Stuttgart vor der unlösbaren Aufgabe

Von Jakob Kunz
Mittwoch, 13.03.2013 | 23:41 Uhr
Gotoku Sakai (r.) und Sven Ulreich nach der 0:2-Niederlage im Hinspiel
© getty
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Nach der 0:2-Pleite im Hinspiel hat der VfB Stuttgart in der anstehenden Europa-League-Partie bei Lazio Rom (20.50 Uhr im LIVE-TICKER) eigentlich nichts mehr zu verlieren. Trotz der ungünstigen Ausgangslage geben sich die Schwaben kämpferisch und hoffen auf ein kleines Wunder.

Die Enttäuschung über die jüngste 0:1-Niederlage des VfB Stuttgart gegen den Hamburger SV war deutlich spürbar. Hängende Köpfe, ratlose Mienen, Pfiffe und Sprechchöre der eigenen Fans gegen die Verantwortlichen des Klubs waren bei den Schwaben zuletzt keine Seltenheit.

Mit nur vier Punkten aus acht Spielen ist der VfB die schlechteste Mannschaft der Bundesliga-Rückrunde. Im Rückspiel des Europa-League-Achtelfinals am Donnerstag (21.05 Uhr) wartet nun Lazio Rom - ausgerechnet in der "Ewigen Stadt" soll die Wende eingeleitet werden.

Die Ausgangslage ist nach der 0:2-Pleite aus dem Hinspiel denkbar schlecht, zudem müssen die Stuttgarter in Rom vor leerer Kulisse ran. Lazio wurde von der UEFA aufgrund wiederholter Fanausschreitungen im internationalen Wettbewerb zu zwei Geisterspielen verurteilt. Doch auch ohne Unterstützung mitreisender VfB-Anhänger glaubt man bei den Schwaben noch an ein Erfolgserlebnis.

Niedermeier: Es geht nur um den Sieg

"Abhaken würde ich das Weiterkommen auf gar keinen Fall", sagte Innenverteidiger Georg Niedermeier: "Die Vorzeichen sind zwar nicht optimal, aber wenn wir auf dem Platz stehen, geht es nur um den Sieg und nicht darum, sich gut aus der Affäre zu ziehen. Wir versuchen, das Unmögliche möglich zu machen."

Zumindestens den Kampfgeist konnte man dem VfB in den letzten Partien nicht absprechen - auch wenn die Erfolgserlebnisse am Ende ausblieben. "Am Einsatz und am Willen liegt es nicht, aber in den entscheidenden Momenten sind wir derzeit nicht da, es fehlt die letzte Konsequenz", befand auch Niedermeier.

Trotz der Zwei-Tore-Hypothek will die Mannschaft sich gegen Lazio nun endlich für ihren Einsatz belohnen. "Es wird schwer werden, aber wir wollen trotzdem Gas geben", kündigte Stürmer Vedad Ibisevic an.

Stuttgart: Horror-Bilanz in Italien

Dabei gilt es auch, die traurige Italien-Bilanz aufzupolieren: Noch nie konnte der Klub dort einen Pflichtspiel-Sieg einfahren. Bislang reichte es nur zu zwei Unentschieden und drei Niederlagen. Zu einer Hürde könnte dabei die Dreifachbelastung werden, die die Labbadia-Elf derzeit in der Bundesliga, dem DFB-Pokal und der Europa League durchlebt.

Oft wirkte der kleine Kader in den vergangenen Wochen überspielt, es fehlte bei einigen Akteuren die letzte Spritzigkeit. Als Ausrede will Niedermeier das jedoch nicht durchgehen lassen: "Wir wollen diesen Rhythmus am liebsten auch im nächsten Jahr wieder. Darüber will ich daher nicht negativ reden."

Der 27-Jährige räumte jedoch ein: "Fakt ist dennoch, dass die Belastung hoch ist, siehe unsere 40 Pflichtspiele. Hinzu kommen die Reisen. Weil man nach den Spielen auch immer viele Bilder im Kopf hat, fällt der Schlaf darüber hinaus schwieriger - unabhängig von den Ergebnissen."

Auch Lazio durchläuft Liga-Krise

Obwohl die Ergebnisse bei Lazio in der Europa League bisher stimmten, durchläuft auch Stuttgarts Gegner in der italienischen Liga momentan eine Schwächephase. Zuletzt setzte es zwei Niederlagen gegen den AC Florenz (0:2) und AC Mailand (0:3). Mittlerweile ist das Team von Coach Vladimir Petkovic in der Tabelle auf den fünften Rang abgerutscht und muss um das internationale Geschäft bangen.

Besonders das Fehlen des verletzten Toptorjägers Miroslav Klose (Außenbandriss) ist nicht spurlos am Hauptstadtklub vorbeigegangen. In 24 Pflichtspielen hatte der deutsche Nationalspieler wettbewerbsübergreifend elf Treffer für die Italiener erzielt.

Auch gegen den VfB wird Klose wie auch seine Teamkollegen Andre Dias (Adduktorenbeschwerden), Konko, Abdoulay (Knieverletzung) und Antonio Rozzi (Oberschenkelverletzung) fehlen.

"Es gibt noch eine Chance"

Die Stuttgarter müssen derweil auf Alexandru Maxim verzichten. Der Rumäne, der im Hinspiel gegen Lazio der auffälligste Spieler auf Seiten des VfB war, laboriert an den Folgen einer Gehirnerschütterung. Cacau (Reha), Johan Audel (Kahnbeinbruch) und Mamadou Bah (Wadenbeinbruch) stehen ebenfalls nicht zur Verfügung. Dafür kehrt Torjäger Ibisevic nach abgesessener Gelbsperre in den Europa-League-Kader zurück.

Die Ausfälle will Stuttgarts 20 Jahre alter Verteidiger Antonio Rüdiger keineswegs als Ausrede akzeptieren: "Egal was ist, wir werden nach Rom fahren und dort alles versuchen. Es gibt noch eine Chance, wenn sie auch klein ist, und wir werden um diese kämpfen."

Doch selbst im Falle eines Ausscheidens stünde den Schwaben die Tür nach Europa weiterhin offen: Wenn sich das Team von Bruno Labbadia im DFB-Pokal-Halbfinale gegen den SC Freiburg durchsetzt und im Endspiel auf den FC Bayern treffen sollte, wäre die Europa League auch für nächstes Jahr eingetütet.

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Lazio Rom: Marchetti - Pereirinha, Cana, Dias, Radu - Hernanes, Gonzales, Ledesma, Onazi, Ederson - Floccari

VfB Stuttgart: Ulreich - Sakai, Tasci, Niedermeier, Boka - Kvist, Gentner - Harnik, Holzhauser, Traore - Ibisevic

Die Zwischenrunde der Europa League im Überblick

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