Europa League - Viertelfinale

Basel jetzt heiß auf den "Pott"

Von Marco Nehmer
Freitag, 12.04.2013 | 11:41 Uhr
Marcelo Diaz (r.) traf im Elfmeterschießen den entscheidenden Schuss gegen Tottenham Hotspur
© getty
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Das war's! Seit Donnerstagabend findet die Europa League endgültig ohne deutsche Beteiligung statt. Nachdem die Bundesligisten schon frühzeitig die Segel streichen mussten, sind nun auch Lewis Holtby und Miroslav Klose ausgeschieden. Während der FC Basel und Fenerbahce Historisches schafften, wahrte Benfica seine unglaubliche Serie und steht genauso im Halbfinale wie der FC Chelsea.

In Basel wackelten nach dem erstmaligen Einzug des FC in ein Europapokal-Halbfinale die Wände des St. Jakob Parks. "So hat man sich das gewünscht vor den zwei Spielen gegen Tottenham. Halbfinale - das ist fantastisch", jubelte Fabian Frei im Anschluss an den Elfmeterkrimi gegen die favorisierten Spurs. Nach dem 2:2 im Hinspiel bot auch das Rückspiel wieder jede Menge Dramatik.

"Das 0:1 nehme ich auf meine Kappe", so Aleksandar Dragovic über seinen Fehler vor dem Rückstand durch Clint Dempsey. Später bügelte der Österreicher diesen aber wieder aus und traf zur zwischenzeitlichen Führung. "Das 2:1 war nicht mehr schwer, sondern ich hatte Glück, dass ich keinen Kreuzbandriss bekommen habe beim Torjubel", erklärte Dragovic augenzwinkernd.

Zwar erreichten die Spurs durch ein erneutes Dempsey-Tor die Verlängerung, doch im Elfmeterschießen bestätigte sich einmal mehr, dass dies keine ureigene britische Disziplin ist. "Das ist mittlerweile typisch englisch. Das tut sehr weh", war Lewis Holtby nach dem Aus bedient.

Nach den Siegen über die europäischen Spitzenklubs Zenit St. Petersburg und Tottenham scheint für Basel nun auch der ganz große Coup möglich. Ex-BVB-Profi Philipp Degen gab dann auch gleich das eidgenössische Understatement auf: "Wir haben den Anspruch, jetzt ins Finale zu kommen und den Pott zu gewinnen. Alles andere wäre fehl am Platz."

"Bundesliga-Killer" Lazio scheitert

Mit Lazio Rom verabschiedete sich nach dem 1:1 gegen Fenerbahce im Rückspiel auch das letzte italienische Team aus dem internationalen Wettbewerb. Damit stellt die Serie A im dritten Jahr in Folge keinen Vertreter in den europäischen Halbfinals. "Der italienische Fußball ist einer der besten in Europa, also ist es ein schlechtes Jahr für die Serie A", spendete Fener-Verteidiger Reto Ziegler nur schwachen Trost.

Lazio, zuvor Endstation für Borussia Mönchengladbach und den VfB Stuttgart, spielte im menschenleeren Olimpico lange auf ein Tor und ging nach einer Stunde durch Senad Lulic in Führung. Ein zweites Tor lag in der Luft - das dann aber auf der Gegenseite fiel. "Wir sind sehr verärgert. Wir wurden von einem Team rausgekegelt, das nicht stärker war als wir", war Lazios Torschütze bedient. "Eigentlich hätten wir es verdient gehabt, weiterzukommen."

Lange Gesichter auf der einen, strahlende auf der anderen Seite: Für Fenerbahce ist es der erste Halbfinal-Einzug der Geschichte. Das entscheidende Tor von Caner Erkin (73.) brach den Willen der Laziali, bei denen Miroslav Klose kurz zuvor eingewechselt wurde, aber nichts mehr bewirken konnte. Für Erkin war es aber ein bittersüßer Erfolg - er fehlt im ersten Semifinale wegen einer Gelbsperre.

Vom Saulus zum Paulus: Chelsea Englands letzte Hoffnung

Die Ironie der diesjährigen internationalen Saison will es, dass der FC Chelsea die Ehre der Premier League retten soll - das Team, das nach dem Ausscheiden aus der Königsklasse als amtierender Titelträger mit Hohn und Spott überschüttet wurde. Doch die Blues sind nach der zum Halbfinale reichenden 2:3-Niederlage in Moskau gegen Rubin Kasan das letzte englische Team in Europa.

Dass zudem ausgerechnet der gescholtene Fernando Torres zum Heilsbringer in der Europa League avanciert, passt ins Bild. Der feine Heber des "Torrminators" ("The Sun") zum 1:0 brachte Chelsea auf Kurs. "Ein toller Treffer", konstatierte auch Frank Lampard, der Gefallen am auf der Insel belächelten Wettbewerb gefunden hat: "Die Leute reden die Europa League immer wieder klein, aber wir gehen die Sache professionell an und je näher wir dem Finale kommen, umso aufregender wird es."

Doppelte Genugtuung für die Londoner: Chelsea machte genau dort den Einzug ins Halbfinale perfekt, wo es vor fünf Jahren im CL-Finale bei der Niederlage gegen United sein größtes Trauma erlebte - im Moskauer Luschniki Stadion.

Salvio rettet Benficas Serie

Während die Blues das Erreichen der nächsten Runde feierten, ist das Abenteuer Europa für Newcastle United beendet. Gegen Benfica Lissabon kamen die Magpies nach der 1:3-Hinspielniederlage nur zu einem 1:1. Papiss Demba Cisse brachte die Hausherren 20 Minuten vor Schluss in Führung und ließ den St. James Park hoffen, doch Salvio glich in der 92. Minute aus und begrub so nicht nur die Halbfinalträume der Engländer, sondern rettete Benficas beeindruckende Serie von nun 32 Spielen ohne Niederlage.

Dabei hatten die Magpies die Riesenchance auf das 2:0 durch Hatem Ben-Arfa, die der Franzose allerdings aus aussichtsreicher Position versiebte. "In neun von zehn Versuchen geht der Ball ins Tor", trauerte Coach Alan Pardew der Vorentscheidung hinterher.

Als 13. der Premier League steht für Newcastle nun vorrangig der Klassenerhalt im Vordergrund. Trotzdem will man in zwei Jahren wieder in der Europa League dabei sein. "Unser Hauptziel in der nächsten Saison ist Europa. Wir haben eine Mannschaft, die das schaffen kann", blickte Pardew voraus.

Europa League - Das Viertelfinale im Überblick

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