Der BVB unter Peter Stöger im März 2018: In diesem Zustand nicht zukunftsfähig

SID
Freitag, 16.03.2018 | 12:35 Uhr
Borussia Dortmund blamiert sich international und wirft ein schlechtes Licht auf die Bundesliga.
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Raus aus der Champions League, raus aus der Europa League: Borussia Dortmund blamiert sich international und wirft ein schlechtes Licht auf die Bundesliga.

Als das Grauen ein Ende hatte, unternahmen die Spieler von Borussia Dortmund tatsächlich den zaghaften Versuch, in die Ecke ihrer Anhänger zu gehen. Dort aber war ein Großteil der bemitleidenswerten Zuschauer bereits verschwunden, aus der Gruppe der Verbliebenen kamen nur vereinzelte, schwache Pfiffe. Nicht einmal berechtigter Unmut schlug der Mannschaft noch entgegen. Es war, als habe jemand dem gesamten Klub den Stecker rausgezogen.

Immerhin: Keiner der Dortmunder, die nach dem blamablen Ausscheiden auch aus der Europa League das Wort ergriffen, wollte schönreden, was da passiert war. 1:2 zu Hause, 0:0 bei Red Bull Salzburg - zwei weitgehend erbärmliche Spiele lieferten den erschreckenden Beweis dafür, dass der BVB in Europa nicht mal mehr zweitklassig ist. Wohlgemerkt: In der Bundesliga sind die Westfalen Tabellendritter und kämpfen um den Einzug in die Champions League.

PlatzTeamSp.ToreDiffPkt.
1.Bayern München2665:184766
2.Schalke 042640:301046
3.Borussia Dortmund2653:332045
4.Bayer Leverkusen2647:331444
5.Eintracht Frankfurt2635:30542
6.RB Leipzig2638:34440

Hat Peter Stöger eine Zukunft beim BVB?

In der derzeitigen Verfassung ist Borussia Dortmund nicht zukunftsfähig. Das gilt auch und zunächst für die weitere Zusammenarbeit mit Trainer Peter Stöger. "Wir diskutieren, ob es Sinn macht, weiterzumachen", sagte der Österreicher nach dem Spiel. Die Antwort kann nur lauten: nein! In der Bundesliga mag der BVB unter Stöger noch ungeschlagen sein, in der Europa League konnte aber auch er die internationale Gesamtbilanz nicht schönen: zehn Spiele, nur ein Sieg.

"Wir haben haben einiges vermissen lassen, was Mentalität und Wille angeht", sagte Roman Bürki nach der neuerlichen Blamage. Und das war noch diplomatisch formuliert. Dass der Dortmunder Torhüter der beste Mann auf dem Platz war, sagt alles - vor allem über seine Vorderleute um die indisponierten Mario Götze und Michy Batshuayi.

Es hätten, prangerte Kapitän Marcel Schmelzer an, "Mentalität, Einsatz - einfach das Spiel gewinnen wollen" gefehlt, deshalb: "Wir sind leider verdient ausgeschieden."

BVB will wenigstens die Qualifikation für die Champions League erreichen

Damit diese Saison, die mit sechs Siegen und einem Unentschieden in den ersten sieben Spielen sowie fünf Punkten Vorsprung auf Bayern München ja so berauschend begonnen hatte, für Borussia Dortmund nun nicht im Desaster endet, soll wenigstens die erneute Qualifikation für die Königsklasse gelingen.

"Ich will nächstes Jahr Champions League spielen, und ich hoffe, das geht nicht nur mir so", sagte Schmelzer. Es bleibt ihm aber in der Tat nur die Hoffnung, dass seine Mitspieler das ähnlich sehen.

Auf jeden Fall, sagte Schmelzer, müsse nun zunächst der "Ton anziehen", will heißen: Intern muss Klartext geredet werden. Denn: "Der Einsatz in den beiden Spielen kann nicht bei 100 Prozent gewesen sein." Die laut Stöger "vermutlich vorhandene" Qualität, ergänzte der Kapitän, "müssen wir jetzt in der Bundesliga auf den Platz bringen. Es gibt jetzt keine Ausreden mehr. Ich hoffe, dass uns diese zwei Spiele eine Lehre sind."

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