Fussball

Mesut Özil bei Arsenal-Pleite nicht im Kader: "Es wird peinlich"

Von Ben Barthmann
Mesut Özil ist beim FC Arsenal aktuell kein Stammspieler.

Der FC Arsenal hat für die Handhabung der Situation rund um den deuschen Ex-Nationalspieler Mesut Özil harte Kritik von Ex-Profi Martin Keown hinnehmen müssen. Nach der 0:1-Niederlage bei Bate Borisov in der Europa League fand der TV-Experte deutliche Worte.

"Langsam wird es peinlich", sagte Keown bei BT Sport, nachdem Mesut Özil gegen die Weißrussen abermals nicht im Kader der Gunners stand. "Ist er krank, ist er verletzt? Eine der wichtigsten Dinge als Spieler ist es, verfügbar und zuverlässig zu sein", fügte der langjährige Verteidiger des FC Arsenal an.

Özil hat vier der letzten fünf Spiele in der Europa League verpasst, in der Liga kam er seit Ende Dezember nur ein einziges Mal zum Einsatz. Knieprobleme plagten den Offensivspieler, aktuell aber führt der Klub offiziell keine Verletzung an. "Er muss sich jetzt ranhalten und sich zurück ins Team arbeiten", erklärte Keown.

Martin Keown: Özil verpasste "gefühlt 100 Spiele"

Die baldige Rückkehr in die Startelf müsse nicht nur das Ziel Özils sein, sondern auch das des Trainers: "Gefühlt 100 Spiele zu verpassen, ist zumindest bemerkenswert. Ich würde auch sagen, dass es fragwürdig ist, aber nur der Spieler wird wirklich wissen, was los ist."

Dass die Londoner ohne Özil und auch ohne Aaron Ramsey eine "schlampige" Leistung boten, erklärte sich Keown dennoch nicht: "So schlecht habe ich sie noch nie gesehen. Das muss die schlechteste Leistung unter Unai Emery gewesen sein." Den ramponierten Rasen wollte er nicht als Ausrede gelten lassen: "Das ist eine billige Entschuldigung. Du musst als Arsenal besser spielen."

Der Trainer selbst zeigte sich ebenfalls wenig zufrieden mit der Darbietung seiner Spieler, verwies allerdings auf das Rückspiel: "Im Emirates werden wir unsere Arbeit fortsetzen, bessere Angriffsmomente haben und mit mehr Effizienz spielen. Dann werden wir das Spiel auch gewinnen, selbst wenn es nach diesen 90 Minuten schwerer wird."

Zur Nicht-Nominierung von Özil gab der Spanier kein Statement ab. Zuletzt hatte er dem ehemaligen Nationalspieler das Vertrauen ausgesprochen. Gegen Bate Borisov setzte Emery auf Henrikh Mkhitaryan und Alex Iwobi hinter Stürmer Alexandre Lacazette. Eingewechselt wurde Winter-Neuzugang Denis Suarez sowie Ex-Dortmunder Pierre-Emerick Aubameyang.

Andy Cole über Özil: "Wirkt wie ein Comedy-Sketch"

Die Situation um Mesut Özil sorgt mittlerweile auch außerhalb des Arsenal-Kosmos für Diskussion und Belustigung. In der Talkshow The Debate sagte etwa Ex-Manchester-United-Stürmer Andy Cole: "Mittlerweile wirkt es wie ein Comedy-Sketch. Wir wissen doch alle, wie talentiert er ist."

Cole sagte weiter: "Der Manager hat beschlossen, dass er Özil vielleicht nicht im Team wolle, dass er vielleicht nicht hart genug arbeitet oder was auch immer. Aber wenn man einen Luxus wie ihn hat, dann denke ich, wären ein paar der Jungs durchaus dazu bereit, ein bisschen härter zu arbeiten, um ihm den Ball zu geben, damit er seine Magie ausspielen kann."

Und genau dies habe Arsenal unter Arsene Wenger auch getan, denn: "Du musst deine besten Spieler aufstellen, wenn du sie brauchst. Und Özil ist einer von Arsenals besten Spielern."

Cole stellte zudem die These auf, dass die Stürmer im Team Özil auf dem Platz sehen wollten: "Wenn man Lacazette und Aubameyang fragt: 'Willst du, dass Mesut spielt?', dann würden sie ja: Ja, den ganzen Tag und immer! Daher ist es alles sehr, sehr merkwürdig."

Mesut Özil ist Top-Verdiener beim FC Arsenal

Anhand der aktuellen Lage scheint ein Wechsel Özils im Sommer 2019 durchaus möglich. Zuletzt berichtete der Telegraph, dass ein Abnehmer für den 30-Jährigen gesucht würde. Dabei stellt sich aber wohl das üppige Gehalt als Hindernis heraus. Aktuell bezieht Özil rund 350.000 Pfund pro Woche und ist damit nicht nur Top-Verdiener der Gunners, sondern auch europaweit einer der teuersten Profis.

Mit Vertrag bis 2021 ausgestattet wäre obendrein eine Ablöse fällig. Im Sommer 2013 hatten die Londoner 43 Millionen Euro an Real Madrid überwiesen, um sich die Dienste Özils zu sichern. Im Winter wurde Inter Mailand als möglicher Abnehmer gehandelt, die Italiener distanzierten sich allerdings aus finanziellen Gründen.

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