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Selbst schuld an der großen Scheiße

Freitag, 26.02.2016 | 12:26 Uhr
Andre Breitenreiter kritisierte nach dem Aus gegen Donezk die Erwartungshaltung der Schalke-Fans
© getty
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Nach der blamablen Vorstellung gegen Schachtjor Donezk kritisierte Schalke-Trainer Andre Breitenreiter die Erwartungshaltung der Fans. Dabei hat S04 ganz andere Probleme, als sich mit den Anhängern anzulegen. Und der Grund für deren Reaktionen ist denkbar simpel: Es ist der Fußball, den die Mannschaft spielt.

Joel Matip wird auf Schalke geliebt. Daran ändert auch sein Wechsel zum FC Liverpool nichts, er geht ja nicht zu Dortmund oder Bayern. Seit 16 Jahren kickt Matip für Königsblau, Vereinstreue zählt bei den Fans mehr als alles andere.

Am Donnerstagabend erlebte Matip jedoch seine vielleicht bittersten eineinhalb Stunden, seitdem er Schalker ist. Er schenkte Donezk mit zwei dicken Schnitzern zwei Tore und wurde später vom Publikum ausgelacht, nachdem er einen Ball völlig unbedrängt senkrecht in die Luft schoss und dabei auch noch die Balance verlor.

Einen verdienten Spieler zu verhöhnen, weil er einfach einen ganz miesen Tag erwischt hat, gehört sich nicht. Aber es ist absolut nachvollziehbar, dass die Schalke-Fans irgendwann auch mal die Schnauze voll haben.

Nach der schlechten Saison 2014/15 sollte alles besser werden. Andre Breitenreiter startete mit reichlich Vorschuss-Lorbeeren, der Kader gehört auch ohne Julian Draxler immer noch zu den besten der Bundesliga. Die hervorragende Arbeit in der Knappen-Schmiede brachte mit Matip, Max Meyer und Leroy Sane wieder Spieler hervor, die regelmäßig eingesetzt werden und nach denen sich europäische Topvereine die Finger lecken.

Doch der sportliche Erfolg bleibt (einmal mehr) aus. Ende Februar ist Schalke in keinem Pokal-Wettbewerb vertreten und in der Liga kommt Königsblau auch nicht recht voran. Zwar ist Schalke im Schneckenrennen um den dritten Champions-League-Platz noch voll dabei, kassiert aber immer wieder Rückschläge. Es gibt Ausreißer nach oben, wie das 3:0 gegen Wolfsburg, aus vier Rückrundenspielen stehen aber erst vier Punkte auf der Habenseite.

Breitenreiter gab vor dem Rückspiel gegen Donezk das Ziel aus, die Europa League gewinnen zu wollen und beschwerte sich hinterher über die, seiner Meinung nach, zu hohen Erwartungen der Fans.

"Dass es am Ende höhnisch wurde, macht mich nachdenklich. So etwas hat es auf Schalke leider schon in den vergangenen Jahren immer wieder gegeben. Das hat mit Erwartungshaltung zu tun, insgesamt wird hier von der Meisterschaft geträumt und der Champions League", sagte Breitenreiter.

Der Trainer darf also von einem europäischen Titel träumen, den Fans wird das aber gleichzeitig übel genommen. Ein per se absurder Gedanke, der umso mehr fehl am Platz ist, wenn man sich die Leistung der Mannschaft gegen Donezk vor Augen führt.

Schalke 04 hat am Donnerstagabend auf ganzer Linie versagt. Zu allem Überfluss verletzte sich Leon Goretzka schwer an der Schulter. Torhüter Ralf Fährmann brachte es auf den Punkt: "Da bleibt nichts anderes zu sagen, als dass das große Scheiße ist."

Die Scheiße haben sich Mannschaft und Trainer selbst eingebrockt. Die Anhänger mit ins Boot zu ziehen, ist ein komplett falscher Ansatz. Schalke sollte sich darauf konzentrieren, seine Probleme in den Griff zu bekommen und nicht über Stimmungen im Umfeld zu debattieren. Der Grund für Reaktionen der Fans während des Donezk-Spiels könnte eindeutiger nicht sein: Es ist der Fußball, den Schalke spielt.

Schalke - Donezk

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