Mittwoch, 24.02.2016

Heldt träumt von Abschied in Basel

Endet Schalkes Rückspiel-Fluch?

Seine letzte Dienstreise mit Schalke 04 hat Horst Heldt schon genau im Kopf. "Basel ist nicht so weit weg", sagte der scheidende Manager und fügte schmunzelnd an: "Kilometermäßig." Das Finale der Europa League wäre ein idealer Abschied nach fünf Jahren als Sportvorstand - schon der Weg ins Achtelfinale gegen Schachtjor Donezk gestaltet sich aber schwierig.

Horst Heldt geht auf seine persönliche Abschiedstour
© getty
Horst Heldt geht auf seine persönliche Abschiedstour

Die Ausgangslage ist nach dem 0:0 im Hinspiel gefährlich, die Schalker Pleitenserie in K.o.-Heimspielen erschreckend lang, zudem droht auch noch der Dauerbrenner auszufallen: Mittelfeld-Stabilisator Leon Goretzka, seit der Winterpause in allen 540 Pflichtspielminuten auf dem Platz, konnte wegen einer Wadenzerrung nicht am Abschlusstraining teilnehmen - ebenso wie Max Meyer (Mandelentzündung) und Eric Maxim Choupo-Moting (Beckenprellung).

"Stand heute, wird keiner der drei auflaufen können", sagte Trainer Andre Breitenreiter am Mittwoch. Vor allem der 21-jährige Goretzka, seit Monaten der konstant stärkste Feldspieler der Königsblauen, wäre kaum zu ersetzen.

Schalke braucht nach den vielen vergebenen Torchancen vor einer Woche einen Sieg, um weiterzukommen und Heldt, der im Sommer Christian Heidel weichen muss, von einem Endspiel zum Ausstand träumen zu lassen. Der letzte Erfolg in einem K.o.-Spiel in der eigenen Arena liegt allerdings schon vier Jahre zurück: Im Achtelfinale der Europa League gegen Twente Enschede gelang ein 4:1, danach gab es vier Heimpleiten mit 15 Gegentoren und jeweils das Aus - gegen Athletic Bilbao (2:4), Galatasaray Istanbul (2:3) und Real Madrid (1:6 und 0:2).

"Die Null muss auf jeden Fall stehen", forderte daher Mittelfeldspieler Johannes Geis, "das ist das A und O." In der Bundesliga gelang dies zuletzt nicht - weder beim 1:2 beim FSV Mainz 05 noch am vergangenen Sonntag beim 1:1 gegen den VfB Stuttgart. "Donezk ist ähnlich wie Stuttgart eine Mannschaft mit guten Einzelspielern nach vorne", warnte Geis, "das wird extrem schwer."

Schlechte Erinnerungen an 2005

Schon einmal war der neunmalige ukrainische Meister bei ähnlicher Ausgangslage Endstation für die Schalker im Europacup: Vom 0:1 im Zwischenrundenrückspiel im UEFA-Cup am 24. Februar 2005 in der Arena ist allerdings nur noch ein Beteiligter übrig geblieben - Schachtjor-Kapitän Darijo Srna. "Bei uns ist keiner mehr dabei, deshalb spielt es keine Rolle", betonte Breitenreiter.

Auch den UEFA-Cup-Sieger von 2009 plagen Personalsorgen: Neben Dopingsünder Fred ist auch Innenverteidiger Alexander Kutscher nach seiner Gelb-Roten Karte im Hinspiel gesperrt, zudem sind die Brasilianer Marcio Acevedo, Dentinho, Bernard und Eduardo verletzt.

Bei Schalke kämen als Ersatz für Dauerbrenner Goretzka der länger verletzte Dennis Aogo oder Bayern-Leihgabe Pierre-Emile Höjbjerg infrage. Der Däne, der bislang bei den Königsblauen kaum zum Zug kam, gehörte jedoch gegen Stuttgart noch nicht einmal zum Kader.

Die voraussichtlichen Mannschaftsaufstellungen:

Schalke: Fährmann - Caicara, Matip, Neustädter, Kolasinac - Geis, Aogo (Höjbjerg) - Schöpf, Belhanda, Sane - Huntelaar. - Trainer: Breitenreiter

Donezk: Pjatow - Srna, Krywzow, Rakizkij, Ismaily - Malyschew, Stepanenko - Marlos, Kowalenko, Taison - Gladkij. - Trainer: Lucescu

Schiedsrichter: Matej Jug (Slowenien)

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