewegung.

Wolfsburg fehlte der Drive und die letzte Überzeugung, im Craven Cottage mehr zu holen als ein 1:2. Madlungs Tor 100 Sekunden vor Schluss kann aber noch Gold wert sein.

FC Fulham - VfL Wolfsburg: Daten und Fakten

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