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Eintracht Frankfurt - Da Costa im Interview: "Benfica wusste nicht, dass der VAR nicht zum Einsatz kommt"

Danny da Costa und Eintracht Frankfurt stehen im Europa-League-Halbfinale.

2:0 nach 4:2: Mit dem sensationellen Triumph über Benfica Lissabon hält Eintracht Frankfurt die deutsche Fahne in Europa weiter hoch. Danny da Costa kann noch gar nicht glauben, was er und seine Kollegen momentan leisten.

Nach dem Einzug ins Halbfinale der Europa League stellte sich der Rechtsverteidiger in der Mixed Zone den Fragen der Medienvertreter. Dabei gewährte er einen Einblick in sein Gefühlsleben und verriet, warum er mit Superlativen vorsichtig umgeht. Außerdem sprach er über Siegtorschütze Sebastian Rode sowie seine Art zu regenerieren. Dem kommenden Gegner, dem FC Chelsea, machte er eine Kampfansage.

Herr da Costa, nach dem 2:0 gegen Benfica stehen Sie mit der Eintracht im Halbfinale der Europa League. Ist das - abgesehen auf den Pokalsieg im vergangenen Jahr - der Höhepunkt Ihrer bisherigen Karriere?

Danny da Costa: So Spiele wie heute habe ich noch nicht oft erlebt. Aber bei uns kommt ja bekanntlich ein Highlight nach dem anderen. Man stellt sich dann wie nach dem Pokalsieg immer hin und sagt: "Besser wird's nicht." Aber das stimmt nicht. Jetzt steht man hier nach einem Halbfinal-Einzug in der Europa League gegen Benfica und sagt wieder: "Besser wird's nicht". Ich bin mittlerweile vorsichtig geworden, was solche Formulierungen angeht, weil wir immer wieder einen draufsetzen.

Wie geht man mit solchen Erlebnissen um?

Da Costa: Was wir heute geleistet haben und über die gesamte Saison hinweg leisten, ist unfassbar. Ich bin froh und stolz, dass wir dieses Spiel erfolgreich gestalten konnten. So richtig wird einem das aber wohl erst bewusst, wenn die Saison gelaufen ist, man zur Ruhe kommt und das Geschehene Revue passieren lassen kann. Dass wir so weit kommen, hat uns keiner zugetraut.

Gegen Benfica war aber auch die Mithilfe von Schiedsrichter Daniele Orsato nötig. Wie haben Sie das 1:0 durch Filip Kostic wahrgenommen?

Da Costa: Es ging alles sehr schnell. Ante (Rebic) setzt sich prima durch, Mijat (Gacinovic) schießt den Ball an den Pfosten, der Ball springt vom Pfosten zurück und Filip macht ihn rein. Dass es in der Europa League erst im Finale den Videobeweis gibt, ist bei Benfica aber gar nicht so richtig angekommen. Die wussten das nicht und haben sich minutenlang aufgeregt. In dem Fall hatten wir das nötige Glück, das man manchmal auch braucht, um weiterzukommen.

Sebastian Rode erzielte das goldene Tor zum 2:0. Wie sehr freut es Sie für ihn, dass er nach einer schweren Zeit ohne Spielpraxis bei Borussia Dortmund in Frankfurt so eine tolle Rückrunde spielt?

Da Costa: Seb ist ein super Typ. Ich hatte vom ersten Tag an nie das Gefühl, dass ihm die Spielraxis fehlt. Klar: Hinten raus hat ihm in den ersten Spielen ab und zu die Kraft gefühlt. Aber das ist nichts Außergewöhnliches. Er macht seine Sache überragend. Bei der Besprechung vor dem Spiel habe ich noch kurz mit ihm gesprochen und gesagt, dass er zwei Tore machen soll. Mit dem einen kann ich aber auch gut leben. Für ihn freut es mich ungemein. Das hat er sich verdient.

Als Nächstes geht es mit dem FC Chelsea gegen einen weiteren Hammergegner. Wie groß sind die Chancen der SGE auf den Einzug ins Finale?

Da Costa: Wenn man sieht, gegen wen wir bisher gespielt haben, haben wir sehr gute Chancen, auch Chelsea zu schlagen. Wir müssen dazu ähnlich gut auftreten wie heute, so viel ist klar. Ich bin mir aber sicher, dass wir zwei sehr gute Spiele absolvieren werden.

Sie standen im 43. Pflichtspiel der Eintracht in dieser Saison zum 43. Mal in der Startelf. Werden Sie nicht langsam müde?

Da Costa: Ich denke mir nach jedem Spiel: "Gut, das war's dann." Aber dann erhole ich mich doch schnell wieder und kann drei, vier Tage darauf wieder 90 Minuten Vollgas geben. Ich habe sehr großes Vertrauen in meinen Körper. Der macht das bisher ganz gut.

Wie regenerieren Sie sich?

Da Costa: Ich schlafe viel.

Auch heute Nacht? Können Sie nach diesem Spiel direkt einschlafen?

Da Costa: Sie können sich sicher sein, dass das heute eine ziemlich lange Nacht wird. Ab morgen heißt es dann: Ein bisschen in die Eistonne, ein bisschen aufs Fahrrad, ein bisschen vom Physio behandeln lassen und hoffen, dass ich am Montag gegen Wolfsburg wieder funktioniere.

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