Neue Chance auf ungewohntem Terrain

Von Marco Kieferl
Donnerstag, 12.03.2015 | 12:11 Uhr
Neuerdings Verteidiger-Kollegen: Vieirinha (oben) und Guilavogui
© getty
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Seit Beginn der Rückrunde glänzt Vieirinha beim VfL Wolfsburg auf einer neuen Position. Dabei liegt die Geschichte des Positionswechsels unter Dieter Hecking schon länger zurück. Als Rechtsverteidiger entfernt sich der 29-Jährige von seinem Idol Luis Figo und kommt ihm dabei doch gleichzeitig näher.

Weserstadion, Sonntag den 1. März 2015 um 17:59: Alle Augen sind auf Adelino Andre Vieira de Freitas, besser bekannt als Vieirinha, gerichtet. Soeben hat der kleine Portugiese einen Schuss von Felix Kroos derart unglücklich durch die Beine bekommen, dass der eigentlich knapp verfehlte Versuch doch noch im linken Eck des Gästetors einschlägt. Werder führt wieder 3:2 - Wolfsburg und vor allem Vieirinha sind am Boden zerstört. Dabei schien der Anblick eines frustrierten Vieirinha in den vergangenen 17 Spielen schon der Geschichte anzugehören.

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Der lediglich 1,72 Meter große Flügelflitzer der Wölfe hat seinen Platz in der Autostadt gefunden. Ausgerechnet seit dem Hinspiel gegen die Elf von der Weser ist Vieirinha aus der Stammformation des VfL nicht mehr wegzudenken. Zu verdanken hat er das Dieter Hecking, der die bis dato unbekannten Defensivqualitäten Vieirinhas entdeckt und gefördert hat.

Seitdem erfährt der Portugiese in Wolfsburg eine ganz neue Wertschätzung, die erst vor kurzem mit einer Vertragsverlängerung bis 2018 plus Option auf ein weiteres Jahr veredelt wurde. "Ich habe immer gesagt, dass ich mir wünsche, dass er seinen Vertrag verlängert. Zum einen, weil er extrem vielseitig ist und seine Leistungen in den vergangenen Monaten stabilisiert hat. Zum anderen, weil er auch jemand ist, der für die Stimmung in der Kabine unheimlich wichtig ist", lobte Klaus Allofs die Vorzüge des 29-Jährigen, der auch vom FC Schalke umworben wurde.

Transfer-Flop und Wechselgerüchte

Nach dieser Anerkennung sehnte sich der Zugang von PAOK Saloniki lange vergeblich. Als Teil einer beispiellosen Wintertransferoffensive unter Felix Magath wurde der Portugiese im Januar 2012 mit großen Vorschusslorbeeren aus Griechenland geholt. "Er ist ein dribbelstarker Offensiv-Allrounder, der sowohl im Zentrum als auch auf der Außenbahn spielen kann", beschrieb Magath damals den 4,5 Millionen Euro teuren Neuzugang.

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Ebenso wie Ricardo Rodriguez und die anderen Hinzugestoßenen um Ferhan Hasani, Felipe Lopez und Giovanni Sio tat sich der Portugiese zunächst enorm schwer, in der Bundesliga Fuß zu fassen. Fünf Tore und sechs Vorlagen in 13 Spielen für PAOK hatten die Wölfe auf den quirligen Offensivmann aufmerksam werden lassen. Nach einer kümmerlichen Vorlage in neun Rückrundenspielen wurde Vieirinha genau wie Rodriguez aber schnell zur Zielscheibe der immer zahlreicher gewordenen Magath-Kritiker, die dem ehemaligen Meistertrainer in seiner Transferpolitik Willkür vorwarfen.

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Auch wenn die Einsatzzeiten im Anschluss unter Lorenz-Günther Köstner und Dieter Hecking ab Dezember 2012 wieder nach oben gingen, kam Vierinha selten über die Rolle als Rotationsspieler hinaus. Gerüchte über einen Wechsel nach Griechenland machten in den folgenden Transferperioden die Runde.

Einstand nach Maß

Mit dem Kreuzbandriss in der vergangenen Saison schien ein kurzzeitiger Aufwärtstrend während der letzten Saison endgültig am Ende angekommen und vielleicht wäre alles auch ganz anders gekommen, wenn Vierinha sich an die Worte während seiner Präsentation 2012 erinnert hätte: "Ich kann's mit beiden Füßen, spiele am liebsten außen. Mein Vorbild ist Luis Figo. Ich habe immer geträumt, so zu spielen wie er."

