Fussball

Salzburg empfängt in der EL Leipzig: Ließe sich doch regeln, oder?

Salzburg gewann das Hinspiel in Leipzig mit 3:2.

Am 5. Spieltag der Europa League kommt es zum zweiten Dosen-Duell zwischen Salzburg und Leipzig (Do., 18.55 Uhr live auf DAZN und im LIVETICKER). Diesmal sind die Vorzeichen noch brisanter als bereits beim Hinspiel.

Als RB Leipzig Mitte September einen Verein empfing, der sich wegen bestimmter Regularien international FC Salzburg nennt aber eigentlich RB Salzburg ist, war die Ausgangslage klar: beide Vereine hatten in der diesjährigen Europa-League-Gruppenphase noch kein Spiel absolviert und somit null Punkte. Genau wie die beiden anderen Gruppenmitglieder, der Celtic FC und Rosenborg Trondheim auch.

Man konnte also mal munter draufloskicken und schauen, was passiert. Eine Niederlage wäre zwar schon ärgerlich, aber nicht allzu tragisch. Es gab ja noch fünf Spiele zu spielen und somit 15 Punkte zu vergeben. Ließe sich alles noch regeln. Zwei Monate später kommt es zum Rückspiel in Salzburg und da sieht das schon etwas anders aus.

Sechs Punkte sind nur noch zu vergeben und Leipzig braucht noch ganz dringend welche, zum sicheren Weiterzukommen sogar alle sechs. Aktuell ist die Mannschaft punktgleich mit Celtic Zweiter (je sechs Punkte) - und liegt somit deutlich hinter dem verlustpunktfreien Tabellenführer Salzburg (zwölf). Salzburg braucht zum sicheren Weiterkommen nur mehr einen Punkt.

Den könnte die Mannschaft doch auch beim abschließenden Gruppenspiel bei Celtic holen? Oder es beim Spiel gegen Leipzig wenigstens bei diesem einen benötigten Punkt belassen und nicht gewinnen? Unter Dosen könnte man sich doch helfen?

Marco Rose äußerte sich zweisprachig

So wird natürlich gescherzt an den traditionellen Stammtischen (Tische, an denen Stammgäste sitzen) und den modernen (Soziale Netzwerke). Mal weniger ernst, mal ernster. Ein gemeinsames Weiterkommen beider RB-Vereine ließe sich doch schon irgendwie regeln. Oder, Marco Rose? "Ich merke, dass sich im Umfeld ein paar Dinge entwickeln", sagte der deutsche Salzburg-Trainer, silberne Haare, silberner Bart, silberner Trainingsanzug, bei der Pressekonferenz am Dienstag über das Gemunkel. Was er davon hält, verkündete er schließlich zweisprachig: "Für die Österreicher hier sage ich: 'Owa vom Gas!' Und für die Deutschen: 'Runter vom Gas!'"

Das war aber ein bisschen schwierig, weil sogar der neben ihm sitzende Salzburger Pressesprecher entsprechend nachfragte. Ob seine Mannschaft denn auf 0:0 spielen werde, wollte er von Rose wissen. "Die Frage enttäuscht mich, da hätte ich Besseres erwartet", antwortete er. Rose lachte zwar und wollte es als Scherz verstanden wissen, aber es war ihm schon auch anzusehen, dass ihn dieses Thema sehr, sehr nervte.

"Manche meinen das sogar ernst - und beleidigen damit meine Kinderstube und die von allen Beteiligten in Salzburg und Leipzig. Es ist nicht in unserem Blut, so etwas auch nur im Ansatz in Erwägung zu ziehen", hatte Rose zuvor in einem Interview mit der Sport Bild erklärt. Leipzigs Geschäftsführer Oliver Mintzlaff nannte eine mögliche Stallorder beim Sportbuzzer "Nonsens". Rose ging dieser Gedanke "mit jeglicher Fantasie" zu weit, betonte aber: "Ich verstehe, dass das für alle Leute spannend ist und eine gewisse Brisanz birgt." Die Brisanz liegt ja nicht nur im generellen Stallorder-Verdacht, dieses Spiel schreibt noch mehr brisante Geschichten.

Geschichten von Ex-Salzburgern und den Fans

Da wären die zahlreichen ehemaligen Salzburger im Kader von Leipzig, die kurzerhand von einem Verein zum anderen transferiert wurden, sobald sie gut genug waren: Peter Gulacsi, Dayot Upamecano, Stefan Ilsanker, Konrad Laimer, Marcel Sabitzer, Kevin Kampl. Mit Amadou Haidara wird im Winter wohl der nächste folgen.

Da wären die Salzburger Fans, die sich beim Auswärtsspiel in Leipzig erstaunlich offen gegen den Schwesterklub stellten und vor allem gegen deren Trainer und Sportdirektor Ralf Rangnick, der von 2012 bis 2015 auch für Salzburg arbeitete. T-Shirts mit entsprechenden Botschaften waren zu sehen und Schmähgesänge zu hören. "Kniet nieder, ihr Bauern! Das Original Ist da!" Oder: "Ohne Salzburg wärt ihr gar nicht hier."

Nachdem Salzburg dieses Hinspiel in Leipzig tatsächlich mit 3:2 gewonnen hatte, lieferte Rangnick eine merkwürdige Erklärung für die Niederlage seiner Mannschaft: "Salzburg hat am Wochenende mehr oder weniger Testgegner auf höherem Wettkampfniveau. So können sie sich natürlich auch auf die Highlights in der Europa League konzentrieren. Das ist bei uns ein bisschen anders."

Wer wird sich wohl diesmal erklären müssen?

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