Portugals Fußballlegende legte seine Weltkarriere auf dem rechten Flügel hin. Seit dem 27. September vergangenen Jahres kommt Vierinha dort nur noch als Teilzeitkraft zum Einsatz. Beim Halbzeitstand von 1:1 gegen Werder Bremen musste Hecking den bis dahin unumstrittenen Rechtsverteidiger Sebastian Jung aufgrund einer Blessur in der Kabine lassen. Von Vieirinha erhoffte er sich gegen die bis dahin sieglosen Bremer zusätzliche Impulse in der Offensive. Der dankte es ihm mit einer blitzsauberen Vorlage zum siegbringenden 2:1 durch Ivica Olic.

Lob von Hecking, Ritterschlag von Zinnbauer

Von da an erfreute sich diese Variante bei Hecking steigender Beliebtheit. Auch wenn sich Vieirinha immer noch größtenteils auf den offensiven Außenpositionen fand, reagierte der VfL des Öfteren mit dem Portugiesen situativ auf die Stärken des Gegners. Gegen den Hamburger SV und den wendigen Nicolai Müller brachte Hecking den Portugiesen sogar als Linksverteidiger.

Nach dem Spiel gab es nicht nur Sonderlob vom Wölfe-Coach, auch Joe Zinnbauer staunte damals nicht schlecht: "Vieirinha ist eigentlich Offensivspieler, aber der spielt da hinten, als ob er schon die ganze Zeit dort zu Hause wäre." Auch sein eigener Trainer schwärmt von Vieirinhas Auftritten als Außenverteidiger: "Das ist eine Position, die er sehr gut mit Leben füllen kann."

Die endgültige Metamorphose zum Rechtsverteidiger vollzog sich in der Vorbereitung auf die Rückrunde. Seit dem Auftaktspiel gegen den FC Bayern spielte Vierinha in fünf von sechs Bundesligapartien in der Viererkette. Sebastian Jung, der die vermeintliche Schwachstelle der Wolfsburger als Nationalspieler im Sommer ursprünglich beheben sollte, findet sich seitdem auf der Bank wieder.

Jung vs. Vieirinha

Ein Blick auf die Daten vermag die scheinbar unkonventionelle Entscheidung Heckings zu erklären: Laut OPTA gewinnt Vieirinha diese Saison 53,5 Prozent seiner Zweikämpfe, verbucht eine Passquote von 73 Prozent und weist eine 85-prozentige Erfolgsquote bei Tacklings auf. Auf den ersten Blick keine auffällig starken Werte. Bedenkt man aber, dass der Portugiese in 14 von 22 Einsätzen auf der offensiven Außenposition eingesetzt wurde, erscheinen diese Werte in einem deutlich besseren Licht.

Sein Konkurrent rechts in der Viererkette gewinnt in seiner Premierensaison für die Wölfe gerade einmal 37,3 Prozent seiner direkten Duelle und erobert in 75 Prozent seiner Tacklings den Ball. Die Passquote von 78 Prozent ist zwar besser als die des Portugiesen, ist aber auch auf die weniger risikobehaftete Spielanlage in der Defensive zurückzuführen.

Vergleich der Opta-Daten: Vieirinha und Jung in der Saison 2014/2015

Neue Chance in der Selecao?

Seinem Vorbild Luis Figo kann Vieirinha durch die Versetzung nach hinten vielleicht nicht mehr direkt nacheifern, einem anderen Traum kommt der 29-Jährige dadurch aber zweifelsohne näher.

Gegen die schier unmenschliche Konkurrenz auf Portugals offensiven Flügelpositionen mit Weltstars wie Cristiano Ronaldo, Nani oder Ricardo Quaresma war für Vieirinha bisher kein Durchkommen. Auf der deutlich dünner besetzen Position des Rechtsverteidigers mit Altstar Jose Bosingwa und Sporting-Talent Cedric Soares sieht die Lage hingegen deutlich anders aus.

"Es hat sich für mich eine zusätzliche Tür geöffnet", meint Wolfsburgs Allrounder, als er auf seine neue Rolle angesprochen wird. "Ich wäre bereit." Grundlage dafür wäre, dass er seine neue Rolle im Wölfe-Kader auch langfristig annimmt. "Vorne oder hinten, ich bin da, um der Mannschaft zu helfen", gibt sich Vieirinha dabei diplomatisch. Dieter Hecking und Fernando Santos kann das eigentlich nur freuen.

Vieirinha im Steckbrief

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